Der Gewürzpflanzenthread

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Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Hallo an alle Gewürzliebhaber und Experimentierfreudigen!

Das Brot (ca. 600g) war sehr schön aufgegangen, innen locker, außen knusprig, und es hätte durchaus noch deutlich mehr Chili (vielleicht frische Stücke) vertragen, oder anstatt der fehlenden Oliven ein paar Röstzwiebeln für den letzten Kick (heute hatte ich etwas Zeitdruck).
Ansonsten war ich mit dem Produkt in den wesentlichen Merkmalen und auch im Geschmack doch recht zufrieden.
Einen Fehlgeschmack durch irgendeine Komponente konnte ich jetzt nicht feststellen.
In fertigen Brotgewürzmischungen finden sich oft ähnliche Zutaten (z.B. Koriander, Pfeffer, Kreuzkümmel, div. Kräuter), so dass mein Ansatz sicher gar nicht so gewagt war.
Schwarzkümmel und Sesam, auch Sonnenblumenkerne sind in Backwaren völlig normal, Pistazien vielleicht nicht, aber wenn einen die Fantasie beflügelt, soll man da etwa zurückstecken? :roll:
Baguettes mit Chili kann ich sogar beim Bäcker kaufen! :wink:
Kurzum, es hat lecker geschmeckt und das Grundrezept ist für jeden empfehlenswert, der noch selten oder nie ein Brot gebacken hat.
Durch die Buttermilch wird das Brot hell und fluffig, Vollkornbrot (Roggenbrot) ist da sicher viel schwieriger zu generieren.
Wichtig ist es lieber etwas weniger Hefe dafür mehr Zeit für die Gare des Teiges aufzuwenden. Zucker nur minimal in die Mulde mit der angefeuchteten Trockenhefe.
Den Backraum mit einer feuerfesten Schale kochenden Wassers vor dem Backen benebeln.
Und einfach mal alle Gewürze, grün, trocken, Körner, die man so zu Hause hat in kleinen Nuancen erproben.
Könnte mir vorstellen dass einige EL frischer feingewiegter Meerfenchel oder Queller (ev. mit ein paar Kapern!) auch eine ganz tolle Note abgeben könnten. Oder vielleicht feingewiegte Blätter von tasmanischem Pfeffer (wenn der eh schon nicht fruktifiziert) oder Blätter vom Sichuan Pfeffer (sind sehr würzig, aber deren Stacheln müssten entfernt werden)
Was meint unser Autor des Threads - Chelterrar - bin gespannt :lol:
Let's try :idea:

LG Spinnich :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Roggenbrot oder Roggenmischbrot erfordert ein wenig Übung, aber wenn man erst einmal den Dreh heraus hat, ist es kein Hexenwerk.
Wichtig ist beim Roggen der Sauerteig, aber den gibt es entweder fertig zu kaufen oder man stellt ihn selbst her. Das dauert drei Tage, bis er fertig ist, und Anleitungen dafür gibt es reichlich auf youtube. Danach muss man das Roggenmehl zusammen mit dem Sauerteig mehrere Stunden, am besten über Nacht, säuern lassen, danach mit dem Dinkel- oder Weizenmehl mischen, Salz nicht vergessen, ich gebe auch gerne Sonnenblumenkerne dazu, danach aufgehen lassen und backen. Extra Hefe verwende ich nicht, denn im Sauerteig ist genügend enthalten. Dauert halt etwas länger als mit gekaufter Hefe. Nur von Gewürzen lasse ich die Finger, aber dann hat man ein alltagstaugliches Brot für süßen oder herzhaften Belag.

Ich verwende seit Jahren Vollkornmehl. Wir haben hier am Ort einen Bioladen und die haben auch sehr gutes Brot, aber der ist am anderen Ende der Stadt und teuer ist das Brot dort auch. Beim Selberbacken habe ich Kosten von drei bis vier Euro für drei Brote.

Die normalen Bäcker haben zwar auch Vollkornbrot im Angebot, aber das schmeckt zum Abgewöhnen. Die verwenden irgendwelche Fertigmischungen. Dann backe ich lieber selbst.

JDL
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von JDL »

saggggg mit deinen Broten und rede darüber, :roll:
Ich möchte Bilder von all diesen Leckereien sehen :lol: :lol: :lol:

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

JDL hat geschrieben:
13 Jan 2020, 11:27

Ich möchte Bilder von all diesen Leckereien sehen :lol: :lol: :lol:
Wenn es sein muss....
DSCN2422.JPG
DSCN2422.JPG (186.54 KiB) 648 mal betrachtet
DSCN2423.JPG
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Man beachte die angeschnittenen Sonnenblumenkerne!

