Der Gewürzpflanzenthread

Hier findet ihr Platz für sonstige Themen

Moderatoren: stefan, LCV, tormi

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Im Schlossgarten in Veitshöchheim war ich im letzten Jahr im Frühjahr zu Besuch (offiziell geschlossen, aber ein Nebentor wohl für die Ortsbevölkerung geöffnet). Auf Gemüsebeeten, auch mit Artischocken, waren (ohne Schutz wohl fast alle erfroren).
In meiner Jugend (also vor mehr als 40 Jahren) hatten wir uns mal Cardy besorgt und ausgesät.
Die meisten Pflanzen sind damals auch erfroren, trotz etwas Winterschutz (das waren allerdings noch ganz andere Witterungsbedingungen als heute).
Es gab aber auch da Winter, wo mehrere zusammengebundene und gut mit Wedeln und Sackleinen geschützte Pflanzen den Winter überstanden und dann im 2ten Jahr sehr schön geblüht hatten.
Man hätte auch die Pflanzen im Herbst ausgraben und in einem Erdkeller einschlagen können.
Das war eigentlich laut Saatgutanleitung vorgesehen, um die Triebe vor dem Verzehr zu bleichen.
Diese Strunken hätte man sicher im Frühjahr wieder einsetzen und antreiben können.
Meine Nachbarin hat heuer einige bereits 1 Jährige Pflanzen im Frühjahr gesetzt (aus der Gärtnerei), die toll geblüht haben und die auch Seitentriebe gebildet haben.
Bin gespannt, ob sie den bisher milden Winter überstehen.
Die Pflanzen wurden mit Stroh und Sackleinen (nach meinen Ratschlägen) geschützt.
Besonders schädlich ist wohl (Stau-)Nässe in Verbindung mit Frost.
Ich habe mir Saatgut erbeten und werde nächstes Jahr selbst mal Versuche starten.
Bei uns waren die Tiefsttemperaturen bisher bei -8/9°C.
Dazwischen aber Erwärmungsphasen mit bis über 10 °C.

Für alle deine Kulturen und Versuche viel Erfolg und das nötige Quäntchen Glück und die nötige Geduld bei den diversen Chilisorten.
Eine Wärmequelle ist für die Keimung bei so früher Aussaat aber sicher sinnvoll, eventuell müsste man auch, wenn die Sämlinge erscheinen zusätzlich beleuchten. Aussaat bereits im Januar sind mir wegen Temperatur und Lichtmangel für solche Kulturen zu früh.
Am ehesten kommt für mich die Aussaat von Auberginen ab Februar wegen der längeren Keimdauer in Frage.
Bei selbst nachgezogenem Saatgut ist eigentlich die Keimdauer und Quote bei etwas Wärmeunterstützung bei Chili/Paprika im Alter des Saatgutes von 2-3 Jahren recht passabel, bei den Tomaten-Samen auch noch bei etwas älterem Saatgut.

LG Dieter/ :mrgreen: Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Chelterrar
Beiträge: 303
Registriert: 01 Aug 2017, 00:00
Wohnort: WHV 8a

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Spinnich,

Das mit der Wärme stimmt. Ich hatte die Chilis erst auf der Fensterbank, die jedoch nicht warm genug war, weshalb sie jetzt auf der Heizung sind. Wenn sie keimen, muss ich sie jedoch schnell wieder ans Fenster stellen, damit sie nicht "spargeln" (was sich durch tiefer setzen lösen ließe, aber muss ja nicht sein).
Wäre natürlich ein Traum, wenn alles keimen würde, aber ich kann ja noch im Februar nachsäen, sollte es nicht jede Sorte schaffen.

LG Chelterrar

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Hallo,
Das Optimum an Licht und Wärme werden die Meisten ja kaum ihren Sämlingen anbieten können.
Zum einen wollen Pflanzen Wärme, daher wird vielleicht ein Südfenster gewählt, aber da die Pflanzen oft nur mäßig feucht sein dürfen, besteht die Gefahr dass sie bei sehr intensiver Sonneneinstrahlung binnen eines Tages vertrocknen können. Vorteilhaft snd kleine belüftbare Minigewächshäuser für die Fensterbank die notfalls mit halb Licht durchlässigem Papier (Löschpapier, etc.) schattiert werden können.
Es gibt recht teure beheizbare Ausführungen mit Temperaturregelung. Alternativ nutze ich unter dem Gewächshaus eine Styroporplatte (Isolation) und eine schwache Heizdecke wie sie für Katzen und Welpen (gelegentlich auch mal günstig) angeboten werden. Zur Sicherheit kann man so eine Heizung mit einer Zeitschaltuhr steuern, Tagsüber ganz abschalten oder nur kurze Heizintervalle, Nachts durchgehend beheizen. bei ganz miesem Wetter natürlich auch tagsüber auf Dauerbetrieb. Desto später im Jahr, desto eher sollte man vom Südfenster abweichen und nach Osten/Westen ausweichen.
Für schnell keimendes Saatgut oder große Sämereien, die von Anfang in kleinen Töpfen ausgesät werden nutze ich gerne die warme Abdeckung über meinem Aquarium. Die Töpfe erhalten einen Verdunstungsschutz. Nach dem Keimen muss dieser aber etwas Luft durch lassen.
Für Pflanzenknollen die im Herbst einziehen, eignet sich der Heizungskessel im Keller (Öl-, Pellets- Zentralheizung) zum Antreiben.
Bei mir ist es aus Platzgründen leider nicht möglich alle Tomaten, Chili, Auberginen, Basilikum oder was sonst noch alles sofort einzeln in Töpfe zu pikieren. Daher werden diese nach dem Auflaufen in Balkonkästen (relativ eng) gesetzt und mit einer selbst gebastelten Abdeckung aus hohen Obstschalen abgedeckt. Bei der/den inneren Obstschale(n) werden beide abgerundeten Seiten entfernt, bei den äußeren nur die Seite an der Verbindung. Die Schalen kann ich so beliebig verschachteln und zusammen tackern. Die Luftlöcher an der Plastikschale (nun an der Oberseite) verschließe ich nach Bedarf (anfangs) mit Tesaband. So kann ich die Luftfeuchtigkeit steuern. Bei schönem Wetter (ab >10°C) kommen die bepflanzten Kästen tagsüber auf den Balkon (natürlich zunächst an eine beschattete Stelle. Dort wachsen die Pflanze recht zügig und werden später aufgedeckt und abgehärtet. Später werden die Pflänzchen aber nochmal auf mehrere Gefäße aufgeteilt, besonders alles was nicht zeitig ins Gewächshaus kommt, sondern für eine Freilandpflanzung nach den Eisheiligen vorgesehen ist.

LG Spinnich :)
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Chelterrar
Beiträge: 303
Registriert: 01 Aug 2017, 00:00
Wohnort: WHV 8a

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin,

Gekeimte Chilis.
Dateianhänge
20200130_130104.jpg
20200130_130104.jpg (135.03 KiB) 611 mal betrachtet

Chelterrar
Beiträge: 303
Registriert: 01 Aug 2017, 00:00
Wohnort: WHV 8a

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin,

Nach jetzt gut einer Woche sind fast alle Sorten gekeimt und haben das Keimblatt geöffnet. Was mich sehr überrascht hat war, dass von jeder Sorte fast immer alle Samen gekeimt sind (je 3-4), weshalb ich um ein pikieren wohl nicht herumkommen werde, was jedoch erst ab dem zweiten echten Blattpaar getan werden soll. Die einzige Sorte, welche kaum Anstalten macht zu keimen, ist eine der Art Capsicum pubescens, die Chinense und anuum keimten recht fix, wobei die anuum am schnellsten war. Außerdem neigen sich die Keimlinge enorm zum Licht hin, was ich durch eine Lampe der entgegengesetzten Richtung zu kompensieren versuche. Dennoch bin ich zufrieden und hoffe auf ein schnelles Ende des Winters. Ich peile den April als Startpunkt des Setzens in größere Töpfe und gewöhnen des Sonnenlichtes an, weshalb ein warmes und frostfreies Frühjahr wünschenswert wäre.
Doch ebenso wünsche ich mir einen sonnigen und heißen Sommer. In meiner Region wird es nur sehr selten 35°C warm, aber wenn es ein paar Wochen die 30°C regelmäßig knackt, wäre es sehr schön, deswegen hoffe ich auf ein Jahr wie 2018, darf auch ein wenig nasser sein, aber nicht kühl.
Ein Jahr wie 2017 wäre wohl eine Katastrophe. doch da 2019 auch nett war, bin ich zuversichtlich.

LG Chelterrar

AndreasG.
Beiträge: 2701
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Darf ich mal fragen, warum man viele verschiedene Chili-Sorten benötigt. Ist der Unterschied zwischen scharf und superscharf und super-superscharf wirklich so wichtig. Die kann man doch nicht wirklich essen....
Zieh dir lieber ein paar Gurken. Da hat man mehr von.

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Ich weiß ja nicht wie hoch der Eigenbedarf an Chilis bei Chelterrar ist und welche Schärfegrade er bevorzugt. Aber eventuell werden einige Sorten in diesem Jahr noch keine oder kaum Früchte ausbilden. Das könnte sowohl C chinense, jedenfalls aber C. pubescens betreffen. Es lohnt jedenfalls ein Überwinterungsversuch gerade dieser Pflanzen. Im 2ten Jahr sollte dann bei diesen Sorten ordentlicher Ertrag einsetzen. Welche Chilifrucht bzw. -Sorte man anbaut, kann man bei genügend Platz sicher auch mit einer größeren Anzahl ausprobieren. Die Früchte kann man normalerweise gut trocknen (nicht C. pubescens) und so konservieren. Auch Einmachen in kleine (Marmeladen-) Gläser ist möglich und natürlich auch das Einfrieren.
Manche Sorten tragen weniger andere mehr, manche setzen früher an, andere erst etwas später zum Ende des Sommers.
Der Platzbedarf im Garten ist aber für so ein paar Chilipflanzen nicht gerade enorm. Da sollte auch noch Platz für ein paar Gurken übrig sein.
Besonders robust sollten Netzgurken sein (sind bitterfrei).
Übrigens ist der Bedarf an Wärme und Sonneneinstrahlung bei den C. pubescens deutlich geringer. Als Kübelpflanze bevorzugen die eher einen halbschattigen Standort.
Also ich sehe bei einem größeren Versuchsspektrum kein Problem, denn Versuch macht klug. :idea:

Wünsche weiterhin gutes Gelingen! :P

LG Spinnich :mrgreen:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Chelterrar
Beiträge: 303
Registriert: 01 Aug 2017, 00:00
Wohnort: WHV 8a

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin,

Genauso wie Spinnich (übrigens danke deine Wünsche) das angedeutet hat, ist es auch bei mir. Ich habe ganz viele Chilis als Versuch im Anbau und damit ich mir mal einen Überblick über die Sorten verschaffen kann. Allerdings sind Chilis sehr vielfältig, in Farben und wohl auch in Geschmäckern. Einige sollen nach Paprika, andere nach Früchten und wiederum andere nach Rauch schmecken. Besonders die Art Capsicum baccatum soll viele nach Früchten schmeckende Früchte hervorbringen wie Aji Pineapple, Aji Mango oder Aji Lemon Drop.
Deswegen bin ich sehr gespannt, ob diese Sorten wirklich so sind oder gar sich ganz anders erweisen.
Eine Gurke wollte ich sowieso anbauen, vielleicht eine Horngurke, wenn ich nur wüsste, ob sie lecker ist.

LG Chelterrar

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Hallo,

bezüglich der Horngurke, falls Du damit die Kiwano: Cucumis metuliferus meinst, würde ich eher abraten.
Hatte ich mal getestet. Mag sehr viel Wärme, Nährstoffe und dann auch genügend Bodenfeuchte.
Bei mir war sie wenig ertragreich und ist spät gereift. War dann auch nicht so lange haltbar (von meinem Bruder angebaute bis 6 Monate).
Auch nach Monaten enthält die gelagerte Frucht saftiges glibberiges Fruchtfleisch mit zahlreichen großen Kernen. Geschmacklich macht diese Frucht aber nicht viel her. Wer durch aride Gegenden reist, mag die Frucht als angenehme Erfrischung sehen, bei uns eher ein Objekt zum Anschauen, wie skurrile Zierkürbisse. :P

Da würde ich lieber mal Kürbisse erproben, aber vielleicht machst Du ja andere Erfahrungen, am Besten natürlich vorher mal eine kaufen und verkosten!

LG Spinnich :D
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Chelterrar
Beiträge: 303
Registriert: 01 Aug 2017, 00:00
Wohnort: WHV 8a

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Spinnich,

Tja, Kürbisse sind bei mir meist schiefgegangen. April Samen gesteckt, Mai große Pflanzen ausgepflanzt, Ende Mai gab es 2 Tage Regen und dann fand ich nur noch ein Gestänge. Da ich aber jetzt ein Gewächshaus habe, dürfte sowas leichter zu verhindern sein. Was hältst du von "Uchiki Kuri" und "Muscat de Provence"? Und wo wir gerade dabei sind, welche Melonen würdest du in einem GW anbauen? Galiamelonen, Charentaismelonen, Futuro-Melonen, Cantaloupe Melonen oder gar Honigmelonen? Was sagst du zu den Sorten der Wassermelonen? Eignen sich auch größere Sorten wie "Crimson sweet"? Meine Erfahrungswerte zu den Melonen sind übrigens identisch zu denen der Kürbisse. Aber dieses Jahr bin ich sehr guter Dinge.

LG Chelterrar

AndreasG.
Beiträge: 2701
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Ich hatte mir vorletztes Jahr eine gepfropfte Gurke im Supermarkt für 3 € gekauft. Die hat bei mir auf dem Balkon auch ein paar Gurken produziert, wenn auch nicht sehr viele. Letztes Jahr sind mir im kalten Mai etliche Aussaaten kaputt gegangen.
Draußen war es zu kalt und drinnen haben sie irgendeine Infektion bekommen und waren danach hinüber. Noch mal neu wollte ich dann nicht nachziehen, weil ich dann vermutlich nur ein oder zwei Gürkchen geerntet hätte. Aber einen Samen (Freilandgurke) habe ich noch und werde noch mal einen Anlauf wagen.

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Chelterrar hat geschrieben:
30 Jan 2020, 20:56
Moin Spinnich,

Tja, Kürbisse sind bei mir meist schiefgegangen. April Samen gesteckt, Mai große Pflanzen ausgepflanzt, Ende Mai gab es 2 Tage Regen und dann fand ich nur noch ein Gestänge. Da ich aber jetzt ein Gewächshaus habe, dürfte sowas leichter zu verhindern sein. Was hältst du von "Uchiki Kuri" und "Muscat de Provence"? Und wo wir gerade dabei sind, welche Melonen würdest du in einem GW anbauen? Galiamelonen, Charentaismelonen, Futuro-Melonen, Cantaloupe Melonen oder gar Honigmelonen? Was sagst du zu den Sorten der Wassermelonen? Eignen sich auch größere Sorten wie "Crimson sweet"? Meine Erfahrungswerte zu den Melonen sind übrigens identisch zu denen der Kürbisse. Aber dieses Jahr bin ich sehr guter Dinge.

LG Chelterrar
Hi, den Beitrag hatte ich wohl überlesen, daher meine Antwort erst jetzt.

Also "Uchiki Kuri" baue ich jetzt schon seit mehreren Jahren an, meist mit gutem Erfolg. Mit dem Anbau vom "Steirischen Ölkürbis" (Cucurbita pepo var. styriaca) hatte es auch geklappt (schon länger her, Anbau wegen der Kerne), weniger mit einer mittelgroßen Sorte der "Butternuss" (C. moschata), die lange brauchten und wenig ergiebig waren.
Mit Melonen hatte ich bisher noch keinen Erfolg, weder normale Wassermelonen noch eine "Cream of Sasketchewan".
In meinem Gewächshäuschen baue ich keine Kürbisse/Melonen an, nur im Freiland, dort auch Gurken. z.B. (Riesen-) Schäl/Senfgurke u. Delikateß, bei denen ich selbst im letzten Jahr massenhaft Ertrag hatte, leider viele mit Bitterstoffen. Daher werde ich mir auf jeden Fall heuer wieder Saatgut von Netzgurken besorgen, damit hatte ich beste Erfahrung (absolut bitterfrei), obwohl die (vom Bruder) kleinere gelbliche Sorte vermutlich hybridisiert waren. Auch "Inkagurken" ranken bei mir jedes Jahr am Zaun und es gab schon gigantisches Wachstum und Ernten, aber im letzten Jahr war es doch so trocken, dass selbst meine größten Kartoffeln nicht größer als die Saatkartoffeln wurden, die meisten waren in der Größe von Schussern oder Kastanien und natürlich gab es dann auch keine eimerweise Ernte an Inkagurken. :shock:
Gegessen wurden unsere Minikartoffel dennoch, samt Schale als Bratkartoffeln. Die Ernte der "Uchiki Kuri" war auch nicht berauschend, keine 10 kg, im trockenen Jahr zuvor noch fast das 3-fache. Meine Yacon-Knollen (hatte schon welche mit 750 g) waren dieses Jahr praktisch nicht vorhanden, die dickste wie ein Bleistiftstummel! Die waren auch im Vorjahr nicht groß (wie mittlere Kartoffeln) aber diesmal habe ich die sofort in einen Blumentopf gesteckt um im Frühjahr überhaupt Pflanzgut zu haben.

Die Hauptgefahr bei vorgezogenen Kürbisgewächsen sehe ich zum einen in der Umfallkrankheit und in der Vergeilung der Pflanzen.
Das kann an einem sonnigen Pflanztag die Pflanzen killen, genauso Spätfrost oder Schnecken; ich habe z. Glück seit Jahren keine (Nacktschnecken) mehr im Garten. Bei mir gibt es dafür Werren (Maulwurfsgrillen - Hilfe, wo bleibt der Wiedehopf), die schon mal halbwüchsige Kohlpflanzen zur Strecke bringen, auch Saatreihen komplett auslichten und frisches Grün (Setzlinge) sehr gerne an der Wurzel oder direkt am Stängel abfressen und selbst Kartoffeln anknabbern.

Also lege ich meine vorgekeimten Gurken und Kürbiskerne erst wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, die Kürbisse bevorzugt in kleine Draht oder Kunststoffkörbchen, darum herum wird Reisig eingesteckt wegen der scharrenden Amseln. Gibt es doch noch mal unerwartet Spätfrost kommen Säcke u/o Töpfe über die jungen Pflanzen.

Heuer werde ich jedenfalls trotz der längeren Vegetationszeit mal Muskatkürbisse erproben (zusätzlich), denn die Mitbringsel von einem Kürbishof hatten mich geschmacklich begeistert.
Dabei handelt es sich aber um kleinfrüchtige Sorten, denn was will ich im 2-Personenhaushalt mit einem Kürbis der 5.0 kg - 10.0 kg auf die Waage bringt, wie der leckere "Muscade de Provence".

Meine Muskatkürbissse, "Hidemi=Hayato" u. "Crowning" bleiben deutlich kleiner, ähnlich "Uchiki Kuri".
Schau Dir mal die Artenvielfalt von Kürbissen, seien es Muskat-, Hokkaido- oder Garten (Pepo-) Kürbisse an, hier auf dieser tollen Seite!

Ob ich es dieses Jahr auch nochmal mit Wassermelonen (gelbfleischige Sorte vom Kürbishof) versuche, mal sehen, der graue Kürbis muss jedenfalls noch ein Jahr warten, das wird mir sonst zu viel.

Demnächst muss ich mal die Tomatenaussaat vorbereiten, Paprika-Sorten und Chili (selbst Jahre alte "China-Mix") haben bis auf "Joe's Long" schon alle gekeimt. Nachzügler war auch hier 3 Jahre alter Same von "Giant Rocoto" (C. pubescens). Die Sorte "Canario" hat dagegen im kalten Treppenhaus gut überwintert. Auch meine Zierchilis von Frank und meine C. baccatum "Criolla Sella" sowie "Bischofsmütze" und die C. chinense "St. Lucia", haben den Winter überstanden. Auberginen habe ich auch zwei durchgebracht (eine 2m hoch, drittes Jahr), die Keimung einiger Sorten ist allerdings bisher noch unvollständig.

LG Spinnich :mrgreen:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

biloba
Beiträge: 1739
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von biloba »

Spinnich hat geschrieben:
26 Feb 2020, 14:30
genauso Spätfrost oder Schnecken; ich habe z. Glück seit Jahren keine (Nacktschnecken) mehr im Garten.
Wie hast Du das organisiert? Laufenten?


Neugierige Grüße!

Spinnich
Beiträge: 2665
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Ich glaube, dass nach einer früheren Invasion von spanischen Wegschnecken vor etlichen Jahren (jeden Abend um die 100 abgesammelt) durch natürliche Anpassung (eventuell Schnecken tötende Fliegen oder andere Krankheiten) die Invasion zusammengebrochen war, bzw sich diese Karawane weitergewälzt hatte. Danach gab es nur noch wenige Schnecken, Tendenz rückläufig. Selbst in meinem feuchten Erdkeller finde ich nur noch selten Exemplare, eher noch Schnegel, die außer an meinen Kartoffeln auch gerne andere Nacktschnecken verspeisen. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre (bei uns liegt der trockenste Ort von Bayern) hat die letzten Nacktschnecken zusätzlich dahin gerafft. Man findet nur noch einige wenige Hainschnirkelschnecken und Weinbergschnecken (die auch fremde Schneckengelege fressen). Diese können sich in ihren Gehäusen vor der Trockenzeit schützen (Gehäuse wird mit Deckel verschlossen).
Laufenten brauchte es also nicht. Früher hatte ich da auch schon mal verzweifelt daran gedacht.

LG Spinnich :roll:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

biloba
Beiträge: 1739
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von biloba »

Danke für die Information,
Spinnich hat geschrieben:
26 Feb 2020, 22:55
Ich glaube, dass nach einer früheren Invasion von spanischen Wegschnecken vor etlichen Jahren (jeden Abend um die 100 abgesammelt) durch natürliche Anpassung (eventuell Schnecken tötende Fliegen oder andere Krankheiten) die Invasion zusammengebrochen war, bzw sich diese Karawane weitergewälzt hatte.
Nee, die verhalten sich anders als Heuschrecken. Und diese Invasion gab es in vielen Ecken Deutschlands gleichzeitig.

Abgesammelt habe ich bei uns auch viele. Doch die wohnen und überleben auch bei Nachbarn. Leider ging der Bestand hier bei uns wegen zu intensiver Nutzung duch mich stark zurück.

Spinnich hat geschrieben:
26 Feb 2020, 22:55
Danach gab es nur noch wenige Schnecken, Tendenz rückläufig. Selbst in meinem feuchten Erdkeller finde ich nur noch selten Exemplare, eher noch Schnegel, die außer an meinen Kartoffeln auch gerne andere Nacktschnecken verspeisen.
Die gibt es hier auch. Doch nach gängiger Lehrmeinung werden Prädatoren eine Beute niemals ausrotten.

Spinnich hat geschrieben:
26 Feb 2020, 22:55
Die extreme Trockenheit der letzten Jahre (bei uns liegt der trockenste Ort von Bayern) hat die letzten Nacktschnecken zusätzlich dahin gerafft.
Diese Erklärung halte ich eher plausibel für den Rückgang des Bestandes, auch hier. Aber der heurige Winter hat es wahrscheinlich gut mit so manchen Tieren gemeint. Mal sehen, wer da überlebt...


Schleimige Grüße!

Antworten