Diese Baumart war mir noch gar nicht bekannt.
bei den Mitteilungen der
DDG Nr.31,1921 finden sich 33 Einträge zum Suchstring rigida, davon etwa 31 zu Pinus rigida, 2 zu anderen Gattungen.
Der Anbau war durch eine Verwechslung mit großen Hoffnungen begonnen worden:
"Die größte Enttäuschung bei ihren Anbauversuchen erfuhren die Versuchs-
anstalten bekanntlich mit der ostamerikanischen
Pech- Kiefer, Pinus rigida,
die sich in der Tat als »Pech-Kiefer« erwies. Man glaubte, daß dieser Holzart das
auf dem deutschen Markte so sehr geschätzte Pitch pine-Holz eigen sei, jedoch war
dies ein Irrtum, denn in Amerika wird die Bezeichnung Pitch pine einer anderen,
weiter südlich heimischen und in Deutschland nicht gedeihenden Kiefer, der Pinus
australis, beigelegt.
In dem Arbeitsplan der Versuchsanstalten war die Pinus rigida an erster
Stelle aufgeführt und neben nur noch vier anderen Holzarten (Douglasie, Nord-
mannstanne, Weißer Hickory und Schwarze Walnuß) zum Anbau in der ersten An-
bauklasse empfohlen. Grund genug also für die Versuchsanstalten, die Pech- Kiefer,
von der man ein überaus wertvolles Nutzholz erwarten durfte, bei den Versuchen
in hervorragendem Maße zu bevorzugen. Die hiesige Versuchsanstalt baute die
Pech- Kiefer in 16 Forstamtsbezirken an, verteilt über das ganze Land, auf 10,87 ha,
also nur auf einer nur um 3 ha geringeren Fläche als die meist begünstigte Douglasie.
Die Kulturen der Pech- Kiefer entwickelten sich in folgender Weise: rasche Ent-
wicklung des Höhen- und Stärkezuwachses ungefähr bis zum achten Jahre, dann
rasch nachlassend, Stämme kurz und krumm. Wuchs sperrig; oft werden die Be-
stände auf größeren Flächen durch Schnee völlig zu Boden gedrückt; vielfach haben
sie an Pfählen befestigt werden müssen, aber gute Nadeldecke. Auf einer Brandfläche
haben die Stockausschläge eine durchschnittliche Höhe von 5 — 6 m erreicht, über
die übrigens auch Kernstämme nicht allzuweit hinausgegangen sind. Eine Nutz-
holzausbeute werden die Bestände nicht ergeben.
Nachdem dies erkannt war, Prof. Mayr auch in seinen »Waldungen von
Nordamerika«, 1890, die Verwechslung der beiden Arten rigida und australis
aufgeklärt hatte, wurde der weitere Anbau der Pech-Kiefer selbstverständlich ein-
gestellt und damit das unerfreuliche Kapitel über diese Holzart geschlossen. Mögen
andere Versuchsanstalten sich damit abquälen, sie auf geringen Böden als Misch-
holz und Dünger für die Anzucht der Gemeinen Kiefer zu verwenden; für uns liegt
hierzu keine Notwendigkeit vor.
...Pinus rigida, die Pech-Kiefer, hat sich als vollkommener Fehlschlag auf
gutem Waldboden erwiesen. Auf ganz schlechten Flugsanden, wie in der Haardt bei
Schwetzingen, mag man sich allenfalls noch mit ihr befreunden. Bis auf ganz wenige
Ausnahmen sind die Stämme in schraubenartigen Windungen gewachsen und geben
nur Brennholz; als einzigen Vorteil kann man höchstens den stark ausgeprägten
Nadelwurf bezeichnen, wodurch schnell eine gute Humusdecke entsteht, und Möglich-
keit für Nachwuchs anderer Pflanzen geschaffen wird.
...Von Pinus densiflora wurden 1910 etwa loooo Stück 2jährig zum Anbau
auf Kahlflächen verwendet. Ihre Entwicklung ist bis jetzt sehr gut. Ich verdanke
sie Herrn Alfred Unger,
Die andern Kiefernholzarten, von denen Pinus cembra und Pinus peuce
zu weitständiger Pflanzung in Felspartien verwendet wurden, haben forstlich keine
Bedeutung. Wegen ihrer malerischen Wirkung sind jedoch
Pinus Jeffreyi, austriaca,
Lambertiana, excelsa, rigida für den Wald, i
n dem auf Berücksichtigung der
Waldschönheit Wert gelegt wird, von bleibender Bedeutung.
...5. Pinus Jeffreyi.
6. Pinus ponderosa.
7. Pinus rigida.
Die drei Kiefernarten sind in den sämtlichen Berichten gar nicht erwähnt,,
ein Zeichen, daß die Kulturen überhaupt eingegangen und verschwunden sind oder
der weiteren Beobachtung nicht für wert gehalten wurden.
...Nach den vorstehend angegebenen Berichten läßt sich das Ergebnis der Ver-
suche für Ostpreußen, wie folgt zusammenfassen:
...Pinus Jeffrey! und P. ponderosa haben von Anfang an versagt, P. rigida
gedeiht wohl, aber es spricht nichts dafür, sie zur Berücksichtigung irgendwie zu
empfehlen."
Es scheint, dass P. rigida nur auf sehr armen Böden für Humusbildung oder als Zierbaum Wertschätzung erlangen konnte.
Das Holz des
meist kurzlebigen Baumes ist nur von Brennholzqualität.
Die Versuche wurden möglicherweise mit einer wenig geeigneten Selektion durchgeführt, nicht alle Bäume müssen krumschäftig sein.
viewtopic.php?t=8019
https://www.monumentaltrees.com/de/welt ... nusrigida/
Alter 91 ± 10 Jahre
https://www.monumentaltrees.com/de/nld/ ... erg/44094/
https://www.ddg-web.de/index.php/rekordbaeume.html
Sachsen, Landkreis Görlitz, Kromlau: Alt ca. 131 Jahre
https://www.ddg-web.de/index.php/rekord ... ardId=1070
Man kann nach wie vor diese Art als Zierbaum erwerben (Hinweis auf Astbruchgefahr bei Schneelast), forstbauliche Versuche dagegen dürfte es keine mehr geben.
LG Spinnich

Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -