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Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 27 Mai 2019, 13:35
von AndreasG.
Gerade bin ich an mehreren teils blühenden Wiesen, Sträucher und z.B. blühenden Kastanien vorbeigekommen. Insgesamt habe ich zwei! Hummeln gesehen, das wars. Es ist schon fast gespenstisch, nur merkt das kaum jemand.
Auf meinem Balkon blühen derzeit u.a. Bohnenkraut und Thymian, eigentlich beliebte Nektarspender. Auch da kommt niemand vorbei, der sich dafür interessiert. Es wird wirklich jedes Jahr schlimmer und auffälliger.

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 27 Mai 2019, 23:44
von bee
Ich habe mich auch schon gewundert, bei mir hatte sich selbst Klee angesiedelt und der wuchert und wuchert und blüht und duftet ... und kaum "jemand" kommt!

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 28 Mai 2019, 13:49
von Cryptomeria
Ich wundere mich auch wieder. Bis jetzt, trotz vieler Wildblumen- und sonst. Blüten, auch wenig los . Mal abwarten, nächste Woche soll es sommerlich warm werden. Insgesamt gibt es hier oben sowieso viel weniger Insektenarten durch die Intensivlandwirtschaft, fehlende Waldflächen, zu kleine Naturschutzgebiete usw.
VG Wolfgang

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 28 Mai 2019, 17:04
von Babs
Auch hier ist wenig los an meinen Hundsrosen, allerdings war es bei uns im Mai recht nass und kühl.
Wenn die Sonne scheint, ist definitiv mehr los - ich hoffe auf die nächsten Tage.
Aber es ist traurig....

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 28 Mai 2019, 17:59
von AndreasG.
Gestern, als ich den Beitrag erstellt habe, war es hier angenehm mild, sonnig und warm. Ideales Flugwetter, nur war niemand unterwegs. Als mir dann letztendlich doch eine Hummel entgegenkam, fiel mir erst auf, dass da etwas fehlt.

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 28 Mai 2019, 19:03
von Babs
Ich habe im Radio heute einen Beitrag gehört, da ging es um das Artensterben und dass es im Bewusstsein der Menschen noch nicht richtig angekommen ist. Sie meinten es wäre immens wichtig, dies den Menschen klar zu machen, da das Artensterben eigentlich noch viel schlimmer ist als der Klimawandel. Diesem könnte man entgegen wirken mit den richtigen Maßnahmen, aber wenn eine Art ausgestorben ist, dann ist sie für immer weg....
Die fehlenden Insekten sprechen Bände - und nur wenige von uns bemerken es.

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 28 Mai 2019, 20:18
von LCV
Dafür nehmen die Baumwanzen aller Variationen und auch asiatische Marienkäfer zu,
teilweise schon wie eine Invasion. Im letzten Herbst und sogar im Winter musste man
ständig diese Wanzen einfangen und rauswerfen. Ob die den gleichen wert wie Bienen & Co.
haben, wage ich zu bezweifeln.

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 29 Mai 2019, 18:13
von biloba
Naja, in Südwestdeutschland dürfte die Anzahl der Insekten in den kommenden Wochen wieder rasant zunehmen. Welch ein Glück!
Klick


Krabbelige Grüße!

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 29 Mai 2019, 19:54
von LCV
Für mich kein Problem. Tomate im Topf auf das Fensterbrett stellen,
da kann es die ganze Nacht auf bleiben. Die Mücken hassen offenbar
den Geruch der Tomatenblätter.

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 02 Jun 2019, 21:20
von Babs
Hallo miteinander,

hier kann man sich beteiligen und Insekten zählen und melden.....
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... index.html

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 04 Jun 2019, 08:39
von biloba
Babs hat geschrieben:
02 Jun 2019, 21:20
hier kann man sich beteiligen und Insekten zählen und melden.....
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ ... index.html
Man sollte sehr genau überlegen, ob man dem NABU meldet, welche Insekten in seinem Garten vorhanden sind. Eure Stechmücken, OK-kein Problem.

Aber wenn jemand voller Stolz einen seltenen Insektenfund vermeldet, kann das schnell zum Bumerang werden. Wir wären doch schön blöd, diesem Verein Gratis-Munition zu liefern, wenn wieder mal ein Bauvorhaben verhindert werden soll, schlimmstenfalls mein Eigenes.


