Brauchen die Zapfen der cedrus atlantica wirklich 2 - 3 Jahre bis zur Reife ?

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eber-wolf
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Brauchen die Zapfen der cedrus atlantica wirklich 2 - 3 Jahre bis zur Reife ?

Beitrag von eber-wolf »

Hallo,

ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Zedern. Besonders interessiert mich die Fortpflanzung durch Aussaat der blauen Atlaszeder.
Momentan bilden sich bei uns in der Gegend Heilbronn an vielen mir bekannten cedrus atlantica Zapfen. Ist es richtig, wie ich schon mehrmals gelesen habe, dass diese Zapfen 2 bis 3 Jahre brauchen bis sie ausgereift sind ? - was immer das auch heißen soll.
Soweit mir weiter bekannt ist zerfallen, diese Zapfen am Baum, ähnlich den Tannenzapfen.
Wann soll man nun diese Zapfen ernten und wie sollte man sie lagern bis man sie einsäen kann?
Eine Hilfestellung würde mich sehr glücklich machen.

Gruß

eber-wolf

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Ausgereift sein bedeutet, daß die Zapfen und damit die Samen halt fertig entwickelt, also reif sind.

Was deine letzte Frage betrifft, so bringt es meines Erachtens nicht viel, den ganzen Zapfen zu ernten (lasse mich aber gern belehren), denn ich erntete einst einen, der sich an den unteren Schuppen bereits zu öffnen begann, so daß ich dachte, den ähnlich wie einen Pinienzapfen auf die Heizung legen zu können, um der Dinge zu harren, die da kommen.
Leider irrte ich mich, der Zapfen öffnete sich kein Stück weiter, und nachdem ich mühsam (und erfolglos) versucht hatte, die einzelnen Schuppen manuell zu entfernen, um an die vorhandenen Samen (die Samenflügel zeigten es) zu kommen, dabei aber scheiterte, bin ich so schlau wie zuvor, so daß ich mich deiner Frage anschließe (in meiner Nähe sind auch gerade drei Zapfen so gut wie fertig)!

Grüße, Andreas

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Andreas, eber-wolf,
ich habe keine Erfahrung mit Zedern-Zapfen, die ich Euch mitteilen könnte. Von der Beobachtung weiß ich aber auch, daß die Zapfen mehrere Jahre brauchen um zu reifen (braun zu werden und sich zu öffnen).
Es könnte eine "Vermehrungsstrategie" der Zeder zu sein, auch noch das Öffnen des Zapfens über längere Zeit (Monate? Jahre?) zu verzögern, um bei schlechten aber wechselnden Keimungsbedingungen Reserven zu haben (so wie es Samen gibt, die erst nach Feuer keimen können). Diesen Effekt erreicht die Zeder möglicherweise dadurch, daß sich die Zapfenschuppen nur sehr verzögert öffnen.
Falls Eure Zapfen in erreichbarer Höhe liegen (und aus eigentumsrechtlicher Sicht in Eurem Zugriff :wink: ) habe ich nur die Anregung: packt mal einen Zapfen in eine kleine Plastiktüte und wartet ab. Im Laufe von Tagen / Wochen / Monaten sollte sich doch mal die eine oder andere Zapfenschuppte öffnen und ein Same herausfallen.
Gruß, Stefan
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Falls Eure Zapfen in erreichbarer Höhe liegen (und aus eigentumsrechtlicher Sicht in Eurem Zugriff Wink
Naturamente, Stefan, nur in einem solchen Falle :mrgreen: ! Das sind in meinem Fall zwei recht junge Bäume, die den offenen Eingangsbereich eines Bürohauses säumen. Da dürfte keiner was dagegen haben =)!

Grüße, Andreas

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stefan
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Beitrag von stefan »

Kiefer hat geschrieben: ... die den offenen Eingangsbereich eines Bürohauses säumen. Da dürfte keiner was dagegen haben ...
so ähnlich habe ich mir das schon vorgestellt :wink: - da hilft dann nur: täglich vorbeigehen und schütteln.
Gruß, Stefan
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eber-wolf
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Beitrag von eber-wolf »

Hallo Andreas, Hallo Stefan,

Ihr meint also, wenn der Zapfen baun wird oder ist, ist er reif und die Samen sind vollständig entwickelt so dass man den Zapfen "ernten kann". Aber das sind wahrscheinlich nur gefühlsmäßige Hyothesen ?
Ich weiß nur , wenn man den Zapfen am Baum lässt, dass der, indem er seine Samen abgibt, sich langsam auflöst.
Wann und unter welchen Bedingungen das der Fall ist und ob das auch nach einer "Zapfenernte" geschieht - das sei dahingestellt.

Im " Handbuch der Pflanzenvermehrung" von Wolfgang Kawollek steht z.B. über die Saatvermehrung der Zeder (sinngemäß) : Die Zapfen brauchen bis zur Reife 3 Jahre, die bei uns geernteten Samen würden keine große Keimfähigkeit haben ( sie seien trotzdem wertvoll, da sie von Bäumen stammen, die unseren Wintern standhielten ), die Zapfenernte soll im März/April sein und die Aussaat Anfang Mai, die Zapfen möge man vor der Aussaat 48 Stunden in warmes Wasser legen, damit sie aufweichen und sich auseinanderbrechen lassen, nach dem Abtrochnen kann angeblich ausgesät werden - -- !!??

Gut man findet auch im Internet einiges; aber das meiste ist meines Erachtens unbrauchbar. Auch die Ratschläge von Samenhändlern kann man weitgehend vergessen.

Ich bin zur Zeit gerade dabei die Saat-Empfehlungen eines Dipl. Forstwirts Karl Fuchs ( gefunden bei www.network-mainhattan.de ) unter "arc de cedre e.v. " nachzuvollziehen, die sehr glaubhaft klingen.

Liebe Grüße

Eberhard ( eber-wolf )

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Eberhard,

das Dilemma ist doch, dass die Samen "reif" sind, wenn sie sich gerade vom Baum verabschieden. Pflückt man den Zapfen vorher und bricht ihn auf, ist es sehr fraglich, ob die Samen zum Keimen zu bringen sind. Richtig?

Also deshalb mal folgendes ausprobieren. Bastle aus einem engmaschigen, licht- und luftdurchlässigen Stoff (z. B. Gaze) einen Beutel, den Du über den Zapfen bindest. Sind die Samen reif, können sie so nicht wegfliegen, sondern landen im Beutel.

Gruß Frank

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo,

zunächst: Was Karl Fuchs schreibt, kann man absolut glauben. Er war ein sehr erfahrener Dendrologe. Von ihm hatte ich alle Mammutbäume, die ich in den 60-igern und 70-igern in der Pfalz, in Baden-Würtemberg und in Hessen verteilt habe.


Zu den Zedern: Ich habe schon viele Zapfen in allen Größen von den Bäumen gepflückt. Sie blieben zusammen , hart und geschlossen.
Bei Samenreife lösen sich die Zapfenschuppen von der Spindel und fallen mit den Samen zu Boden. Ich habe seinerzeit im Schlosspark in Kronberg von den über 100-jährigen Zedern die Samen vom Boden aufgelesen und sie keimten problemlos. Nach meiner Erfahrung heißt es einfach warten und ab und zu den Baum besuchen.

Übrigens: Ältere Bäume produzieren Samen mit höheren Keimraten ebenso Zapfen aus dem oberen Kronenbereich als aus dem unteren.

Viel Spaß und viel Erfolg

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

eber-wolf
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Beitrag von eber-wolf »

Hallo Wolfgang,

was Du schreibst klingt gut, einfach und vernünftig. Werde ich ausprobieren.

Die Website, die ich weiteroben angegegen habe, und in der Dipl. Forstwirt Karl Fuchs mitwirkte, war nicht ganz richtig. Es ist die Website eines Vereins der sich um die Erhaltung und Vermehrung der Zedern einsetzt und ist wie folgt:

www.arcdecedre.de

Gruß

Eberhard

Teo
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Registriert: 27 Jan 2009, 15:50

Re: Brauchen die Zapfen der cedrus atlantica wirklich 2 - 3 Jahre bis zur Reife ?

Beitrag von Teo »

Hallo zusammen,

ich würde gerne dieses Thema nach Jahre wiederbeleben. Gibt es eventuell neue Erfahrungen?

Konnte vor 2 Jahren etliche Samen unter einer stattlichen C. deodara in Meran anfang Oktober sammeln. Zapfen waren zerfallen am Boden. Keimquote nahezu 100 %.

Bin eben wieder in Meran. Leider sind die Zapfen der zahlreichen Zedern hier dieses Jahr noch nicht voll ausgereift und zerfallen. Ich konnte nur 4 Zapfen von C. deodara vom Baum pflücken.

Anbei ein paar Fotos. Meint ihr hieraus können reife Samen gewonnen werden. Von der Größe her sind die Zapfen ausgewachsen.

Beste Grüße
Teo
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fockea
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Re: Brauchen die Zapfen der cedrus atlantica wirklich 2 - 3 Jahre bis zur Reife ?

Beitrag von fockea »

Ich habe gelernt an Cedrus atl. libani ( die mit den grünen kurzen Nadeln) dass nur die vollentwickelten Samen nach dem Öffnen der Zapfen keimen. Dann aber sehr viele.
Mit unreifen Samen aus solchen Zapfen ( Foto oben) hatte ich keinen Erfolg.

Teo
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Re: Brauchen die Zapfen der cedrus atlantica wirklich 2 - 3 Jahre bis zur Reife ?

Beitrag von Teo »

Danke für die Info. Ich habe vorort mit einem Einheimischen gesprochen der meinte, dass die Zedernzapfen (C. deodara) innerhalb eines Jahres gebildet werden, ausreifen und zerfallen. Von daher versuch ich meine gesammelten Zapfen nach- bzw. ausreifen zu lassen. Bei langsamer Trocknung zerfallen sie danach und man kommt an die Samen.

Ich war heute mal wieder im Ökologische Botanischen Garten in Bayreuth. Die zahlreichen C.libani spp. stenocoma aus Höhenlagen des Taurus-Gebirges dort haben über den Sommer viele Zapfen ausgereift. An dem ein und dem selben Baum sieht man jedoh auch frisch grüne Zapfen was wiederum darauf schließen lässt, dass Zedernzapfen mehrere Jahre am Baum sind.

Anbei ein paar Handy-Fotos in denen man bei genauren Hinsehen die unterschiedlichsten Stadien der Zapfen erkennen kann.

Beste Grüße
Teo
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