Im Wald von Grenzach-Wyhlen (Acer opalus, Buxus, Sorbus torm./aria u.a.)

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bee
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Beitrag von bee » 14 Apr 2014, 21:58

Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Hallo,
demnächst hier noch ein paar "Kuriositäten" :)

und

MISSION IMPOSSIBLE (?): Auf der Jagd nach Acer opalus, Part III
stelle ich am besten hier mit ein:

viewtopic.php?t=11857


Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:50

So, liebe Baumfreunde,
hier wollte ich auch etwas anfügen .... und daran habe ich heute am verregneten Karfreitag gebastelt.

im Winter wurden im Wald wieder viele Bäume gefällt, teilweise waren die Wanderwege in den Gebieten, die xy-Hau heißen (warum wohl?), gesperrt.
Lebensgefahr!
Lebensgefahr vor allem für die Bäume - ich weiß ja, ein Wald ist nicht nur für die Bäume und Tiere da und als Erholungsgebiet und für die gute Luft, sondern ein bisschen Profit darf auch sein.
Einmal an einem Samstag am gegenüberliegenden Hang:
---- säääääääg sääääääääääääääääääääääääääääg ----------------------------------------
Warnruf
----- STILLE ------------------------------------------------------------------------------------------
knister knister raschel raschel knack knack --------- rauuuuuuschhh---------------------- ZABUMMMMMMMM (+ lokales Erdbeben bis auf gegenüberliegenden Hang)
----- STILLE ------säääääääääääääääääg.......................................................................

Überall liegen jetzt die großen Stämme zur Abholung bereit.
Überwiegend sehe ich Buche gestapelt, aber auch Esche, Bergahorn, einen Stapel Robinie habe ich gesehen, dann natürlich Fichte (die soll "raus") und Lärche (die soll "rein"),

Ich las auch vor einiger Zeit etwas über die Erlöse aus dem Gemeindewald. Nur einen Artikel aus dem Jahr 2008 fand ich jetzt, vor allem die Daten über die Zusammensetzung des Waldes sind interessant, die Angaben beziehen sich natürlich auf die wirtschaftlich wichtigen Bäume:
http://www.suedkurier.de/region/hochrhe ... 96,3296477

Laubholz-/Nadelholzverhältnis von 90 zu 10/ Nadelholzanteil von 5 Prozent wird angestrebt (im Wald von Grenzach-Wyhlen)
Buche 51 Prozent
Esche 17 Prozent
Bergahorn 8 Prozent
Eiche 7 Prozent
Fichte 3 Prozent
Lärche 3 Prozent
Kiefern, Tannen, Douglasien jeweils 1-2 Prozent

Lt. Artikel s.o sollen die Buchen gefällt werden, bevor sie - besonders im Alter - den "Rotkern" entwickeln. Dieser Falschkern wird (wurde) als wertmindernd betrachtet, kommt aber gerade als Möbelholz in Mode.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernbuche
http://www.waldwissen.net/waldwirtschaf ... n/index_DE
http://ig-rotkern.de/wp-content/uploads ... eBuche.pdf

Jedenfalls weisen die gelagerten Buchenstämme keinen Falschkern auf. Zum ersten Mal vor zwei Wochen sah ich einen in kleine Stücke geschnittenen Stamm mit rötlichem Falschkern.
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Fagus sylvatica mit falschem Kern (Rotkernbuche)_04-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:51

Junge Lärchen wurden angepflanzt, ich berichtete auf Seite 6.
Sofern sie gedeihen, sind sie jetzt bis zu 70 cm hoch.
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Larix decidua_70cm_04-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:52

Buchen brauchen keine "Nachhilfe", überall sieht man wieder Keimlinge.
Dieser hier hat sich aber einen ungünstigen Ort ausgesucht: auf einer abgebrochenen Fichte!
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Buchenkeimling auf abgebrochener Fichte_04-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:52

Im Vorübergehen betrachtete ich oft Zweige vor Laubaustrieb. Ja was ist denn das???
Das ist geeignet für ein kleines Rätselchen: die jungen wilden ...
viewtopic.php?t=12501

Jetzt wird es tierisch:
im Januar sah ich diese seltsamen Erscheinungen an jungen Eiben, unweit der "Denkmalseiben" im Wald.
Tatsächlich sind es wieder Pflanzengallen, sog. "Artischockengallen", hervorgerufen durch die Eibengallmücke Taxomyia taxi.
http://www.wsl.ch/forest/wus/diag/index ... =185&MOD=1
http://www.pflanzengallen.de/gallen/bil ... us6opt.jpg
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Artischockengallen durch Eibengallmücke02_Taxomyia taxi _01-2014.jpg
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Artischockengallen durch Eibengallmücke01_Taxomyia taxi _01-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:53