Pfiffikus,
der dem NABU die Hornissen in seinem Garten auf keinen Fall melden wird

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 08 Jun 2019, 05:40
von Spinnich
Wie ich erst kürzlich gelernt habe sind sogar Stechmücken wichtige Blütenbesucher und Bestäuber. So lästig diese für uns sein mögen, spielen sie in der Ökologie ja auch als Nahrungsquelle eine ganz wichtige Rolle. Dass sie allerdings keine Tomaten mögen, kann man sich z. B. im Schlafzimmer zu Nutze machen.
Was die Insektenvielfalt anbelangt, kann ich in diesem Jahr eher positive, als negative Beobachtungen vermelden. Zahlreiche grabende Stechimmenarten, Bienen- wie Wespen haben bei mir in der Wiese und in Gartenbeeten ihre Brutzellen angelegt. Bereits frühzeitig im Jahr wahren auch viele der fetten blauen Holzbienen zu sehen. Im Garten wälzten sich zuletzt Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen und eben sogar die riesigen Holzbienen in den großen roten Mohnblüten, der dieses Jahr besonders wüchsig ist. Selbst Laufkäfer hatten sich vor Bestellung des Gartens im warmen Frühjahr auf den brachen Beeten herumgetrieben. Die Baue der Wiesen-Waldameise, Formica pratensis, in unserer Ortsnähe, die ich vor zwei Jahren noch gegen die Mäharbeiten der uneinsichtigen Sraßenmeisterei per Anzeige schützen musste, haben sich auch inzwischen zu prächtigen Kolonien bzw. Tochterkolonien entwickelt. Mittlerweile ist die Mutterkolonie durch die UNB auf mein Betreiben hin mit einem Schutzzaun versehen, und die prosperierende Tochterkolonie konnte ich jetzt ebenfalls mit einem solchen Schutz vor Mäharbeiten absichern. Der Bürgermeister hatte mir den Schutz vom Bauhof anfertigen lassen, auch wenn ich ihn mehrmals, zuletzt auf unserem Dorffest, an sein Versprechen erinnern musste, hat es sich dann doch ausgezahlt. Es lohnt sich also immer etwas (auch kleine Schritte) für unsere Natur und die Arterhaltung zu tun.
Einige meiner Gartenwildstauden, wie Ackerrittersporn finden sich jetzt auch schon in vielen benachbarten Gärten. Auf dem Wiesenpfad zu den Gärten werden beim Mähen auch mal Schafgarbe und Brennnesslen als Randstreifen vor dem Gartenzaun stehen gelassen.
Eine Verteilung kostenloser Samentütchen (Aktion vom BN für Insekten und Wildbienen) hat über Bücherei, Kindergarten, Schule und Vereine auch gut Abnehmer gefunden, so konnte ich etwa 50 Tütchen unter's Volk bringen. Auch unsere Gemeinde hat jetzt zwei Streifen "Allerwelts"-Wiese (also keine wertvollen Trockenrasen) umgeackkert und eingesäht. Bin gespannt was da so aufläuft.
Die breite Öffentlichkeit hat jedenfalls ein Gespür und Bewusstsein entwickelt, dass da was schief läuft und gegen gesteuert werden muss.
Das hätte ich vor wenigen Jahren so nicht erwartet.

LG Spinnich :wink:

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 08 Jun 2019, 08:32
von Gabi Paubandt
Genau, während Samentüten verteilt werden, um einzelne Menschen zu animieren, insektenfreundlich zu bepflanzen, wurde bei uns am Maindamm das Grün bis auf die Grasnarbe abgefräst :( Man kann doch nicht die Landschaftsgärtner aus ihrem altvertrauten Rhythmus reißen!
Gruß Gabi

Re: Insekten fehlen - mal wieder

Verfasst: 09 Jun 2019, 13:52
von Spinnich
Hallo Gabi,

das frustige Gefühl kenne ich nur zu gut, aber man sollte diesen Unsinn nicht so ohne weiteres hinnehmen. Manchmal kann es hilfreich sein, die Kommunen anzuschreiben und Informationen zu Biodiversitäts fördernden Maßnahmen einzufordern und gegensätzliche Beobachtungen immer mal wieder aufs Tapet zu bringen. Da können gelegentlich auch Nachfragen, besser persönliches Vorstellig werden beim Umweltamt, der UNB/HNB und den Lanschaftspflegeverbänden zu einem Umdenken bzw. zu amtlichen Kontrollen führen (auch wenn UNB's leider gegen kommunale Behörden keinerlei Weisungsbefugnis haben!). Zwar ist das oft nur erfolgreich wenn man diese Ansprechpartner immer wieder nervt, die UNB sind ja leider immer notorisch unterbesetzt und können sich um ihre eigentlichen Aufgaben kaum noch kümmern. Andererseits stehen Landratsämter und Kommunen mittlerweile stark im Fokus und möchten gar nicht mehr so gerne in der Presse durch Leserbriefe als rückständig angefeindet werden. :lol:

Sehr gute Informationsgrundlagen bieten hier die regelmäßigen Newsletter der ANL. Diese oft gut aufbereiteten Themen lassen sich den schwerfälligen Behörden immer ganz gut als fachlich versierte Informationen und Handlungsrichtlinien unter die Nase reiben.

LG Spinnich :mrgreen: