Rotverfärbung an Bäumen ---> Trentepohlia aurea (Alge)
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Hallo Baumfreunde,
ich habe heute mal versucht diese orangeroten Algen zu fotographieren.
Eigentlich braucht man letztlich eine starke Lupe oder sogar ein Mikroskop.
Um aber mal einen Eindruck in diesem bisher bildarmen Thread zu geben eine kleine Ergänzung.
(mir ist leider nicht klar, um was für einen Baum es sich handelt - er steht in der Rheinaue, nahe am Wasser; die nächsten Knospen sind hoch oben; ich muß mal nach Laub schauen, wenn er austreibt)
Gruß, Stefan
ich habe heute mal versucht diese orangeroten Algen zu fotographieren.
Eigentlich braucht man letztlich eine starke Lupe oder sogar ein Mikroskop.
Um aber mal einen Eindruck in diesem bisher bildarmen Thread zu geben eine kleine Ergänzung.
(mir ist leider nicht klar, um was für einen Baum es sich handelt - er steht in der Rheinaue, nahe am Wasser; die nächsten Knospen sind hoch oben; ich muß mal nach Laub schauen, wenn er austreibt)
Gruß, Stefan
- Dateianhänge
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- Nahaufnahme, die Tiefenschärfe macht schon Schwierigkeiten
- DSC14202_640.jpg (202.09 KiB) 2341 mal betrachtet
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- DSC14200a_640.jpg (162.27 KiB) 2341 mal betrachtet
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)
https://baum-des-tages.blogspot.de/
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wolfachim_roland
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Hallo,
diese Rotverfärbung geht auf eine Alge zurück (Trentepohlia), die normalerweise zusammen mit Pilzen Flechten bildet. Tritt sie allein auf, hat man diese Verfärbung. Und da Flechten bevorzugt auf der Wetterseite der Bäume wachsen, so findet sich dort auch die Alge, also einseitig.
Siehe auch hier
diese Rotverfärbung geht auf eine Alge zurück (Trentepohlia), die normalerweise zusammen mit Pilzen Flechten bildet. Tritt sie allein auf, hat man diese Verfärbung. Und da Flechten bevorzugt auf der Wetterseite der Bäume wachsen, so findet sich dort auch die Alge, also einseitig.
Siehe auch hier
Viele Grüße, Wolfram
So, jetzt hab ich mal meine roten Bäume besucht:

Rinde:

Macroaufnahme mit Macrovorsatzlinse:

Und auch den Bibern scheints zu schmecken, lecker Baumstamm im Algenmantel:


Rinde:

Macroaufnahme mit Macrovorsatzlinse:

Und auch den Bibern scheints zu schmecken, lecker Baumstamm im Algenmantel:

Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -
Nein, nicht aus dem Rotehornpark, eine Streuobstwiese in der Kreuzhorst 
Weiter hinten stand noch ein Apfel, dessen Stamm so intensiv gefärbt war, wie ich es noch nie gesehen hab. Leider konnt ich grad von dem kein Foto machen, weil die Lichtverhältnisse ungenügend waren (direkt am Waldrand + Regenwetter). Hatt vielleicht was mit der Nähe zum Wasser zu tun. Ein alter Elbarm in etwa 20 m Entfernung zu den gezeigten Bäumen.
Weiter hinten stand noch ein Apfel, dessen Stamm so intensiv gefärbt war, wie ich es noch nie gesehen hab. Leider konnt ich grad von dem kein Foto machen, weil die Lichtverhältnisse ungenügend waren (direkt am Waldrand + Regenwetter). Hatt vielleicht was mit der Nähe zum Wasser zu tun. Ein alter Elbarm in etwa 20 m Entfernung zu den gezeigten Bäumen.
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -
Hallo Baumfreunde,
die Intensität der Rotfärbung, d.h. die Intensität des Algenbewuchses, hat sicher 'was mit Feuchtigkeit zu tun - Luftfeuchtigkeit in der Nähe von Gewässern, ...
Mein Eindruck ist aber auch, daß unmittelbar benachbarte Bäume verschiedener Arten unterschiedlich bewachsen sind. Ich stelle mir vor, daß die Struktur der Borkenoberfläche das Wachstum fördern oder behindern kann und daß vermutlich auch chemische Eigenschaften (pH-Werte, phenolische Verbindungen in der Borke, ..) Algen hemmen oder fördern können.
Vielleicht sind alte Äpfel besonders gute Wirte; mein Eindruck ist, daß z.B. oft Eschen, solange sie noch eine relativ glatte Borke habe, relativ intensiv von dieser Alge bewachsen sind.
Gruß, Stefan
die Intensität der Rotfärbung, d.h. die Intensität des Algenbewuchses, hat sicher 'was mit Feuchtigkeit zu tun - Luftfeuchtigkeit in der Nähe von Gewässern, ...
Mein Eindruck ist aber auch, daß unmittelbar benachbarte Bäume verschiedener Arten unterschiedlich bewachsen sind. Ich stelle mir vor, daß die Struktur der Borkenoberfläche das Wachstum fördern oder behindern kann und daß vermutlich auch chemische Eigenschaften (pH-Werte, phenolische Verbindungen in der Borke, ..) Algen hemmen oder fördern können.
Vielleicht sind alte Äpfel besonders gute Wirte; mein Eindruck ist, daß z.B. oft Eschen, solange sie noch eine relativ glatte Borke habe, relativ intensiv von dieser Alge bewachsen sind.
Gruß, Stefan
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campoverde
- Beiträge: 1185
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- Wohnort: Bremen
Hallo Wolfram,wolfram hat geschrieben:Hallo,
diese Rotverfärbung geht auf eine Alge zurück (Trentepohlia), die normalerweise zusammen mit Pilzen Flechten bildet.
wie ist das eigentlich, bildet sie dann immer mit derselben Pilzarte dieselbe Flechtenart oder mit verschiedenen Arten verschiedene Arten?
@Harztroll: tolle Bilder, besonders der Beweis, daß Biber zumindest nichts gegen diese Art von Sushi haben.
Algen und Pilze = Flechten. Ich glaube, daß die Algen mit verschiedenen Pilzen solche Lebensgemeinschaften eingehen können und umgekehrt. Das Ergebnis wäre dann aber ein eigener Flechtenhabitus/-art. Ich bin kein Flechtenspezi. Wenn die Alge keinen Pilz, oder passenden Pilz findet, dann ist sie als assimilierende Pflanze selbständig lebensfähig.
Warum fallen uns jetzt so viele rote Bäume auf? Ich nehme an, daß die Lebensbedingungen für die Pilze ungünstig sind oder geworden sind. Nicht umsonst gelten Flechten als hervorragende Bioindikatoren.
Trentepohlia ist ein häufiger Symbiont in Flechten oder siedelt als Landalge an Felsen (Je nach Art auf Kalk oder Urgestein) und Baumstämmen - in den Tropen auch auf ledrigen Blättern.
Warum fallen uns jetzt so viele rote Bäume auf? Ich nehme an, daß die Lebensbedingungen für die Pilze ungünstig sind oder geworden sind. Nicht umsonst gelten Flechten als hervorragende Bioindikatoren.
Trentepohlia ist ein häufiger Symbiont in Flechten oder siedelt als Landalge an Felsen (Je nach Art auf Kalk oder Urgestein) und Baumstämmen - in den Tropen auch auf ledrigen Blättern.
Viele Grüße, Wolfram
Mir ist die Verfärbung nie aufgefallen bzw. ich hab sie nie bewußt beachtet, erst als ich diese Bäume hier gesehen hab und später dann dieser Thread eröffnet wurde, hab ichs auch an anderen Bäumen bewußt wahrgenommen. Allerdings nirgens so sehr wie hier. Orte waren immer irgendwelche Flußtäler (Bodetal...) oder feuchte Wald(rand)bereiche (Straßenbäume), also Stellen, an die auch Licht kommt.
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -