Baumfällung am 3.Juni??

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Remstalbewohner
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Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von Remstalbewohner » 03 Jun 2019, 21:18

Hallo,

bei uns hat die Stadt heute am 3.Juni einen Baum fällen lassen. :x
Könnt ihr an dem Baumstumpf noch etwas erkennen, was eine Fällung mitten in der Vegetationszeit rechtfertigen könnte?
danke,
F.
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P6037275.JPG
Baumstumpf_1
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Baumstumpf_2
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AndreasG.
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von AndreasG. » 04 Jun 2019, 08:12

Da wirst du wohl bei der Stadtverwaltung nachfragen müssen.
Bei uns gab es neulich auch eine völlig überflüssige Rodungsaktion. Ich habe anschließend bei den Grünen nachgefragt und die haben das Thema aufgegriffen und im Stadtrat angesprochen. Es gab irgendeine dumme und an den Haaren herbeigezogene Erklärung seitens der Verwaltung.
Also frag mal bei den Grünen nach und hoffe darauf, dass die das Thema auf die Tagesordnung setzen.

Eine wütende E-mail an den Umweltausschuß, oder wie immer das bei euch heißt, schafft vielleicht ein wenig "Problembewusstsein" in den Amtsstuben.

kausche
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von kausche » 04 Jun 2019, 08:20

schon mal was von Verantwortungsbewußtsein gehört? wenn euch ein Trum auf den Schädel fällt oder vielleicht noch schlimmer, dann möcht ich eure Kommentare sehen. Nicht alles muss mit dem grünen Daumen betrachtet werden. Bäume sind auch Geschöüfe, dürfen auch einmal krank und somit für die Umwelt gefährlich werden...
das einzig wichtige im leben sind die spuren von liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Albert Schweitzer

biloba
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von biloba » 04 Jun 2019, 09:14

kausche hat geschrieben:
04 Jun 2019, 08:20
Bäume sind auch Geschöüfe, dürfen auch einmal krank und somit für die Umwelt gefährlich werden...
Richtig.
Nur kommen solche Krankheiten üblicherweise nicht binnen Tagen.

Wenn solche Probleme diagnostiziert werden, werden solche Arbeiten üblicherweise während der Herbst- und Wintermonate durchgeführt, wenn (gesunde) Vögel gerade nicht in den Baumkronen brüten. Daher auch die Datumsangabe im Thema.


Sommerliche Grüße!

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LCV
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von LCV » 04 Jun 2019, 09:17

Man muss es einem Baum nicht immer ansehen, wenn eine Gefahr von ihm ausgeht.
Habe vor ein paar Tagen einen Bericht gesehen. Ein Ahornwald von der Größe
mehrerer Fußballfelder sieht für den Laien vollkommen gesund aus. Aber er ist
von einem gefährlichen Pilz befallen, was auf den extrem trockenen Sommer
2018 zurückzuführen sei. Deshalb musste dieser Wald komplett gefällt werden.
Das Holz wurde gehäckselt und verbrannt. So will man eine Ausbreitung verhindern.
Hier ging es um die Eindämmung der Pilzinvasion.

Wenn ein Baum auf öffentlichem Gelände steht, ist die Gemeinde auch haftbar
für mögliche Schäden. Dafür gibt es wohl Versicherungen, aber die verlangen auch
verantwortungsvolles Handeln. Die Bäume werden regelmäßig begutachtet.
Könnte ein solcher Baum beim nächsten Sturm umfallen, wäre es noch das kleinste
Übel, wenn Sachschaden entsteht. Bei Personenschäden ist es nicht mehr so lustig.
Deshalb kann man auch außerhalb der erlaubten Zeiten fällen, ist Gefahr im Verzug.
Auf Privatgelände haftet der Eigentümer. Auch der sollte kein Risiko eingehen.

Ich bin immer dafür einen Baum zu erhalten, wenn das möglich ist. Rechtzeitige
Maßnahmen könnten auch den Totalverlust vermeiden. Oft liegt das Problem darin,
dass "falsche" Bäume gepflanzt wurden, sogar im öffentlichen Bereich. Bei uns
hatte vor Jahren jemand beschlossen, entlang eines Baches, der immer mal
Hochwasser führt, Pappeln zu pflanzen. Irgendwann kamen armdicke Äste herunter
und zudem zerstörten die Wurzeln die Uferböschung. Als man diese Pappeln fällen
musste, gab es großes Geschrei. Jetzt hat man Säuleneichen gepflanzt, die offenbar
besser geeignet sind.

Zumindest in unserer Stadt geht man inzwischen viel verantwortungsbewusster
mit Pflanzungen und auch Fällungen um. Vor 40 - 50 Jahren hatte man sich wohl
kaum Gedanken gemacht, was aber immer noch Auswirkungen hat.

AndreasG.
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von AndreasG. » 04 Jun 2019, 10:33

Wobei man auch übertreiben kann....
Bei dem von mir beschriebenen Beispiel war angeblich eine alte Steinmauer bzw. deren Überreste eine Gefahr für die darunter verlaufende Bahnlinie. Diese Mauer war nur wenige Meter lang und stützte einen Hang. Um den vermeintlichen Schaden zu beheben, wurde über eine Strecke von mehr als 70 m alles platt gemacht, d.h. mehrere Bäume gefällt, deren Wurzeln den Hang durchaus stabilisierten. Die Mauer wurde eingeebnet und mit Mutterboden aufgefüllt. Bei jedem kräftigen Regen wird nun ordentlich Erde weggespült. Vorher konnte die Fläche sich selbst überlassen werden, jetzt sind permanente Pflegemaßnahmen notwendig und es sieht völlig steril aus. Ein Nachbarhaus, das vorher hinter Bäumen versteckt war, kann jetzt von jedermann eingesehen werden. Privatsphäre futsch.
Meine Vermutung; da hat jemand aus der Stadtverwaltung einem Kumpel einen hunderttausender Auftrag zugeschustert. Also nicht alles glauben, was vermeintliche Fachleute so erzählen.

Remstalbewohner
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von Remstalbewohner » 04 Jun 2019, 19:34

biloba hat geschrieben:
04 Jun 2019, 09:14
kausche hat geschrieben:
04 Jun 2019, 08:20
Bäume sind auch Geschöüfe, dürfen auch einmal krank und somit für die Umwelt gefährlich werden...
Richtig.
Nur kommen solche Krankheiten üblicherweise nicht binnen Tagen.
Das ist genau das, was ich auch denke. Selbst wenn der -jetzt nichtmehr zu beurteilende Baum- ein Problem hatte,
warum wurde es nicht in der Fällzeit davor oder danach gerodet??
Eventuell wäre ein Kronenreduktion -Mit Gesetz vereinbar- Bis Oktober denkbar.

Yogibaer
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von Yogibaer » 04 Jun 2019, 20:11

In Waiblingen ist der Asiatische Laubholzbockkäfer, Anoplophora glabripennis, kein unbekanntes Wesen. Die Hygienevorschriften schreiben eine sofortige thermische Verwertung eines befallenenen Baumes vor. Leider kann man einen Befall nicht am Baumstumpf erkennen, aber das Grünflächenamt könnte sicher eine Erklärung für die außerzeitliche Fällung geben.
Gruß Yogi

Spinnich
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von Spinnich » 08 Jun 2019, 06:01

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis)

Schadwirkung - durch den Larvenfraß ab dem dritten Stadium im Holz, das den Baum statisch schwächt, was bis zum Abbrechen von Kronenteilen führen kann und ein Problem für die Verkehrssicherung der betroffenen Bäume darstellt.
In seiner Ursprungsregion in China tritt der Käfer seit den 1980er Jahren als Schädling auf. Großflächige Aufforstungen mit einer heimischen Pappelart zur Bekämpfung der Desertifikation begünstigten seine Ausbreitung.
Die Schäden, die der Käfer in China verursacht, werden auf rund 1,5 Mrd US-Dollar jährlich geschätzt.

In Europa
Der Käfer bzw. seine Larven werden regelmäßig in Verpackungen oder mit lebenden Pflanzen nach Europa eingeschleppt. Seit 2015 gibt es Freilandbefälle unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Italien und den Niederlanden, die alle amtlich bekämpft und überwacht werden.
Befall
2001 - Bei einer Verpackungsholzkontrolle wurden im Juli 2012 in St.Georgen/Oberösterreich ein neuer Befall durch den asiatischen Laubholzbockkäfer entdeckt. In einer Zone von 500 Metern um den Fundort wurde jeder potentiell gefährdete Baum gefällt und von Spürhunden des Bundesamtes für Wald auf die Käfer kontrolliert.
Wenn es sich um so einen Befall handelte wäre tatsächlich rasches Handeln erforderlich und sogar gesetzlich vorgeschrieben.
Aber dann sollte die ortsansässige Bevölkerung auch hinreichend über die Hintergründe und die notwendigen Vorsorgemaßnahmen aufgeklärt werden!
Ob das Neozoen-Problem hier also zutrifft bleibt offfen!

LG Spinnich :shock:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Remstalbewohner
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Re: Baumfällung am 3.Juni??

Beitrag von Remstalbewohner » 10 Jun 2019, 21:49

Spinnich hat geschrieben:
08 Jun 2019, 06:01

Ob das Neozoen-Problem hier also zutrifft bleibt offfen!

LG Spinnich :shock:
Eigentlich müsste es ja dann auch einen Aktionismus hier geben, wie in Hildritzhausen/Böblingen:
Informationen Hildrizhausen
In Waiblingen scheint es so etwas nicht zu geben, daher noch immer Komisch.

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