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Pinus

Verfasst: 20 Mai 2008, 13:57
von tormi
Hallo,

eine kleine Zwischenfrage:
Von welcher Kiefer stammt dieser Zapfenknäuel (insg. 36). Wie entsteht so was?

Verfasst: 20 Mai 2008, 14:24
von wolfram
Hallo tormi,
ebenso wie bei den Angiospermen können auch bei Gymnospermen solche Mißbildungen entstehen. Ich denke die Ursache könnte gleich oder ähnlich sein: irgendein vermaledeites Vieh hat da hineingepiekt oder ein Mikroorganismus hat sich da vermehrt. Man müßte das mal vorsichtig aufschneiden.

Gruß
Wolfram

Verfasst: 20 Mai 2008, 14:46
von stefan
Hallo Nalis,
morphologisch betrachtet sitzt bei Gymnospermen unter jeder Schuppe eines Zapfens ein Same, der aus einer nackten Samenanlage ("Blüte") hervorgangen ist; der gesamte Zapfen ist also aus einem Blütenstand hervorgegangen.
Bei Deinem Zapfen sitzt an der Stelle einer einzelnen Samenanlage bzw. eines einzelnen Samens wiederum ein kleiner Zapfen.
D.h. die Pflanze hatte einen verzweigten Blütenstand entwickelt, an der Stelle der einzelnen Samenanlage hatte wiederum ein (kleiner) Blütenstand gesessen. Aus jedem dieser kleinen Blütenstände ist ein einzelner kleiner Zapfen hervorgegangen.
Auslöser (s. Wolfram): Mutation, Krankheitserreger, ... - was auch immer Wachstumsstörungen auslösen kann.
Gruß, Stefan

Kiefernzapfen

Verfasst: 21 Mai 2008, 01:08
von baumlaeufer
Hallo Nalis
zeig das Bild bloß keinem Floristen.... :lol:
Baumlaeufer-Wolfgang

Verfasst: 21 Mai 2008, 20:46
von tormi
Danke euch beiden, ich kannte das Phänomen aber schon vorher, gefunden unter dem Namen 'Zapfensucht' in einer älteren Ausgabe der MDDG.
Damals wurde es wie folgt beschrieben:

..bei dieser Missbildung stehen die weiblichen Blüten an der Stelle der männlichen. Diese Angabe trifft aber nicht das eigentliche Wesen des Phänomens. Dieses besteht in einer abnormen Anlage, bei der die sekundären Gene der Zahl und Insertion, durch die sich die beiden Geschlechter unterscheiden, miteinander verwechselt sind. Die weiblichen Blüten sitzen in grosser Zahl am Grunde der Langtriebe, die männlichen in geringer Zahl an der Spitze der vorjährigen Langtriebe. Biologisch ist diese Verteilung sinnlos. Die zahllosen Zapfen hemmen einander in der Entwicklung, die spärlichen Staubblätter liefern wenig Blütenstaub. (...)

@ Wolfgang, es wurde versucht aus den Samen solcher Zapfen Bäume mit diesen Merkmalen heranzuzüchten (ob für die Floristik, glaube ich nicht), die Versuche blieben aber erfolglos. Die Zapfen die ich gefunden habe hingen in 5-6m höhe in einer Pinus nigra. Floristen schneiden alles was in Augenhöhe ist, deshalb also keine Gefahr. :wink: