Tradition um Bäume

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baumlaeufer
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Tradition um Bäume

Beitrag von baumlaeufer » 24 Okt 2008, 22:35

Gar nicht selten sind Bäume mit gewissen Gebräuchen und Traditionen verbunden. Ich möchte einige davon vorstellen: Muß ja nicht eine Gerichtslinde/-eiche mit der neuesten Rechtsausübung sein :wink:

in Buer/Hilgensele bei Melle/ Niedersachsen steht eine Linde, die sowohl als tausendhjährige wie auch als 400 Jahre alte- eher zutreffend - gehandelt wird. Seit dem 4 Jhdt trifft jedes Jahr am ersten Montag nach Jakobi ( 25. Juli ) die Gemeinde zu einer öffentlichen Gemeindeversammlung unter dem Baum bzw an dieser Stelle.

Grüße vom
Baumlaeufer- Wolfgang
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Tanzlinden

Beitrag von baumlaeufer » 27 Okt 2008, 23:14

in Limmersdorf bei Kulmbach steht Deutschland einzig betanzte Linde, die Ihrem Namen alle Ehre macht. Durchgeführt wird die „Limmersdorfer Lindenkirchweih“ alljährlich an den Tagen um Bartholomae (24. August) – falls dies ein Sonntag ist – oder dem Sonntag danach. Zum Kirchweihfest wird von einem Zimmermann ein Boden in der Linde gebaut, auf dem dann getanzt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzlinde
Baumlaeufer-Wolfgang
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grünfink
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Beitrag von grünfink » 02 Nov 2008, 17:24

Ich finde es toll dass Bäume heutzutage noch immer Menschen zusammenbringen. Solche Traditionen sollten auf jeden Fall gewahrt werden!

Sternenkind
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Beitrag von Sternenkind » 02 Nov 2008, 20:18

Hallo zusammen,
Ich habe vor 10 Monaten eine kleine Roteichen Eichel zum Gedenken an meinem Freund gepflanzt der mit 45 Jahren an einer schweren Krankheit verstorben ist - jetzt habe ich einen kleinen kräftigen Roteichensämling

Meine Nichte 11 pflegt das Bäumchen mit mir zusammen sie hat mir versprochen sie würde sich als folge Generation dereinst nach meinem eigenen Tod um den Baum kümmern - ein Baum überdauert ja locker eine Generation. Vielleicht habe ich so eine Familientradition ins Leben gerufen.

Gruß Sternenkind
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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer » 02 Nov 2008, 23:46

Ich bin Sternenkind recht dankbar für die nette Begebenheit mit dem Baum zum Gedenken an ihren Freund.
Sie lenkte dadurch meine Aufmerksamkeit auf das häufige Erscheinen von Thuja`s/ Lebensbäumen auf Friedhöfen- von Gelehrten des 18. Jahrhunderts auch «Arbor vitae» genannt.
Die Thuja -Schlank oder kegelförmig - erinnert an die frostempfindlichen Säulen-Zypressen des Mittelmeerraumes. Diese galten bereits den Menschen der Antike als Symbol für die Unterwelt und verbanden sich eng mit Tod und Trauer.
Die Thuja wächst langsam, manchmal kaum merklich und scheint sich menschlichen Maßen der Vergänglichkeit zu entziehen. Das macht sie zum idealen Symbol für Ewigkeit. Sie drückt Treue und Beständigkeit aus.
Deswegen ist sie auf Friedhöfen häufig anzutreffen- Foto vom Wiesbadener Nordfriedhof-.
Wolfgang
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Barbarazweige

Beitrag von baumlaeufer » 10 Dez 2008, 00:39

Baumfreunde,
wie Martin an anderer Stelle- und auch etwas zeitlich aktueller :o -eingestellt hat, gibt's die Tradition mit Kirsch- oder zumeist Obstbaumzweigen, die am 04.12 , dem Tag der heiligen Barbara, geschnitten werden und in temperierte Räume gebracht werden
viewtopic.php?t=4362.
Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und in der kalten und düsteren Winterzeit ein wenig Licht in die Wohnung bringen.
Nach altem Volksglauben bringt das Aufblühen Glück im kommenden Jahr.
Grüße von
Wolfgang
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Harztroll
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Beitrag von Harztroll » 10 Dez 2008, 08:18

Aus nicht weniger aktuellem Anlaß: der Adventskranz

Und in ein paar Tagen, der Weihnachtsbaum
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

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Der Weihnachtsbaum

Beitrag von baumlaeufer » 19 Dez 2008, 01:34

Baumfreunde,
Tradition zu Bäumen? :?
Da fällt einem doch als erstes was ein: Unser Weihnachtsbaum

Lucas Cranach d. Ältere malte schon 1509 einen geschmückten Weihnachtsbaum. Im Freiburger Weihnachtsspiel wurde erstmal 1599 das Schmücken desselben mit buntem Papier, Äpfel und Oblaten beschrieben. Damals schenkte man sich schon was! Exakt 200 Jahre später war in Nürnberg Sitte, zu Weihnachten eine Eiche mit Süßigkeiten, Äpfel und buntem Flitterwerk zu behängen ( Lametta gab erst deutlich später/ man schaue bei Wikipedia nach). E.T.A. Hoffmann ( 1776-1822 ) schildert in seinem Buch „ Nussknacker und Mausekönig“ , wie wir uns den W-baum in einer Bürgerfamilie vorzustellen haben, mit Kerzen Schmuck etc. Bis Anfang 20 Jhdt war die Ausschmückung noch ganz in Weiß, ab dann wurde es bunt
Angeblich soll der Kauf eines Weihnachtsbaumes zur Waldpflege beitragen- Kosmos Wald und Forst Lexikon.

Wünschte ich mir doch mehr Gehalt an dieser Aussage, habe ich doch schon Anfang Oktober Hunderte von Fichten in bester Zimmergröße ( wer will die schon haben :cry: ) im Rahmen einer organisierten Pflegemaßnahme des Bergwaldprojektes im Freiburger Stadtwald aus den Flächen mit mehr wünschenswertem Laubbaumbestand entfernt

Schöne Festtage wünscht
Baumlaeufer-Wolfgang
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Eva-Maria
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Beitrag von Eva-Maria » 19 Dez 2008, 09:54

Jedes Jahr zum 1. Advent findet im Dorf der traditionelle Weihnachtsmarkt rings um die Kirche statt.
Der Erlös fliest dem (Dorf)-Krankenhaus zu.
Altem Volksglauben zufolge, weist der erleuchtete Christbaum den Menschen den Weg in die Kirche.
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Sebastianii
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Beitrag von Sebastianii » 19 Dez 2008, 10:44

Kürzlich hat mir ein Kollege erzählt, dass es hier in Neuseeland Brauch ist, wenn man ein Kind gebohren hat, auf, bzw über der vergrabenen Plazenta einen Baum zu pflanzen. :shock: Und er und seine Frau hatten dafür, weil ein Umzug geplant war, das Dingen 2 Jahre im Kühlfach liegen. :shock: :shock:

PS: Dann fällt mir spontan noch der Maibaum und dieser "Nächtliche-Liebesbekundungs-Baum" ein.

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Placenta Baum

Beitrag von baumlaeufer » 19 Dez 2008, 21:43

Hallo Sebastianii,
den Brauch, für den Nachwuchs einen Baum zu pflanzen, gibts hier auch in einigen Varianten. Wir können ja noch mal darauf eingehen.
Den neuseeländischen Brauch hat meine Frau, als ich den Kopf etwas verdrehte im Berichten darüber, auch bestätigt.
Wolfgang
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Beitrag von Sebastianii » 19 Dez 2008, 22:02

Ach ja, da fällt mir noch der Hochzeitswald ein - wo man als frisch vermähltes Brautpaar einen Baum rein pflanzt.

biloba
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Beitrag von biloba » 20 Dez 2008, 00:12

Sebastianii hat geschrieben:Kürzlich hat mir ein Kollege erzählt, dass es hier in Neuseeland Brauch ist, wenn man ein Kind gebohren hat, auf, bzw über der vergrabenen Plazenta einen Baum zu pflanzen. :shock:
Die vergraben das Zeug?

Und woraus werden in Neuseeland Anti-Baby-Pillen produziert? Kennen die etwa ein Verfahren, die Hormone synthetisch herzustellen?

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Beitrag von Sebastianii » 20 Dez 2008, 02:13

(Ich nehme mal an das die "Kiwis" ihre Pillen beim Rest der Welt für Wolle und Obst eintauschen.)

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Beitrag von baumlaeufer » 01 Feb 2009, 01:27

Sebastianii hat geschrieben:Ach ja, da fällt mir noch der Hochzeitswald ein - wo man als frisch vermähltes Brautpaar einen Baum rein pflanzt.
ja der Hochzeitswald fällt mir auch gerade ein... wo doch unsere Gemeinde heute in der Presse ankündigen läßt, daß die Interessenten für die frühjahrliche Baumpflanzaktion sich ihren Baum reservieren können. Wenn der ganzen Wald mal angereichert sein wird mit Bäumen, soll es sozusagen ein Eichen-Hainbuchenwald sein:
http://www.muenster.de/stadt/umwelt/hochzeitswald.html

Zumindest um 1690 gab es den Brauch in der heute niedersächischen Gemeinde Bederkesa schon, da mußte ein Brautpaar vor der Trauung dem Pfarrer nachweisen, 20 Buchen oder Eichen gepflanzt zu haben.
Nicht nur Brautpaare , auch Jubilare mit 60. stem Hochzeitstag erschienen zu letzten Pflanzaktion im Herbst 2008- siehe Foto zwei-.
Grüße vom
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