Bienen im SWR

Wann gibt es etwas zu sehen über Bäume und Sträucher. Hier gibt es Informationen zu Veranstaltungen, Fernsehtipps und Botanischen Führungen.

Moderatoren: stefan, LCV, tormi

Antworten
quellfelder
Beiträge: 4426
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Bienen im SWR

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

heute in SWR um 20.15 Uhr: Warum sterben die Bienen?

Viele Grüße

quellfelder

Spinnich
Beiträge: 2723
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Warum sterben die Bienen?

Beitrag von Spinnich »

Ich habe mir den (beschi..., entmutigenden) Beitrag angesehen,
und wie vermutet bestätigt sich, daß skrupellose Geschäftemacher (Lindan, Xyladecor, etc. pp.) weiter am Werk sind und mit Lobbyismus unsere käuflichen Politiker auf ihre mafiöse Seite ziehen konnten.
Das Artensterben schreitet mit 7-Meilenstiefeln voran, da sind Honigbienen nur ein Einzelfall, wenn auch augenfällig, da von gewisser wirtschaftlicher Bedeutung. Das Beispiel im Beitrag hat mir gut gefallen: was wäre wenn statt 50 % der Bienenvölker eines Imkers durch die Umweltgifte der skrupellosen Pharma riesen mal 50 % der Rinder oder Schweine jedes Jahr im Winter krepieren würden?
Da gäbe es mindestens eine Aufschrei der grünen Presse und von 0,5 % des kritischen Bürgertums und die Politik müsste sich echt was einfallen lassen um dieses immense Wählerpotential zu beschwichtigen, um mit ihrem lapidaren "same procedure as every year" einfach darüber hinweggehen zu können.

Gruß Spinnich :twisted:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
Beiträge: 2716
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

http://www.ardmediathek.de/tv/betrifft- ... Id=1100786

Ich habe das Video mal verlinkt, falls sich jemand dafür interessiert.

Insgesamt ein komplexes Thema, aber wie im Film dargelegt, sind die Ursachen für das Bienensterben vielfältig. Die Neonicotinoide stehen da aber im Mittelpunkt, Nahrungsmangel und Varroa verschärfen das Problem.
Ich hoffe, dass ein paar Leute besser verstehen, warum ich hier ständig für die Bienen schreibe. Und die gesamte Problematik betrifft natürlich viele andere Insekten genauso.

quellfelder
Beiträge: 4426
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

fand ich auch sehr interessant den Beitrag. Der Hauptschuldige scheint die Industrie zu sein sein. Schockiert haben mich die Bilder von den vielen toten Bienen.

Viele Grüße

quellfelder

biloba
Beiträge: 1748
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

Hallo Hartmut,
quellfelder hat geschrieben:Der Hauptschuldige scheint die Industrie zu sein sein. Schockiert haben mich die Bilder von den vielen toten Bienen.
ja, so war der Film aufgemacht.

Praktisch sollten wir uns schnell mal vom Anblick dieses Schocks erholen.
Der Imker Koch hat das Team herbeigerufen, als plötzlich viele Bienen verendeten. Es wurde nicht gezeigt, ob einige Biene beprobt worden sind.

Ich frage mich, weshalb wurden nicht zum Beispiel 3*100 verendete Bienen entnommen. Aus einem anderen Stock mit einem gesunden Volk nebenan hätte das Team ebenso 3*100 Bienen entnehmen sollen. (Sorry, diese 300 Tiere würden da geopfert, im Dienste der Wissenschaft.) Anschließend hätte das Team die Proben in Labore einsenden sollen, die ohnehin am Film beteiligt waren. Beispielsweise in Berlin, in Hohenheim und bei Beyer. Jedes der Labore hätte den Gehalt von Neonicotinoid in den sterbenden Bienen und in den gesunden Bienen messen können.

Eine solche Untersuchung hätte ganz sicher mehr Klarheit schaffen können, wie groß die Rolle der Neonicotinoide als eine der Ursachen ist. Nur frage ich mich: Hat das Filmteam diese Idee nicht gehabt? Oder wurde eine solche Messung durchgeführt, fand aber keine Erwähnung in der Sendung?

So fand ich den Beitrag zwar wachrüttelnd, jedoch bin ich nicht vom Aktionismus des Herrn Koch mitgerissen. Vielmehr muss an allen mindestens drei beteiligten Ursachen für das Insektensterben gearbeitet werden. Einseitige Schuldzuweisungen an die Industrie sind da wenig hilfreich.


Mich würde ja mal interessieren, wie eifrig die Imker zu einem Beyer-Produkt greifen würden, wenn dieser Konzern eine Chemikalie anbieten könnte, die selektiv gegen Milben wirkt, aber die Bienen nicht schädigt!


Grüße!

AndreasG.
Beiträge: 2716
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Tote Bienen sind bis zu einem gewissen Grad normal. Das sind sogenannte Winterbienen, die zwar normalerweise zum Sterben den Stock verlassen, es manchmal aber nicht mehr schaffen. Es passiert auch hin und wieder, dass ein ganzes Volk verendet. Besorgniserregend ist es allerdings, wenn mehr als 10 % Winterverluste eintreten. Das sollte nicht sein.

Wegen der Neonics wird seit Jahren höchstrichterlich prozessiert. Eine wirkliche Unterlassung des Filmes, darüber und über den Stand des Prozeßes überhaupt nicht berichtet zu haben. Genaugenommen hätte man den Film auf 10 min zusammenkürzen und das gesamte Blabla weglassen bzw. eine Kurzversion ohne Honigschleudern und Verhaltenskunde erstellen können.
Relativ unbestritten ist allerdings, dass diese neuartigen Gifte für das Bienensterben verantwortlich sind. Sonst hätte Bayer bestimmt keine Entschädigung an die Imker gezahlt. Das Zeug gehört wirklich verboten.
Es wird ja im Film ganz gut erklärt, dass auch das Verhalten der Bienen negativ beeinträchtigt wird, und wie das bei anderen Insektenarten aussieht, wird überhaupt nicht untersucht.

Was die Untersuchung der toten Bienen durch ein Forschungsinstitut anbelangt; hm....
Diese Institute sind oftmals nicht so unabhängig, wie sie sein sollten.
Ich will hier keine Namen nennen, aber ein deutsches Institut hat mal den Neonics eine Unbedenklichkeit zertifiziert, dabei die Untersuchung der Wechselwirkungen komplett "vergessen". Man darf raten, wer der Auftraggeber dieser Studie war. :wink: Bei den Imkern, die mal wieder tote Bienen zu beklagen hatten, hat dieses Institut erheblich an Glaubwürdigkeit und gutem Ruf verloren.

AndreasG.
Beiträge: 2716
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

biloba hat geschrieben:
Mich würde ja mal interessieren, wie eifrig die Imker zu einem Beyer-Produkt greifen würden, wenn dieser Konzern eine Chemikalie anbieten könnte, die selektiv gegen Milben wirkt, aber die Bienen nicht schädigt!
Ich verwende Ameisensäure. Das Zeug steht im Garten und deshalb kann ich jetzt nicht nachsehen, wer der Hersteller ist. Es gibt verschiedene Präparate gegen die Varroa. Alle sind ziemlich belastend für die Bienen und ich kenne keinen Imker, der diese Mittel mit Begeisterung verwendet. Ohne geht es leider nicht, denn auch die Varroa ist eine enorme Bedrohung für die Bienen.
Allerdings gibt es diese Milbe bereits seit etwa 30 Jahren in Deutschland.
Das Bienensterben als Massenphänomen gibt es dagegen erst, seit diese Neodingens auf dem Markt sind.
biloba hat geschrieben:Einseitige Schuldzuweisungen an die Industrie sind......
dringend geboten und absolut notwendig. Und das ganze nur, damit noch mehr Äcker in Energiemaisplantagen umgewandelt werden können und die Bauern sich keine Gedanken über die Folgen flächendeckender Maismonokulturen machen müssen.

Antworten