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WER 236
Verfasst: 20 Apr 2012, 19:01
von bee
Hallo Baumfreunde,
willkommen zum Wochenendrätsel 236, das diesmal ein "klassisches" Baumrätsel ist.
Erst mal was für die "Ulologen" (d.h. "Blattnarbologen", denn zum Begriff "Ule" findet man kaum Web-Einträge, aber der Begriff ist doch korrekt??).
Weitere Bilder folgen - wahrscheinlich in zwei Portionen - morgen (nicht vormittags...)
Lösungsvorschläge bitte per PN.
Viel Spaß beim Tüfteln!
Verfasst: 21 Apr 2012, 13:18
von bee
Hallo,
Campoverde hat schon ins Schwarze getroffen, Gratulation.
Es ist kein Phellodendron und kein Gymnocladus.
Es folgen Bilder vom Herbst 2010 , da hatte ich den Baum zum ersten Mal bewusst gesehen. Das Laub schon gelichtet - und ich dachte, das ist aber eine "komische" ...-Art.
Man erkennt aber noch die typische Blattstellung, - Zusammensetzung und ungefähre Form.
Früchte konnte ich nicht entdecken.
Die weiteren Bilder sind aktuell:
man sieht, der Baum (es sind zwei an diesem Standort) ist ein "Spätzünder". Noch keine aufgebrochenen Knospen, aber die Endknospe ist leicht verlängert, so dass man ihre ursprüngliche Form nicht mehr sehen kann.
Es hängen aber - ganz vereinzelt - Fruchtreste im Baum.
Später zeige ich noch Blattdetails vom Mai 2011.
Verfasst: 21 Apr 2012, 18:25
von bee
O.K.
nackte Äste sind nicht so sehr bestimmungstauglich - obwohl sie in diesem Fall (mit Fruchtresten) durchaus den Hinweis auf die Gattung geben.
Bloß - diese Gattung ist sehr groß - da kann man schon mal vorwärts - und rückwärts - und dreimal im Kreis im Bestimmungsschlüssel umherirren - (aber die Ulen!).
Deshalb hier die Blätter.
Blüten und Früchte habe ich leider nicht, auch keine tauglichen Aufnahmen von Knospenfarbe (braun oder schwarz) oder der Form der Endknospen (breiter als hoch oder höher als breit).
Wenn jemand nach richtiger Bestimmung oder Auflösung Fotos dazu ergänzen kann - sehr willkommen.
Diese Bäume waren bisher sehr "blühunwillig", außerdem sind sie so beschnitten, dass alle Äste sehr weit oben sind.
Großes Glück, dass ich im letzten Jahr überhaupt an frische Blätter und Zweige gekommen bin.
Zusatzinformation zu den Blättern:
Blätter fast ganzrandig (soll möglich sein, gesägt aber auch)
Gesamtblattlänge hier 33 cm
Einzelblatt 5 x 13cm bzw. 4 x 12 cm
Länge des Stiels des Einzelblättchens ca. 1cm
Blattrhachis habe ich als "rund" gesehen und als "fast rund" interpretiert.
Ein weiteres Merkmal ist im Fitschen zu dieser Art genannt, ich bin nicht sicher, ob man das auf meinem Bild (der Blattunterseite) sieht, bzw. wie das aussehen soll.
Die Bestimmung habe ich ausschließlich an der speziellen Form der Blattnarben und am Blatt (Querschnitt der Rhachis), den gestielten Einzelblättchen, Form der Blättchen, leichte Behaarung der Unterseite festgemacht.
Vergleichsbilder im Web zeigen Blattunterseiten, die meinen Blattunterseiten nicht unbedingt ähneln.
Falls meine Bestimmung nicht korrekt sein sollte, dann können wir das hier ja klären, kein Problem.
Verfasst: 21 Apr 2012, 19:33
von bee
Wolfram hat sich anhand der Blattnarben auf die von mir favorisierte Art eingeschossen (Blattunterseite weiterhin etwas fraglich), Gratulation.
Zu den Blattnarben: ich beziehe mich auf die Abbildungen im Fitschen 12. Auflage bereits unter der Gattung (nicht vorn im Knospenschlüssel).
Falls jemand andere oder keine Bücher hat, hier hilft es die vermutete Art in Verbindung mit "leaf scar" zu googlen.
Ich habe das gerade noch mal nachkontrolliert, es scheint wirklich nur diese Art mit einer solchen Blattnarbe zu geben ("smiling").
Weiterhin habe ich eine Beschreibung der von mir angegenommenen Art gefunden, die eine extreme Variationsbreite (auch der Färbung der Blattunterseiten und der Behaarung von Zweigen und sogar der Knospenfarbe!) auflistet.
Verfasst: 22 Apr 2012, 14:43
von bee
Hallo,
Wolf und Karola haben die Art genannt, die ich meine, Gratulation.
Ich denke nicht, das es sich bei dem gesuchten Baum, um eine ... mit auffälligen Blüten handelt (Blumen...), Blüten bisher nie gesehen.
Die Himmelsrichtung des Ursprungslandes liegt ungefähr 180 Grad entgegengesetzt zum Ursprungsland der meisten Blumen...
Die Blattunterseite der gesuchten Art ist meist heller, was zum Trivialnamen führt.
Sucht man Gattung + Leaf scar ist man schon fast am Ziel.
Mehrere Beschreibungen des Baumes habe ich gefunden, in einer ist bemerkenswert, wie oft das Wörtchen "or" darin vorkommt.
In Auszügen, zum Blatt:
"Leaf upper surface green, glabrous. Leaf lower surface gray or green or white, glabrous or glabrate or pubescent, pilose..."
Verfasst: 22 Apr 2012, 19:49
von bee
Hallo,
jetzt kann ich Frank, Rolf und Stefan gratulieren.
Auflösung dann morgen, nicht vor 18 Uhr.
Verfasst: 23 Apr 2012, 19:39
von bee
Hallo Baumfreunde,
die Auflösung lautet
Fraxinus americana, Familie Oleaceae, amerikanische Weißesche.
Obwohl die Blattunterseiten hier nicht weiß oder deutlich heller sind als die Blattoberseiten, und ich die Wachsausscheidungen (marmorierte Struktur mit 20-facher Lupenvergrößerung) auch nicht gesehen habe, komme ich im Fitschen eindeutig zu diesem Ergebnis (bin die "anderen Wege" auch noch mal gegangen.)
Besonderes Kennzeichen sind die u-förmigen Blattnarben, die keine andere Esche so zu haben scheint. Ich hoffe, demnächst doch auch mal Blüten und Früchte aus der Nähe zu sehen.
Fundort: Wasserkraftwerk Birsfelden (bei Basel), auf der Insel.
Hier ausführliche Beschreibungen und Vergleichsbilder:
http://www.ibiblio.org/openkey/intkey/web/FRAM2.htm
http://www.ibiblio.org/openkey/intkey/i ... scar01.jpg
http://www.uwgb.edu/biodiversity/herbar ... ison01.htm
http://ohiodnr.com/Home/trees/WhiteAsh/ ... fault.aspx