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Verfasst: 03 Mai 2011, 20:33
von Karola
Hallo Bee,

das ist keine Vorpuppe, sondern schon die Puppe. Die sind so bunt.

Viele Grüße
Karola

Verfasst: 06 Mai 2011, 18:30
von bee
Hallo Karola,
danke - natürlich hast Du recht.
Da hätte ich besser noch mal die Bilder im Lepiforum vergleichen sollen - Bildbeschreibung wird verbessert.

Verfasst: 07 Jun 2011, 20:17
von bee
Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Liebe Baumfreunde,
wie ihr sicher schon gemerkt habe, durchkämme ich den Wald von oben bis unten :) und schaue, was sich da so finden lässt.

Erst mal eine Neuigkeit (oder auch keine Neuigkeit) vom Buchs.
Für den flüchtigen Betrachter sieht er immer noch "tot" aus, ist es aber größtenteils nicht. Die nicht entrindeten Pflanzen treiben spärlich oben aus, die größtenteils entrindeten treiben ganz ganz unten im Stammbereich aus.

Bisher hat die erste Raupengeneration auch noch keinen großen Schaden an den Neuaustrieben angerichtet (aber die zweite Generation kommt ja wohl noch, wenn nicht die ersten Raupen vor Hunger gestorben sind.)

Bis der Buchs aber wieder das typisch dichte Bild bieten wird (wenn das überhaupt möglich ist), da vergehen bestimmt Jahre bis Jahrzehnte.

Auffällig: viele Buchskeimlinge in sonnigen freien Lagen unter den alten kahlen Sträuchern. Das ist keine Wurzelbrut, sondern man sieht oft noch so ganz schmale Keimblätter.

Verfasst: 07 Jun 2011, 20:21
von bee
Und noch was für Blümchengucker:

an der sonnigen offenen Stelle neben dem Cotoneaster (bei Sorbus torminalis, den Quercus pubescens Hybriden, beim Immenblatt, das jetzt verblüht ist) fand ich den echten Gamander (Teucrium chamaedrys).

Verfasst: 07 Jun 2011, 20:28
von bee
Ganz anders der Wald oben auf der Höhe (nicht mehr Hanglage, flach und wohl vom Grundwasser durchzogen, wohl auch nicht mehr so kalkreich überall).

Dort habe ich zum ersten Mal wild in dieser Gegend Sambucus racemosa gesehen (einen einzigen), sonst gibt es hier nur Sambucus nigra (wohl wegen des Kalkgehalts des Bodens).
Und tatsächlich stehen am Wald/Feldrand an der Grenze zu Schweiz auch einige wilde Faulbäume (die mögen ja wohl auch keinen Kalk), die gerade jetzt blühen und auch schon fruchten.

Blümchen gab es auch, wenn auch nicht so viel zur Zeit, meine persönlichen "Erstfunde": Lysimachia nemorum und nummularia (Gilbweiderich), Wald-Sanikel (Sanicula europaea) und besonders schön: die Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)

In dieser Gegend befanden sich die Roteichen.
viewtopic.php?t=8747&highlight=rubra

Verfasst: 10 Jun 2011, 19:15
von bee
Hallo Baumfreunde,
diesmal geht es wieder in das feuchte Bachtal, das ich schon mal im März (als es in anderen Waldteilen noch so kahl und blütenarm war) wegen des damals teilweise schlammigen Geländes teilweise begangen hatte.

Hier wachsen u.a. die beiden Schachtelhalmarten, die ich jetzt mal gründlich dokumentiert habe.
Das sind zwar keine Bäume, aber der Riesenschachtelhalm kann ganz schön groß werden (1 m-1,50m). Als ich den zum ersten Mal gesehen habe, am gleichen Bach aber in einem Wohnviertel zwischen Garagenhöfen, da dachte ich: was sind das für komische strauchige Kiefern da hinten...

Ca. 2 Kilometer führt ein Weg eng am Bach entlang, teilweise durch Stege gesichert und mit vielen kleinen Brücken hin und her.
Da es im April und Mai so trocken war, war dieser Weg über Wochen gut begehbar. Auch der querliegende Baumstamm war zu Beginn der Ausflugs- und Wandersaison (1. Mai !!!) in Stücke geschnitten worden.
Am Ende gabelt sich der Weg und man sieht auf der rechten Seite die weltberühmten Niagara... äh, nee doch nicht, aber die lokal berühmten Ruschbachfälle.
Der Bach kommt aus größerer Höhe in mehreren Stufen ins Bachtal herunter.
Auch hier kann man etwas seitlich auf einem schmalen Pfad den Berg hinaufgehen (das ist aber recht steil – und meiner Meinung nach ist herauf- deutlich besser als herunter – und bei rutschigem Weg absolut nicht zu empfehlen.) Oben gelangt man dann auf diverse geschotterte Wanderwege.

Verfasst: 10 Jun 2011, 19:15
von bee
Der immergrüne Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale) war mir auch im März begegnet in großen Beständen. Im April konnte man dann die Fortpflanzungsorgane (Sporangienähren) sehen.
Jetzt Anfang Juni gibt es Neuaustriebe.

Verfasst: 10 Jun 2011, 19:17
von bee
Der Riesenschachtelhalm (Euisetum telmateia) treibt im April mit den bleichen fertilen Sprossen aus. Das war dieses Jahr auch ca. 14 Tage früher als sonst – habe ich verpasst, die Bilder sind aus den Vorjahren.
Im April treiben dann die sterilen Sprosse aus – und wachsen und wachsen.
Sie befinden sich meist direkt am Bach, aber dort, wo sie oft von Sonne beschienen werden. Die höchsten, die ich finden (bzw. nachmessen) konnte waren ca. 140 cm hoch.

Verfasst: 10 Jun 2011, 19:20
von bee
Und noch was für Blümchengucker:
diese Pflanze (auch am Bach) kannte ich bisher auch noch nicht (obwohl: 3 Tage später sah ich sie in einem Vorgarten...)
Aconitum lycoctonum (Wolf-Eisenhut)

Verfasst: 12 Jun 2011, 10:28
von Andreas75
Hallo!

Ich bin restlos begeistert von dieser detailverliebten und intensiven Flora- Doku, absolut toll und bitte weiter so :) !!!

Grüße, Andreas

Verfasst: 27 Jun 2011, 19:13
von bee
Hallo,
viel gibt es zur Zeit nicht zu sehen im Wald.
Das Bachtal war zur Zeit gesperrt, sie bauen noch weitere Brückchen.

Im Trockenwald:
Der Gamander ist auch schon fast verblüht. Der Cotoneaster hat das einzige Früchtchen verloren.
Das Immenblatt setzt bis auf wenige Ausnahmen auch keine Früchte an.
Die Lindenproblematik (Sommer-Winter-oder-Hybride) wollte ich anhand der schönen Zusammenstellung
viewtopic.php?t=8830
auch mal angehen. Ich dachte, ich hätte es einigermaßen ... aber bei Jungpflanzen finde ich es extrem schwierig.

Man kann Bilder von "Blattgallen" sammeln ... wenn man will.

Aber: es gibt Elsbeeren-Früchte

Verfasst: 04 Okt 2011, 19:52
von bee
Hallo,
vor ein paar Tagen bin ich noch mal bei der wilden Elsbeere im Wald (die einzige mir bekannte wilde Elsbeere, die geblüht und gefruchtet hatte) vorbeigekommen. Die Früchte sind entweder recht klein geblieben oder schon vor Trockenheit zusammengeschrumpft - leider sind keine greifbar.

Deshalb nochmal ein Bild von dem Parkbaum, den ich kenne. Dieser hängt voller Früchte, die teilweise schon herunterfallen.

Auffällig: es gibt relativ große hellere, aber noch harte Früchte (wahrscheinlich nur gekocht genießbar, wegen des adstringierenden Tannin-Gehalts) und dunkelbraun-rote breiige Früchte.

Diese weichen Früchte kann man so essen (sind überreif). Irgendwo in einem alten Baumbüchlein habe ich gelesen,das wäre erst nach dem ersten Frost so. Kann aber nicht der einzige Faktor sein, sonniges Septemberwetter macht das wohl auch.

Jedenfalls habe ich genascht - ziemlich lecker!
Aber schwer zu beschreiben - vielleicht wie leicht körniger Apfel-Birnenkompott, nur intensiver - mit einem Hauch von Stachelbeere und Marzipan.

Verfasst: 22 Okt 2011, 18:50
von bee
Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Hallo Baumfreunde,
noch ein spätsommerliches bis frühherbstliches Sammelsurium aus dem Wald von Grenzach-Wyhlen.

1:
Wie geht es denn dem Buxus?

Man könnte sagen: unverändert!
Die neuen Triebe sind von den diesjährigen Buchsbaumzünsler-Raupen - soweit ich das gesehen habe - nicht merklich geschädigt worden.
Das, was im Frühjahr/ Sommer grün war, ist auch jetzt noch grün. Ich habe zur Flugzeit der Falter nur ganz wenige gesehen.

2:
Juglans regia mitten im Wald

Hier in diesem Beitrag hatte ich mich noch über die Juglans-Jungpflanzen am Waldrand gewundert.
viewtopic.php?t=6102&highlight=juglans%20regia

Tatsächlich gibt es diese Jungpflanzen überall.
Aber auch richtig große, fruchtende Bäume findet man mitten im Wald (bevorzugt in sonniger Hanglage).
Juglans regia01 war mir an der Borke aufgefallen.
Was ist das denn ??
... keine Eiche ( die ist weniger hell) ... keine Esche (die hat feinere Struktur der Borke) ... keine Hainbuche (die hat breitere "Muster", aber meist glatter) ... keine Linde (da sind die Risse gerader) ... aber das Fernglas gab Aufschluss.
Jetzt habe ich den Baum nochmal aufgesucht. Überall lagen auch Nüsse unten, alle mit schwarzer Fruchthülle.
Also auch von der Walnuss-Fliege betroffen, siehe auch hier:
viewtopic.php?t=9179

Die meisten Nüsse sahen "fachgerecht" geöffnet aus, in eine war auch nur ein Loch genagt. Eichhörnchen am Werk, eines hat sich lauthals über meine Anwesenheit beschwert!

In einem anderen Bereich des Wald fand ich noch einen jüngeren Walnussbaum, wo die Rinde noch sehr hell und kaum aufgerissen war.

Verfasst: 22 Okt 2011, 18:56
von bee
3. Sorbus aria, großer fruchtender Waldbaum
Sorbus aria gibt es auch hier im Wald, bisher hatte ich aber nur in der Nähe des Standorts von Sorbus torminalis, Quercus pubescens Hybriden und Cotoneaster integerrimus einige jüngere noch nicht fruchtende Bäumchen entdeckt.

Aber mitten auf dem Waldpfad lagen jetzt sehr viele Früchte und Blätter.
Wo so viele Mehlbeeren herumliegen, kann der Baum nicht weit sein.
Ein Riese am Hang, deutlich über 10 m, vielleicht sogar 15 m hoch! Mit weit ausladenden Zweigen über den Weg.

Die Früchte sind innen leuchtend orange, haben zwei Kerne, sind sehr mehlig ("Mehlbeere") und "geschmacksneutral".
Die Rinde reißt erst im "hohen Alter" auf, hier war sie sehr rissig.
Ein jüngerer Baum zeigte die ersten Risse.

Verfasst: 22 Okt 2011, 19:09
von bee
4. Einige krautige Pflanzen

Am Aussichtspunkt (Standort des fruchtenden Sorbus torminalis, des Cotoneaster integerrimus und der Quercus pubescens-Hybriden) scheint ein besonderes Kleinklima zu herrschen.
Die Lage ist sonnig und offen und wird direkt von Felsen (Kalkstein) begrenzt.
Hier gab es nach einer Blütenpause im Sommer ab August bis Oktober doch noch einige nicht ganz so häufige Blumen zu sehen.

Z.B.
Aster amellus (Kalk-Aster),
Anthericum ramosum (Ästige Graslilie),
Bupleurum falcatum (Sichelblättriges Hasenohr),
Campanula rotundifolia (Rundblättrige Glockenblume)
und (nicht nur da, sondern an allen Waldwegen weit verbreitet auch noch im Oktober sichtbar)
Calamintha menthifolia (Wald-Bergminze, von GRIN u.a. zu Clinopodium gestellt) und auch viel
Vincetoxicum hirundinaria (Weiße Schwalbenwurz), hier mit reifen Früchten.

Was aber nicht heißt, dass es dort "naturschutzgebietgemäß" nur solche Raritäten (für mich zumindest) gibt - nein - nicht weit von diesem Standort findet man auch Buddleja davidii und ein paar Paulownia tomentosa -Jungpflanzen an Wegen und Lichtungen!