JDL
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von JDL »

Vielen Dank :!:
Das sieht sehr lecker und schön luftig aus - und mit so einer schönen Kruste. 8)
Jetzt kann ich etwas besser folgen ... :mrgreen:

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

JDL hat geschrieben:
13 Jan 2020, 12:45

Das sieht sehr lecker und schön luftig aus -
Sieht leider nur lecker aus, weil diese Bockshornkleesamen den Geschmack verdorben haben. Das kann man allerdings nicht sehen.
JDL hat geschrieben:
13 Jan 2020, 12:45
und mit so einer schönen Kruste. 8)
Ja, die Kruste ist ganz ordentlich. Da muss man etwas Wasser in den Ofen geben, dann wird das Brot schön braun.

Falls gewünscht, kann ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Brotbacken einstellen.

JDL
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von JDL »

Brotbackenthread, why not?

grtjs

Jan

AndreasG.
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von AndreasG. »

Aber erst am Wochenende, wenn ich wieder backe.

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Da Andreas sein gelungenes Brot hier präsentiert, will ich auch mein gestriges Produkt noch mal ins rechte Licht setzen.
Darüberhinaus sollten wir aber nicht unbedingt weiter dieses Thema in dem Gewürzpflanzenthread auswalzen, sodern ggf. einen eigenen Thread aufsetzen.
Mit Brotbacken hatte ich eigentlich vor etlichen Jahren mal angefangen, da gab es ein neues Brotbackhäuschen in der Gemeinde, das mit einem Backfest eingeweiht wurde und von allen Interessenten genutzt werden konnte.
Mit einer zugezogenen Familie (wir sind heute noch befreundet) haben wir dort einige Zeit lang richtiges Holzofenbrot gebacken. Unser Reisig mussten wir dafür selbst beschaffen. Wir hatten auch von einer Mühle unser eigenes Mehl besorgt. Das war aber manchen ein Dorn im Auge, so das es Misstöne gab und wir das irgendwann einstellten.
Später hatte ich uns einen kleinen Brotbackautomaten gekauft, in dem wurde das Brot geknetet und gebacken, jedoch war das nicht ganz das erhoffte Ergebnis (am ehesten ging das noch mit dem Buttermilchbrot).
Versuche mit Sauerteigbrot gelangen in unserem alten Herd aber leider auch nicht sonderlich gut. Lediglich wenn man dann ein kleineres Brot in so einer Backform wie Andreas herstellte, war das Ergebnis soweit passabel. Darin kann der Teig in Form gehen und läuft im Herd nicht davon. Irgendwann verlor ich die Lust und solche Aktivitäten sind dann auch eingeschlafen (Damals hatte ich auch weniger Zeit).
Den Automaten haben wir hin und wieder noch zum Kneten von Pizzateig verwendet, jedoch gerade seit letztem Jahr wieder fast wöchentlich, seit wir nämlich einen Pizzastein angeschafft haben, was wirklich lohnt. Da ich im Garten auch Kürbisse anbaue, bin ich natürlich auch schon mal auf ein Kürbisbrotrezept gestoßen. Nachdem ich gelesen hatte, dass es auf dem Pizzastein besonders gut gelingt, wollte ich es mal probieren und fand dieses Profirezept (mit Weizensauerteig), das ich dann auch umgesetzt habe. Danach hatte ich Lust wieder ein bisschen als "Bäckerlehrling" zu experimentieren. An einem Großbacktag versucht ich mich dann an einem Weizenvollkornbrot (mit Brotbackgewürzmischung) einem Baguette und einem Buttermilchbrot, dass aber im Brotbackautomaten gebacken wurde, wegen des Zeitfaktors. Die beiden Produkte aus dem Herd waren zwar geschmacklich aber von der Form und Konsistenz nicht ganz das Wahre. Ich hätte diese Brote nach dem letzten Kneten noch länger aufgehen lassen müssen, das Baguette hatte ich auch zu dunkel gebacken.
Bei einem 2-ten Versuch gelang es schon besser (mit 550 Mehl), aber wie ich gelesen habe sollte man doch besser ein spezielles Baguetteblech verwenden, welches hoffentlich bald geliefert wird.
Zuletzt hatte ich also nochmal erprobt ein Buttermilchbrot auf dem Pizzastein zu backen, das Ergebnis lässt sich sehen. Ist zwar ein helles Brot, aber schönes dunkles Krustenbrot gibt es bei meinem Bäcker, dagegen sind alle hellen Brote grausige Fabrikerzeugnisse.

LG Spinnich :P
Dateianhänge
So sollte ein Brot aufgehen!
So sollte ein Brot aufgehen!
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Außen knusprig innen locker, daneben gekauftes dunkles Roggenmischbrot (2:1)
Außen knusprig innen locker, daneben gekauftes dunkles Roggenmischbrot (2:1)
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von JDL »

danke Dieter,
anscheinend ist die zeit reif für einen brotbackenthread :lol: :lol: :lol:

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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von LCV »

Passt nicht ganz hierher, aber ich will keinen Extrathread starten.

Zufällig konnte ich ein 5-l-Gebinde 100% reinen Quittensaft kaufen.
Bisher kannte ich nur Quittengelee.
Aber dieser Saft, ohne jegliche Zusätze schmeckt hervorragend.

Er wird in einem Spezialkarton geliefert, der Saft ist ein einem Beutel mit Zapfhahn.
Man muss den Hahn in einer Aussparung im Karton fixieren und das Ganze liegend im Kühlschrank aufbewahren.

Ich denke auch, dass EUR 12.00 für diese Menge und Qualität in Ordnung sind.

Der Saft stammt hier aus dem Markgräflerland, wo es neben dem Weinbau auch viele
Anbauflächen für Obst gibt.

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bee
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von bee »

Hallo Frank,
wie lange soll denn der Saft geöffnet (liegend im Kühlschrank) haltbar sein?
Es ist ja meist so mit Saft in Flaschen (Bio-Apfelsaft z.B) oder im Tetrapack, 1l ... dass da steht "innerhalb von 3 (oder 5) Tagen aufbrauchen". Dieser Saft in diesem Behältnis müsste dann deutlich länger haltbar sein (2-3 Wochen ? Man verbraucht ja nicht 5 l in ein paar Tagen .)
Viele Grüße von bee

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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von LCV »

Hallo Bee,

im Kühlschrank ca. 8 Wochen. Da dieser Hahn mit einem
Spezialverschluss versehen ist (man muss das Glas drunter halten
und zwei links und rechts angeordnete Hebel hochziehen),
kommt keine Luft hinein. Ich habe das Teil vorgestern in
Betrieb genommen und werde es erleben (und berichten).

Gruß Frank

Spinnich
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Spinnich »

Falls ihr die Möglichkeit habt pflanzt oder mietet Euch einen Quittenbaum und bringt die Früchte zu einem Keltererbetrieb, um selbst solche Saftbehälter zu befüllen oder Quittenmost herzustellen (noch besser Quitten-Cidre).

Dieses Jahr hatte ich von meinem Bäumchen zwar nur eine Stiege voll Früchte geerntet (reicht für meine Zwecke), aber letztes Jahr haben wir ein paar Quitten verkaufen können. Leider hatten die Keltereibetriebe wegen Obstschwemme schon ihre Tätigkeit eingestellt, so dass ich den Überschuß (5 Obst/Karoffel-Körbe mit schönsten Quitten) kostenlos an unsere örtliche Tafel gestiftet habe. Die Lagerkapazität an Likör, eingemachten und eingefrorenen Quitten war von den Vorjahren noch ausgeschöpft. Der Saft aus solchen Behältern, die Frank beschreibt, hält unter kühlen Bedingungen ungeöffnet bis zu Monaten, danach jedenfalls noch einige Wochen.

LG Spinnich 8)
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Chelterrar
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Re: Der Gewürzpflanzenthread

Beitrag von Chelterrar »

Moin Spinnich, Andreas und Co,

Ich bin gleichermaßen beeindruckt, über eure Brotbackkünste, wie über die Entwicklung dieses Thread, der jetzt sogar zu einem neuen Thread inspiriert hat. Ich habe noch nie ein Brot gebacken, werde aber diese ausführliche Beschreibung bei meinem ersten Mal berücksichtigen.

Aktuell sieht es mit Gewürzpflanzen eher mau aus, so versucht man natürlich vieles über den Winter zu bekommen, was mir bisweilen auch gut gelingt. So schiebt sogar das Zitronenblatt ein paar Blüten, die mich an Salbei erinnern. Aber bald ist ja auch wieder Frühling und dann kann ein großer Teil wieder raus, wenn nicht diese Spätfröste immer wären : :? .

Aktuell versuche ich mich an ein paar Sorten Chilis (alle 5 Arten, auch die pubescens), wobei nach 2 Tagen noch keine gekeimt ist. Aber ich denke nach weiteren 2 Tagen sollte ich schon was sehen.

Draußen sieht es tatsächlich sehr positiv aus, der geringe Frost ( ich glaub -2-3°C T-min) hat kaum Schäden angereichtet und es ist seit Wochen fast frostfrei. Dennoch hats den Großteil der Blätter meiner Artischocke gekostet, die ich gerne über den Winter bringen möchte. Vielleicht muss ich sie einfach besser mulchen. Hat wer schon einmal eine Artischocke ausgepflanzt über den Winter gebracht? Muss sie dafür älter als ein Jahr sein? Kennt ihr frostharte Sorten?

LG Chelterrar

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