Ein Tagpfauenauge ist eigentlich nichts Besonderes, das Besondere ist, dass er so lange sitzen blieb, bis ich fertig war mit der Fotosession.
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Inachis io_Tagpfauenauge_03-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:54

Dieser mir bisher unbekannte Käfer lief mir am Waldrand über den Weg, komischer schwarzer Laufkäfer, so matt, so gewölbt???
Nein, es ist der größte einheimische Blattkäfer, der Labkraut-Blattkäfer oder Tatzenkäfer, Timarcha tenebricosa.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tatzenk%C3%A4fer
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Timarcha tenebricosa_Tatzenkäfer (Labkraut-Blattkäfer)_03-2014.jpg
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Beitrag von bee » 18 Apr 2014, 21:59

Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Habt ihr schon mal einen Fuchs bellen gehört??
Aus der Nähe für etliche Schrecksekunden gut. Auf einem kleinen Pfad muss er (oder sie?) sich in wenigen Metern Entfernung bei toten Laubstämmen (vermodernd) am Hang (Höhle ?) befunden haben, dann hat das Tier sich - immer noch laut und lange bellend - entfernt.
Es klang wie ein großer Hund, aber rauer und nachhallender. Meine Tonaufnahme kann ich hier ja nicht einstellen. Später habe ich dann zum ersten Mal einen Fuchs im Wald gesehen (bis ich die Kamera parat hatte, war der im Gebüsch verschwunden), er kam mir unerwartet groß vor.

Sucht man nach "Fuchsbellen" im Web kommen recht unterschiedliche (teilweise höhere) Töne (eher "niedlich"), "mein" Fuchs war ungefähr so:
http://www.youtube.com/watch?v=65Q_ANEvGgg
http://www.waldjagd.de/Wave/fuchs.mp3

http://de.wikipedia.org/wiki/Rotfuchs

Kürzlich suchte ich Pinus strobus im Wald ("Grenzsteinweg" am "Wyhlengraben"), der zu Bettingen (CH) gehört. Die Zapfen hatte ich dort (Platz leider nicht genau gemerkt) mal gefunden, allerdings noch nicht die Bäume.
Aber an einer absterbenden (?) Waldkiefer (Borke großflächig stark aufgerissen mit Harzfluss) befand sich am Stammfuss ein Ameisenhügel.
Sofort denkt man "rote Waldameise", tatsächlich gibt es zwei Arten, die man schlecht (mit meinen Fotos jedenfalls nicht) unterscheiden kann (Anzahl der Haare an bestimmten Körperteilen).
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Waldameise
http://de.wikipedia.org/wiki/Kahlr%C3%B ... Waldameise

www.sprechzimmer.ch/include_php/preview ... le_id=9507

Jedenfalls habe ich das letzte Mal als Kind einen Ameisenhügel gesehen. Ich erinnerte mich an den Brauch, gefärbte Ostereier von den Ameisen "verzieren" zu lassen.
Mal recherchiert: tatsächlich ist ein früher üblicher Brauch, allerdings durch die Seltenheit der Ameisen jetzt wohl nicht mehr so geläufig.
UND: die Ameisen sind geschützt, rote Liste!
In Foren etc. wird davon abgeraten, Eier ins Nest zu legen - allerdings las ich an einer Stelle, dass die Försterin dies den Vorschulkindern zeigte. Eier (vorsichtig) AUF das Nest zu legen und (vorsichtig) wieder zu entfernen, schädige das Nest und die Ameisen nicht.
Allerdings ist das Säureverspritzen ja wohl eine Abwehrreaktionen und bedeutet Stress, auch kann man unbeabsichtigt durch "Herumtrampeln" doch den Nestaufbau stören. Man muss "es" also nicht machen, meine ich.

Schöne Ostertage!
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Waldameisen_Formica rufa oder polyctena_D_GW_04-2014.jpg
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Waldameisennest an absterbender Kiefer_04-2014.jpg
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Beitrag von bee » 30 Apr 2014, 22:16

Hallo Baumfreunde,
den "Leuengraben" (siehe Seite 7) habe ich nach Mai 2013 an einem sonnigen Apriltag nochmals "in Angriff" genommen.

http://rips-dienste.lubw.baden-wuerttem ... 9001000121
(dort auch Datenbogen herunterladbar mit Artenliste)
http://www.gruenguertel.ch/customimages ... chland.pdf

Dieses Mal herrschte vorher sehr trockenes Wetter, ich hoffte auf gegehbare Wege.
Zu Anfang sah auch alles sehr gut aus: der breite Weg, der im letzten Jahr durch schweres Holzfällergerät "umgegraben" war, sah gut passierbar aus.
Allerdings fand sich wieder keinerlei Hinweis auf ein Naturschutzgebiet oder auf einen markierten Wanderweg.
Das Tal wird immer enger, rechts und links Felsabhänge.
Bewuchs wieder überwiegend Bärlauch (Allium ursinum)und man sieht auch viel Hirschzunge (Asplenium scolopendrium), ansonsten habe ich im der Bärlauchmenge nur "gewöhnliche" Frühlingsblüher entdecken können.
Nach kurzer Wegstrecke wird der Weg zum schmalen Pfad, dann gibt es kein Fortkommen mehr, mehrfach versperren umgestürzte Bäume den Pfad:
nebenan vorbei? drüber? drunterher??? o.k beim zweiten Hindernis 180 Grad Wende!
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Beitrag von bee » 30 Apr 2014, 22:17

Auf dem Rückweg entdeckte ich noch eine große Anzahl von noch jüngeren Bergulmen (Ulmus glabra), sehr große Exemplare konnte ich nicht entdecken.
Ulmus laevis soll auch vorkommen.
Große Eschen waren noch fast kahl, hoffentlich nicht vom Eschentriebsterben betroffen.
In diesem Jahr in der Region ein deutlicher Vorsprung im Blattaustrieb/ Blüte (im Wald bei benachbarten Bäumen) von Eiche zu Esche!
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Beitrag von bee » 30 Apr 2014, 22:18

Dieser Weg, wie im Dokument s.o beschrieben, ist nicht mehr begehbar.
Dann werden Fauna und Flora auch nicht von neugierigen Wanderern gestört ...
Weil ich noch etwas Zeit hatte, bin ich wieder den Weg um den "Schlosskopf" herum gegangen, steil bergauf.
Man kommt an seltsamen Gestalten vorbei....
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Beitrag von bee » 30 Apr 2014, 22:25

Oben mündet er in einen Forstweg an einer Fichtenanpflanzung, folgt man dem Weg in östliche Richtung, gelangt man zum Wanderparkplatz "Hertenberg" (bei Abzweigung Rührbergweg/ Langackerweg) bei N47° 33.30937 E7° 42.9744.

Folgt man dem Rührbergweg talwärts in Richtung Rheinfelden/ Herten, da kommt man sehr sehr vielen wilden Pimpernuss-Sträuchern, Staphylea pinnata vorbei (DA SIND SIE ALSO!!), sowohl oberhalb als auch unterhalb des Hanges, auf der ganzen Wegstrecke bis in ganz nach unten. Fast ein bestandsbildender Aspekt.
Ob diese Art dort ursprünglich ist oder vor mehreren hundert Jahren in D angepflanzt wurde, wurde schon mal diskutiert.
Siehe auch dieses WER
viewtopic.php?t=8696&highlight=staphylea

Jedenfalls funktioniert die natürliche Vermehrung dort ausgezeichnet.
Meist handelt es sich um kleinere Büsche mit mehreren dünnen Stämmen, in sehr sonniger exponierter trockener Hanglage.


Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen
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Staphylea pinnata04.jpg
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Staphylea pinnata03.jpg
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Beitrag von bee » 11 Apr 2015, 19:22

Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Hallo Baum - und Waldfreunde,
viel Neues gibt es nicht - warum auch - aber es wird wieder grün im Wald.
In diesem Jahr ist alles deutlich später als in den Vorjahren, geschätzt mindestens 14 Tage.
Ach ja, Buchs: alles unverändert, teilweise blüht er jetzt.

Ostern, leider bei etwas grauem Wetter, bin ich nochmal bei der Anpflanzung der jungen Lärchen vorbeigekommen, jetzt wurden die "Baumschutz-Säulen" entfernt. Einige Exemplare sind jetzt ca. 150 cm hoch, aber sehr viele sind es nicht - ich schätze, der "Ausfall" beträgt ca. 50 Prozent. Ist das normal?

Dann am gleichen Tag habe ich am "Grenzsteinweg" wieder Zapfen von Pinus strobus gesehen (siehe Anfrage damals hier )
Diesmal habe ich die Zapfen "verfolgt" und einen einzigen Baum gefunden (auf dem Gebiet von Bettingen (CH)), sehr hoch, sehr gerade, in sehr lockerem Mischbewuchs mit Lärchen, Fichten (und Buchen natürlich).
Nicht weit davon befindet sich auch das einzige Nest von Waldameisen, das ich kenne. Noch vorhanden, aber die Tiere waren im "Schneckentempo" unterwegs, nur ganz vereinzelt (es war kalt an dem Tag, sogar ein paar Flocken flogen durch die Luft).

Dann war noch mal (an einem sonnigen Tag) am Anfang des Leuengrabens, an der Grenze zu Rheinfelden-Herten, weil das ist die beste Bärlauch-Ecke (feuchter Ahorn-Eschen-Schluchtwald mit natürlich: auch Buchen) die ich bisher kenne. Außerdem hatte ich gehofft, dass der Bärlauch noch nicht ganz so hoch ist, dass man vielleicht sogar PILZE sehen könnte, ev. etwas Morcheliges oder Anenomen-Becherlinge, aber da hatte ich kein Glück.
Der Bärlauch überwuchert alles - auch wenn es Pilze geben sollte (vielleicht noch ganz klein), man würde sie nur mit allergrößtem Zufall (und Blattwenden) entdecken.

Neben Sauerklee blühte dort auch in größerer Anzahl der Hohle Lerchensporn, Corydalis cava.
Auf einer Blüte war eine große Anzahl von kleinen schwarzen Käfern, die ich gar nicht bemerkt hatte, erst auf dem Foto - na ja, sehr deutlich sind sie auch nicht.

Abseits des Weges: ein idyllisches Fleckchen mit großen Kalksteinen und überwachsenen liegenden Baumstämmen dekoriert.
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Abseits des Weges.jpg
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Corydalis cava2_04-2015.jpg
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Corydalis cava_04-2015.jpg
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Pinus strobus_Krone_04-2015.jpg
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Pinus strobus_Rinde_04-2015.jpg
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Larix decidua_Jungbaum Austrieb_04-2015.jpg
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Larix decidua_Neuanpflanzung nach 2 Jahren_04-2015.jpg
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Spinnich
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Im Wald - braucht man bald eine Lupe?

Beitrag von Spinnich » 11 Apr 2015, 23:37

Hallo bee,

wegen des Holzeinschlages musst Du Dir keine Sorgen machen.
Laut letzter Bundeswaldinventur hat sich die Zahl der Bäume im deutschen Wald in wenigen Jahren sogar verzehnfacht.

Während es bei der letzten Bundeswaldinventur noch ca. 9 Millarden Bäume zu erfassen gab, wurden jetzt 90 Millarden Bäume gezählt!
Allerdings wird jetzt alles ab einer Höhe von beachtenswerten 20 cm als wertvolles Waldgehölz für zukünftige Holzplantagenwaldwirtschaft erfasst.
90 Milliarden Bäume?

Ich frage mich allerdings, ob die aktuell praktizierte Vorgehensweise der Forstwirtschaft, recht großräumig Areale von zig Quadratkilometern komplett wegen Verkehrssicherung abzusperren, obwohl - wenn man nachfragt - nur ein kleiner Zipfel gerade bewirtschaftet (eingeschlagen) wird, ob das nicht das verbriefte Recht der Allgemeinheit auf den freien Zugang zu unserer Natur, insbesondere zu unseren Wäldern (falls die nach der derzeitigen Art der Bewirtschaftung überhaupt noch begehbar sind) nicht konterkariert. Besonders ärgerlich ist es, wenn die beliebtesten Wanderwege in Biosphärenreservaten länger unpassierbar bleiben, oder Wanderparkplätze mit ausgewiesenen "Rollstuhlwanderwegen" mit Langholz zugeschüttet werden.

Gruß Spinnich :?
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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Beitrag von bee » 09 Jul 2016, 16:30

Inhaltsverzeichnis zum Wald in Grenzach-Wyhlen


Hallo, liebe Baumkundler,
hin und wieder bin ich natürlich im Wald, immer wieder gerne, nur unbekannte Aspekte von Gehölzen oder noch ganz "neue" Arten wollen sich da nicht so leicht auftreiben lassen :?

Eine Art, die es im Wald von Grenzach-Wyhlen aber geben sollte, habe ich erst in diesem Frühjahr bewusst gesehen, und zwar Daphne mezereum, den Echten Seidelbast.

Es handelt sich um einen relativ kleinen, ohne Blüten sehr unauffälligen Strauch. Ich wollte hier mit dem Bildereinstellen eigentlich abwarten, bis ich ein Bild von den reifen Früchten habe.
Allerdings kann ich die zwei Äste, die zu dem Strauch gehören im Moment nicht wiederfinden ... vielleicht ist er auch gar nicht sichtbar oder geschädigt .... denn bei den letzten Unwettern sind einige Äste von großen Buchen in dem Gebiet abgebrochen.

Bilder von Anfang April und Anfang Mai (Blüte und grüne Frucht), in diesem Jahr war alles etwas später, vermutlich auch die Blüte dieses Gehölzes.
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Daphne mezereum-c_05-2016.jpg
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Daphne mezereum-b_04-2016.jpg
Daphne mezereum-b_04-2016.jpg (220.29 KiB) 3198 mal betrachtet
Daphne mezereum-a_04-2016.jpg
Daphne mezereum-a_04-2016.jpg (226.13 KiB) 3198 mal betrachtet
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