Der Gewürzpflanzenthread

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Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Also Nieten hatte ich da auch schon. Bei mehreren Versuchen mit roten Sorten war immer schnell Schicht im Schacht oder noch ärgerlicher haben bis Januar/Februar herum gemickert bevor sie im März abgenippelt sind.
Bei einigen Arten kann man Glück haben und bringt sie durch den Winter (möglichst heller Stand), aber im Frühjahr werden sie von trockener Luft und aufstechender Sonne meist gekillt. Dazu kommen Schädlinge wie weiße Fliege, deren (chemische) Bekämpfiung meist sehr schlecht vertragen wird. Auch mit Dickmaulrüsslern hatte ich schon Ärger.

Mein Tipp wäre
Ocimum selloi, die verträgt auch mal Pflegefehler und ist wirklich robust. Nicht sehr Wärme bedürftig, viel oder wenig Licht (bei kühler Überwinterung: Kellerfenster,Treppenhaus)
Auch 'African Blue' ist recht robust und !muss! überwintert werden, da es keine fruchtbaren Samen der Hybride gibt. Die Blüten dieser Hybride sticht fast alle anderen Basilikum Sorten aus. Mehrjährig im Garten oder Kübel bildet sie beeindruckend große Büsche und ist für Bienen etc. eine extreme Verlockung.
Bei älteren Pflanzen die rechtzeitig aus dem Garten zurück in Töpfe überführt werden, ist auch hier eine kühlere hellere Überwinterung am besten.
Leider waren aber letztes Jahr alle 2-3 Jahre alten Pflanzen bei spontanem Frost gekillt. Zum Glück hatte ich noch zuvor Stecklinge geschnitten und in einem kleinen Aquarium bewurzelt. Dito von meinem Strauchbasilikum (Mitbringsel aus Rhodos).
Ich hatte die Pflanzen mäßig hell und mäßig warm überwintert (Westfenster), sparsam gegossen und so gerade eben durch gebracht.
Jetzt ist es schon wieder einfach aus ein paar agileren Triebspitzen schnell frische vitale Jungpflanzen nachzuziehen.
Bei den meisten Arten von mehrjährigem Strauchbasilikum ist es wohl leichter möglichst noch jüngere unverholzte Pflanzen, die man im Herbst ziehen muss, durch den Winter zu bringen.
Die Bewurzelung von vitalen Basilikum-Trieben mit warmem Wasser direkt unter einer Beleuchtung dauert oft nur wenige Tage max. 1 Woche, ähnlich bei schwarzäugiger Susanne und Fuchsien, etwas länger z.b. bei Passionsblumen und noch länger bei Oleander.
Im Extremfall hatte ich im Urlaub einen Basilikumtrieb im Plasik-Zahnputzbecher auf der hellen Fensterbank im Hotel in 2 Tagen bewurzelt!

LG Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
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Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Spinnich,

Also das Basilikum "African Blue" sieht ja wirklich sehr schick aus. Allerdings ist es ein Kampferbasilikum und enthält daher extreme Mengen des Stoffes Campher, der gesundheitlich nicht unbedenklich sein soll. Wie sind da deine Erfahrungen?

LG Chelterrar

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist es sehr wohl als Gewürz (für mich unbedenklich) einsetzbar und hat ein angenehmes und kräftiges Aroma.
Man verwendet ja nur sehr kleine Mengen bei solchen Gewürzen, da sollte es eher keine Probleme geben.
Dass diese Pflanze neben dem ohnehin schon attraktiven Laub auch außergewöhnlich blühfreudig sich bis zum Frost ständig mit reichlich schicken Blüten schmückt, ist sie natürlich unheimlich attraktiv und die Insekten lieben diese Nektarquelle.

Die Vermehrung über geschnittene Triebe ist fast das ganze Jahr (außer im Winter) sehr einfach und gelingt fast immer.
Im Garten erzielt man (bei 2-Jährigen Pflanzen) recht große Büsche. Überwinterung ist relativ gut möglich, solange man die Pflanzen auf einer Fensterbank oder ähnlich genügend hell unterbringt, natürlich wäre ein Wintergarten oder frostfreies Gewächshaus optimal.

Leider eben nicht durch Aussaat zu vermehren.
Habe heute erst wieder einen frisch bewurzelten Trieb eingepflanzt (Wurzelgeflecht ca. 10 cm lang nach etwa 5 Tagen).

LG Spinnich :mrgreen:
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Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Schon seit ein paar Tagen fällt er durch die gelben Blüten auf. Der Ewige Kohl blüht :( .

Mir wurde dereinst von Rühlemanns gesagt, von wo ich ihn herhatte, dass er nie blühen würde. Tja, die Erfahrung entkräftet so viele Weisheiten, doch frage ich mich, wird der ewige Kohl durch die Blüte seine Ewigkeit verlieren?
Sollte ich die Blüte abschneiden?

LG Chelterrar
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Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Deine Frage kann ich zwar nicht beantworten, bei mir ist er nach ein paar Jahren leider ganz ohne zu Blühen verschwunden.
Ich hatte eine recht dekorative panaschierte Sorte.
Mein Meerkohl hat zwar auch noch nicht geblüht, bin aber sicher, dass der nach der Blüte nicht abstirbt, sondern zumindest über seine langen Wurzelausläufer weiterwächst.

Im Übrigen sollte es ja einfach sein, die Pflanze über gut ausgereiftes Saatgut wieder zu erwecken.

LG Spinnich :roll:
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AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Spinnich hat geschrieben:
09 Mai 2020, 00:18


Im Übrigen sollte es ja einfach sein, die Pflanze über gut ausgereiftes Saatgut wieder zu erwecken.

LG Spinnich :roll:
Da muss man aber selber Bienchen spielen und die Blüten vorsichtshalber vor Insekten schützen. Gerade bei den Brassicaceae gibt viele wild wachsende Arten mit Hybridisierungspotential.

Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Ne, aussäen ist denke ich keine Gute Idee. Aber vielleicht stirbt, wenn überhaupt, ja nur ein Teil der Pflanze ab und der andere bleibt erhalten. Das wäre zumindest das, was ich hoffe. Ich lasse die Blüte erstmal stehen, sieht nämlich ganz nett aus und ich will wissen, ob er es überlebt.

LG Chelterrar

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Diese Art Kohlpflanzen lassen sich ja durchaus auch über geschnittene Triebe (an der Basis) leicht bewurzeln und so erhalten bzw. verjüngen und vermehren.

Nutzt Du denn die Pflanze wenigstens für deinen Speiseplan (als Schnittkohl)?

LG Spinnich :?:
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Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Spinnich,

Meine Idee bei dem Kohl war erstmal, ihn so kräftig werden zu lassen, dass er eine Ernte überlebt. Letztes Jahr konnte ich kaum ernten, da ihn Kohlweißlinge fast kahl fraßen. Aber vielleicht ist das ja der Grund, warum er die Blüte schob, weil ich ihn nicht regelmäßig geerntet habe. Vielleicht bleibt der Ewige Kohl nur dann ewig, wenn die Bedingung der ewigen Ernte erfüllt wird.

LG Chelterrar

Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

So langsam kommen die Gewürzpflanzen richtig in Fahrt. Gerade die Chilis öffnen jetzt immer mehr Blüten.
Demnächst zeig ich mal ein Gesamtbild.

LG Chelterrar
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Das Australische Zitronenblatt in voller Blüte
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Pimiento de Padron Frucht
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AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Ich hatte letztes Jahr ein paar Physalis Pflanzen ausgesät. Da sind auch ein paar Früchte zum Ernten dran gewesen, wenn auch nicht viele.
Im Winter habe ich versucht, die Pflanzen im Topf in einem ungeheizten Zimmer durchzubringen, aber ab Ende Februar sind sie nach und nach alle eingegangen. Ich dachte schon, das war's, aber denkste. Jetzt erscheinen überall neue Pflänzchen. Ich weiß nicht einmal, ob die aus überdauernden Samen stammen oder ob das Austrieb von überlebenden Altpflanzen ist.
DSCN2898.JPG
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Leider bereits etwas spät im Jahr für eine reiche Ernte.

Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Andreas,

Also meine Physalis aus Samen sehen genauso aus und sind auch in etwa so groß. Und die Ernte wird bestimmt groß, wenn es ein Sommer wie 2018 wird...

LG Chelterrar

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Bei mir sind heuer auch Physalis genauer - Tomatillo (Physalis philadelphica Lam., Syn.: Physalis ixocarpa) am Start.
Werden überall in Lateinamerika, aber auch in Russland angebaut.
Verschiedenste Verwendungen und Sorten, auch zum Braten u. Grillen geeignet.

LG Spinnich :P
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AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Chelterrar hat geschrieben:
24 Mai 2020, 19:21

Also meine Physalis aus Samen sehen genauso aus und sind auch in etwa so groß. Und die Ernte wird bestimmt groß, wenn es ein Sommer wie 2018 wird...
Wenn man ältere Pflanzen hat, die nicht erst wachsen müssen, kann man eher ernten, denn die blühen viel früher. So wird das frühestens im August was.
Bei mir steht auch noch eine Tomate, die sich selbst ausgesät hat. Die hat sogar leichten Nachtfrost überlebt und blüht demnächst bei 20 cm Größe. :mrgreen: Ich sollte mal Unkraut jäten.

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Tomaten gehen bei mir immer zahlreich in den verschiedensten Gartenbeeten auf, wo ich Kompost verteilt habe, bisher wegen der Kälteeinbrüche allerdings zunächst nur im Gewächshäuschen.
Meistens rupfe ich die dann alle raus. Ich habe ja schon 9 Tomaten ins Gewächshaus und 27 auf ein Beet gepflanzt. Nur wo die absolut nicht stören (z.B. Kürbisbeet), habe ich dann schon mal eine Pflanze stehen lassen.
Von so einer Wildpflanze hatte ich Saatgut in mein Repertoire übernommen. Eine recht robuste auch für herbstliches Wetter noch gut ausdauernde kleine bis mittelgroße Eiertomate war da aufgegangen.
Im letzten Jahr dank frühzeitiger Aussaat haben sich die Eigenschaften bestätigt.
Ich habe zwar auch noch aromatischere Sorten (wie RAF), aber für einen Salat eine Platte mit Mozarella oder Schmorgemüse durchaus nicht zu verachten.
Und wenn die kleinen Kirschtomaten, die ich gern als Abendsnack verzehre, schon vor Kälte zittern, haben diese Eiertomaten noch weiter Früchte getragen, die auch nach dem Roden noch gut nachgereift sind.
Die letzte Frucht brauchte etwas länger und wurde erst Ende Februar rot, war aber immer noch knackig.

Bei den Tomaten ist mir die Optik nur zweitrangig, wunderschön gelborange, getiegerte, kleine eiförmige Cocktailtomaten brauche ich nicht, wenn die nach nichts schmecken und die Haut zäh wie Leder ist. Dann lieber kleine kirschgroße gelbe Tomaten, die bei Reife saftig süß und dennoch mit etwas Fruchtsäure den Gaumen verwöhnen, auch wenn die Ernte etwas mühseliger ist.

Da man nie vor Wetterkapriolen gefeit ist, Sibirian fruchten auch bei kühler Witterung, RAF hat als relativ kleine "Fleischtomate" das beste Aroma.
Eine russisch Haussorte von der Form und Größe eine Eierhandgranate ist für Tomaten-Schmorgerichte erste Wahl, aber leider im Herbst bei feuchter Witterung nicht gerade platz-fest.

Nicht nur von der Optik, auch vom Geschmack 1A sind meine Hybridnachfolger von Bosque Blue, eine leider immer noch eher spätreifende Sorte (im Original leider kleinfruchtig und schwachwüchsig, die Hybride deutlich ertragreicher, wüchsiger).
Sobald die sich in Weinrot verfärben ein Geschmackserlebnis par excellence.

Neu im Repertoire habe ich gelbe und rote dattelförmige Tomaten aufgenommen, die ich von Bekannten erhalten hatte (Ersatz für die Datteltomaten vom Supermarkt, die ich bisher im Anbau hatte).
Die waren recht lecker, fast hätte ich beim Verkosten versäumt mir Saatgut zurrück zu legen.

Eigentlich mag ich auch Flaschentomaten, aber die sind von allen am empfindlichsten. Mehrere Sorten habe ich schon verworfen, aber auch von einer vergleichsweise robusten (aus Russland) habe ich nur eine Pflanze gesetzt. auch von den braunfüchtigen Tomaten (Saccher F1) habe ich nur 1 Exemplar just vor fun auf's Beet gebracht. Eine andere Sorte 'Black Prince' habe ich wie andere nicht überzeugende Sorten verworfen und entsorgt.

Gärtnern muss immer einen Anteil von Experimentierfreude, Konservatismus, Stoismus und Bescheidenheit mit einem gewissen Maß an Euphorie vereinen, um maximalen Lustgewinn zu erzielen.

LG Spinnich :idea:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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