Nur die Harten kommen in den Garten...

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Spinnich
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Nur die Harten kommen in den Garten...

Beitrag von Spinnich » 11 Apr 2017, 17:05

Hallo,

Wie sieht es dieses Jahr bei Euch mit der Obstblüte aus?
Ich hoffe es gibt keinen Spätfrost in die Apfelblüte, denn letztes Jahr hatten meine alternierenden Apfelbäume kaum geblüht und nur wenig gefruchtet.
In diesem Jahr sind sie wieder übervoll, selbst ein Wildling in einer Hecke, den ich vor Jahren mal veredelt hatte, zeigt die ersten Blütenknospen.

Lediglich meine noch recht kleine Birne hat es bei nur einer Blütentraube belassen, aber die soll ruhig erst mal noch ins Wachstum investieren.
Im letzten Jahr gab es an dem Bäumchen doch schon mal die ersten 20 (noch eher kleinen) Birnchen, 2 sogar an der Veredelung an der Spitze der Stammverlängerung.

Die beiden 2 - 2,5 m hohen Nussbäumchen haben wohl auch keine Blüten angesetzt, aber ich wäre schon froh, wenn die nicht wie in den letzten 4 Jahren wieder mitten im Austrieb erfrieren. Immerhin hatte der größere vor wenigen Jahren schon mal 2 Nüsse angesetzt. :lol:

Bei den Sauerkirschen wird es auch eher nichts, denn ein Bäumchen ist noch zu mickrig (1€-Stecken), das andere (Koröser W.) hat nach Erkrankung die gesamte Krone eingebüßt, treibt jetzt aber aus halber Höhe wieder kräftig nach und hat auch ein paar Blüten.

Die Knorpelkirsche legt sich in der Blüte auch mächtig ins Zeug, aber da waren dennoch nie mehr als eine Handvoll mickrig kleiner Kirschen an dem Baum, alles sowieso von den Vögeln vereinnahmt.

Früher hatte ich mal (notgedrungen) 2 ältere Sauerkirschbäume (einen sogar schon zum 2ten mal) von einem anderen Grundstück umgepflanzt, die trugen tatsächlich ein paar Kirschen, sind aber innerhalb 3-4 Jahren abgenippelt.
Von einem steht noch die buschige von den Rehen anfangs malträtierte Unterlage (Prunus mahaleb) und zeigt reichen Blütenflor.
Ein Kirschpflaumensämling (Prunus cerasifera nigra) ist auch bestens gewachsen und zeigt schon einige Blüten. Ob die auch fruchten,, wie am Elternbaum, muss man abwarten.

Eine leider ungenießbare wilde Mirabelle wurde vor Jahren mit Zwetschge veredelt. Das angewachsene Reiser hat aber ein Raubvogel abgeknickt.
Doch ein späterer neuer Versuch war erfolgreicher und wächst rasch.
Ob es heuer für den ersten Fruchtansatz reicht wird sich zeigen.
Auch eine kleine Zwetschge ist wild aufgegangen und bleibt natürlich stehen.

Des weiteren gibt es noch eine portugisische Birnenquitte, der der trockene Standort nichts ausmacht. Die Ernte war im letzten Jahr sehr üppig, die Früchte riesig. Eine Quitte für Rohverzehr habe ich in den letzten Jahren leider nicht ergattern können, weshalb ich eine Hybride Quittenbirne, Pyronia veitchii gepflanzt habe.

Den Platz hatte nach 15 Jahren meine mickrige Nektarine freigemacht, die mit dem Pickel gepflanzt werden musste (geplanter Stellplatz), aber doch 10 Jahre lang immer einige Früchte trug, woran sich besonders Wespen und Ameisen erfreuten. :P

Der Versuch mit einer Kaki ist leider nach Trockenheit im Pflanzjahr und starkem Winterfrost erst mal gescheitert. Die Diospyros lotus - Unterlage ist aber wieder ausgetrieben, Geschlecht der meist zweihäusigen Unterlage ist natürlich nicht bekannt. Hoffe dieses Jahr eine Hybride 'Nikitas Gift' zu bekommen. Auch eine Pfirsicose habe ich mir zugelegt, werde aber sicherheitshalber erst mal in meinem Gemüsegarten ordentlich bewurzeln lassen.

Das war auch die Lebensrettung für meinen Holunder 'Black Lace'
Nach 2 jahren im Garten und Auspflanzung mit kräftiger Wurzel war der Austrieb gut. Den Rehen hat's gefallen. Der Rest war kläglich und wird seitdem mit Draht geschützt. Dann ein supertrockenes Jahr, das nur dank Bewässerung mit Ach und Krach überlebt wurde.
Heuer sieht es aber wieder besser aus, ich hoffe der Strauch kann sich dort dauerhaft etablieren.

Auch eine Dreiblättrige Orange, Poncirus (Citrus) trifoliata hat es wohl nach Anlaufschwierigkeiten geschafft.
Die Idee den Strauch erst noch ein Jahr im Topf zu belassen war ein Irrtum, die Pflanze verlor alle Blättter ohne neue zu bilden. Dann also doch im Herbst die noch grünen Triebe gepflanzt und das geschwächte Gehölz überlebte den Winter und den ganz trockenen Sommer. Ende des Sommers ein paar mickrige Blättchen, trotz Unterhöhlung durch eine Wühlmaus.
Im letzten Jahr dann erster Zuwachs der überlebenden Reste.
Dieses Jahr schon zeitig am Knospen und wird sicher deutlich zulegen.

Bei der Jujube muss ich abwarten, da waren im letzten Jahr nur 2 mickrige grüne Triebe. Aber für deren Austrienb ist es auch noch zu früh.

Papiermaulbeere bleibt auch noch schön am Boden, das ist aber normal.
Mein Baum hinterm Haus hat es in den ersten 5 Jahren auch nicht geschafft aus den Vorjahrestrieben auszutreiben (aber aus dem Wurzelstock). Dann irgendwann doch, und nun kann ich unter dem Baum sitzen und beim Grillen mein Bierchen in seinem Schatten genießen.
Manchmal braucht man halt Geduld.

Eine Baumhasel aus Selbstaussaat gibt es auch noch - Bild siehe im Rätsel:
viewtopic.php?t=16933

Mit einer teuren Bayernfeige habe ich es auch mal versucht, der haben die früher noch strengeren Fröste und dann die Wühlmäuse den gar ausgemacht.
Eine andere gekaufte Feige war ihrem Topf entwachsen und darbt nun im Garten, wo sie immer brutal runter friert. Die wird aber dennoch jedes Jahr größer.
Anders als meine in Italien an der Adria auf einem Waldweg gesammelte wilde Feige, die leider nicht fruchtet und sehr langsam wächst.
Werde aber bald mal wieder einen Versuch wagen mit einem der Ablager einer wüchsigen Ficus, die ich am Gardasee gesammelt habe und die sogar über den Winter einen Fruchtansatz behalten hat.

Ansonsten habe ich noch 3 Weinstöcke auf dem Grundstück. Am besten gedeiht eine Portugieser Traube die 40 Jahre auf dem Buckel hatte, bevor ich die bekam und die nach 2 maligem Umpflanzen dort hoffentlich ihren Lebensabend beschließen darf.

Als Ziergehölze gibt es noch eine Kletterrose, seit 2 Jahren eine 'Santana'.
Hoffentlich ist sie robuster als das vorherige Gewächs vom Baumarkt, dass nach über 10 Jahren nie höher als 1 m wurde, dann ganz abstarb, bis auf die Wurzel, wie ich erst bei der Nachpflanzung bemerkte.
Die Wurzelreste leben an anderer Stelle aber noch heute und treiben aus (so 10 cm hoch) und es gab sogar eine Blüte etwa so groß, wie ein 5 Cent Stück. 8)

Daneben steht ein strauchiger Bastardindigo, der dort bestens gedeiht, sich aber bei der trockenen Umgebung kaum als invasiv erweisen dürfte.
Die Mutterpflanze aus einem Urlaubsmitbringsel steht an der Mauer zum Nachbarn hinter meinem Wohnhaus und wird wegen des wuchernden Wuchses vor dem Laubfall jährlich entastet. Das Stämmchen dort hat wohl so 8-9 cm Durchmesser und bringt jedes Jahr neue Triebe von 2-3m Länge.

Auch 2 Nadelgehölze haben den Weg auf meine Obstwiese gefunden.
Bei dem Angebot (meines Vaters) konnte ich einfach nicht nein sagen.
:shock:
Immerhin sind sie recht gut integriert:
viewtopic.php?t=16949

LG Spinnich :D
Dateianhänge
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Der winterharte Citrus
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Mein dunkellaubiger Holunder
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- Georg Christoph Lichtenberg -

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 11 Apr 2017, 17:46

Hallo Spinnich,

der Holunder sieht wirklich erfolgsversprechend aus. Dabei habe ich mit den "künstlichen" Sorten nicht so gute Erfahrungen. Der dunkellaubige ist mir sogar eingegangen. Deshalb konzentriere ich mich fortan nur auf die echten einheimischen Sorten.

Viele Grüße

quellfelder

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 11 Apr 2017, 18:09

Wenn man junge Pflanzen in eine Wiese setzt, müssen diese einen sehr guten Wurzelballen haben, denn im Sommer nimmt die Wiese sehr viel Wasser weg. Deswegen ist ein "Mulchteller" ( Baumscheibe ) ratsam, damit sich darunter Feuchtigkeit halten kann.Aller Anfang ist sehr schwer in einer trockenen Wiese.
Man denkt es hat ausreichend geregnet und schaut man mit dem Spaten unter die Wiesensode ist alles komplett trocken. Dazu können dann noch Mäuse usw. kommen.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 11 Apr 2017, 22:18

Hy!

Birne und Kirschen gehen hier (Nordrand Westerwald, 300 m NN) soeben in die Vollblüte. Wieder mal in der kühlen Witterungsphase, doch ich zähle auf die Hummeln und Wildbienen...

Äpfel knospen normal, wobei mein alternierender Winterrambur dies Jahr wieder viel haben dürfte.

Der Pflaumenbaum (Zwetschge) ist so proppenvoll mit Knospen, dass ich echt Angst habe, dass der sich auf seinen Abschied vorbereitet. Werden die alle was, wird das Laub zur Versorgung kaum ausreichen...

Auch soeben blühen tun die Stachel- und Johannisbeeren, das verspricht ganz moderat zu werden.
Und zu meiner großen Freude und auch Überraschung hat mein erst zweijähriger Sämling aus meiner dornenlosen Rubus x neglectus 'Glencoe' die ersten Blütenknospen.
Vater des Sämlings könnte die 'Glencoe' selbst, meine Taybeere oder die Himbeeren sein (1x einmaltragend, 1x zweimal tragend). Vom Aussehen her geht die Laubtönung Richtung Taybeere, womit die Kleine dann eine Vierfachhybride und völliges Zufallsprodukt wäre - bin sehr gespannt und hoffe auf lecker :D!
Wobei mir gerade einfällt: Wenn ich von den Früchten was haben will, muss ich sie noch vor meinen Hühnern in Sicherheit bringen, ist nämlich erst so 60 cm hoch ^^...

Dioscorea
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Beitrag von Dioscorea » 12 Apr 2017, 01:00

Alles blüht bei mir! (Kirschen, sauer + süss) Pflaumen, Äpfel, Birnen, Aprikose.
Wenn jetzt kein Frost kommt ( kommt ja nicht) gibt es eine Ernte wie nie gesehen.
Letztes Jahr war alles so ähnlich und da sind mir die Kirschen am Baum vertrocknet und hängen noch jetzt als "Rosinen" am Baum.
Ein trockener Sommer kann alles versauen.
Auf die Blüte von Diospyros lotus und Mespilus germanica warte ich noch und mit Asimina triloba ( wunderschöne Blüten) wird es wohl nix. Wohl erfroren oder eher verdurstet. Kornelkirsche hat schon geblüht und die Walnüsse schlafen noch.
Meine Pimpernüsse (ganz viele gezogen, damit es auch was zum Ernten gibt) sind inzwischen 80 cm hoch und von Blüten bisher keine Spur.
Nb.: mein Mammutbaum, als Sämling mit 30 cm Höhe gepflanzt hat letztes Jahr 2 m Zuwachs geschafft und ist bei ca. 7 m angekommen und verschattet mir meine Kiefernsammlung.
Probleme über Probleme, aber Spass macht so ein privater botanischer Garten.
meint
Dioscorea

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 12 Apr 2017, 01:31

Ja, das macht er, in der Tat :D!
Überlege, ob ich mit meinen ganzen eigenen Selektionen und anderen Besonderheiten nicht ein eigenes Arboretum aufmache ^^...

Ich finde es gerade interessant, wie sich regional/ lokal doch einiges unterscheidet... Hier treiben die meisten Walnüsse selbst in höchsten Lagen schon kräftig, Kornelkirsche blüht soeben noch, von der Apfelblüte sind wir aber noch Wochen entfernt. Dafür hat einer meiner Stechginster (freilich kein Obst) schon Anfang März zu blühen begonnen, während der andere soeben erst knospt.
Obschon wir insgesamt aktuell locker zwei, fast drei Wochen weiter sind als letztes Jahr zu der Zeit...

Spinnich
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Frost ?

Beitrag von Spinnich » 12 Apr 2017, 20:26

Hallo

Rubus x neglectus 'Glencoe', die Sortenbeschreibung klingt schon verlockend, hoffentlich ist der Nachfahre auch so schmackhaft. Wenn er fruchtet, berichte mal nach der Verkostung.

Dioscorea hat geschrieben:Wenn jetzt kein Frost kommt ( kommt ja nicht) gibt es eine Ernte...
Na ja, bei mir ist für die nächsten Tage bis -2°C und auch Bodenfrostgefahr gemeldet. Noch schadet es den Äpfeln nicht, die Knospen auch der frühen Sorten sind noch nicht ganz soweit, eher dem Steinobst, welches jetzt blüht. Birne war auch noch nicht so weit, nur beim Haus die Nashi, ist aber dort geschützt. Kritisch wieder für meine Kiwi 'Anastasia', frostfest bis -40°C, aber nicht im Austrieb der Knospen. Hoffe diesmal keine gravierenden Frostschäden an der Lady hinnehmen zu müssen. Die Walnuss ist momentan bei geringem Frost (sollte der wirklich zuschlagen) auch noch unkritisch, da sich noch kaum was tut, dagegen ist die Kornelkirsche schon seit einigen Tagen fertig.
Ist halt alles je nach Region und Lage bisserl unterschiedlich.

Wünsche uns allen ein erfolgreiches und nicht so 'extrem' trockenes Gartenjahr.

LG Spinnich :roll:
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Nur die Harten kommen in den Garten...

Beitrag von Spinnich » 29 Apr 2017, 09:50

Hallo Gartenfreunde,

gab es bei Euch auch Frostschäden

Einige Topfpflanzen wie Granatapfel, Paulownia und Guavensalbei hatte ich vorsichtshalber wieder aus meinem Hof in die offene Garage gestellt, als die ersten Frostnächte angekündigt wurden. Die frischen Austriebe, die sich schon zeigten, sind ja leider doch empfindlicher als die ruhenden Knospen.

Im geschützten Bereich im Hof hatte ich dann bis -3° C an der Hauswand.
Im Gartenbereich innerorts hinterm Haus gab es denn auch leichte Frostschäden an meiner Papiermaulbeere, je nachdem wie weit die Blüten und Blätter schon aus den Knospen lugten. Der rote Perückenstrauch hat auch deutliche Frostschäden. Die ersten Blätter waren schon ausgehärtet und sind unbeschädigt, die inneren Blätter um die Knospen der Blütenrispen sind alle schwarz. Wie sehr die Blütenrispen selbst geschädigt sind, kann ich noch nicht sicher erkennen, hoffe aber das die nicht komplett erfroren sind.
Im Gemüsegarten außerhalb der Bebauung hat der Frost noch härter zugeschlagen.
An meiner Schisandra sind wieder alle Triebe und Blüten betroffen, nur einzelne Blättchen haben Stand gehalten.
Meine Kiwi "Adam" hat auch jegliches Grün eingebüßt. Hier hatte ich diesmal keinerlei Schutz angebracht, der Strauch ist schon robust genug, um wieder auszutreiben.
Meine Kiwi "Anastasia" ist noch dick verhüllt und wird erst am Montag wieder nackig gemacht, wenn definitiv keine Frostnächte mehr zu erwarten sind. Ich hoffe die hat es unter ihrer dicken Burka besser überstanden.
Im Obstgarten steht auch mein Pfirsichbaum. Ob die Pfirsichblüten Schaden genommen haben konnte ich nicht erkennen. Der blüht schon eine ganze Weile und müsste schon bestäubt sein. Ob sich die Früchte nach der Befruchtung normal entwickeln, oder ob es zum Ausfall kommt ist mal wieder wie im Lotto. Normalerweise ist der Baum aber (alle 2 Jahre) zuverlässiger Massenträger.

Auf meiner Obstwiese habe ich gestern mal nach dem rechten geschaut. Die Nussbäume halten ihre Knospen noch fest geschlossen, aber an der Knorpelkirsche gibt es an den Fruchtansätzen auf jeden Fall schon mal Frostschäden an einigen der Stecknadelkopf großen Fruchtansätzen. Teilweise konnte ich auch Frostschäden an Apfelblüten auf der Wetterseite feststellen. Bei einigen Blüten dürften die Blütenorgane erfroren sein. Viele der Blüten waren jedoch noch geschlossen. Da konnte man vereinzelt auch ein paar braune Blütenblätter entdecken. Im großen und ganzen scheint es aber keine massiven Frostschäden an der Apfelblüte zu geben - hoffe ich zumindest.

LG Spinnich :o
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Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp » 29 Apr 2017, 11:27

Also ... wir hatten hier (Neuss) nur nen Anflug von Frost und hier sind sehr viele frischen Triebe und frisches Laub der "Exoten" verfroren ... Hortensien, Lavendelheide, Raupenfutter ... äh ... Buxus, sogar Kamelie, dazu Sommerflieder, stellenweise sogar Ginkgo.
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Exoten erfroren

Beitrag von Spinnich » 29 Apr 2017, 12:18

Hessekopp hat geschrieben:Also ... wir hatten hier (Neuss) nur nen Anflug von Frost und hier sind sehr viele frischen Triebe und frisches Laub der "Exoten" verfroren ... Hortensien, Lavendelheide, Raupenfutter ... äh ... Buxus, sogar Kamelie, dazu Sommerflieder, stellenweise sogar Ginkgo.
Das etwas mildere Klima kann auch von Nachteil sein, weil es zu früherem Austrieb verleitet.
Vor Jahren hatte ich mal kompletten Ernteausfall beim Obst, dagegen war in der kalten Hochrhön alles voll mit Obst. Da hatten sich die Bäume einfach mehr Zeit gelassen.
Hier ist an Buddleja bisher nichts zu bemerken, die treiben aber erst ganz schwach. Ausfälle gab es da sonst schon öfter, sogar Totalausfälle etliche Jahre alter Exemplare.
An meiner Rispenhortensie ist zum Glück auch nichts erfroren, steht aber gut geschützt.
Das mit dem Buxus verwundet mich allerdings eher, als bei den angesprochenen Kamelien.

Übrigens was macht ein(e) Hesse in Neuss, oder hat dein Pseudonym nichts mit Hessen zu tun?

Gruß aus Unterfranken,
Spinnich :)
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Beitrag von bee » 29 Apr 2017, 13:48

Hallo,
isch 'ab ja gar keinen Garten, trotzdem war der Frust groß zu sehen, was der Frost alles angerichtet hat (gemessen habe ich nur -2 Grad im 2. Stock).
Bei uns ist Mitte April auf 270m die Obstblüte fast vorüber (nur noch Apfel in höherer Lage, auf 500 m, und Quitte und so was.)
Fruchtansätze waren überall schon gut (durch das trockene warme Wetter), ob es da große Schäden gegeben hat, weiß ich gar nicht.
Zumindest die Äpfel, an denen ich gestern vorbei kam, sahen gut aus.

Aber ALLE Wallnussbäume, die ich sah (in freier Lage, aber auch bei Häusern - auch in benachbarten Gegenden, eher Oberrhein bei Efringen-Kirchen) - und die waren unterschiedlich weit in Austrieb und Blüte, da ist fast alles kohlschwarz. Nur wo die Blätter schon größer waren, da sind die Blätter nur halb erfroren.
Gestern sah ich zumindest in der Nachbarschaft, dass einige Seitenknospen dick wurden.
Aber Nüsse wird es hier wohl nicht geben...

Blattschäden hatte auch Efeu, Parthenocissus und Nachbars Kiwi sieht auch nicht gut aus.
Mein kleiner Rosmarin im Topf am Balkongeländer (Ostseite) blüht aber seit 2 Wochen, als ob nichts gewesen wäre.
Viele Grüße von bee

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Balkonien

Beitrag von Spinnich » 29 Apr 2017, 14:19

Hallo bee,

ich wundere mich heuer schon, dass mein Rosmarin im Garten überhaupt noch Lebenszeichen zeigt. Letztes Jahr waren die Spitzen erfroren, aber schnell überwachsen. Diese Jahr deutlich härter zurückgefroren, aber ich bin noch optimistisch. Früher habe ich die ausgegraben und im Gewächshaus eingeschlagen, aber irgendwann sind sie zu groß dafür.

Im Topf habe ich auch einen alten Rosmarin, blüht jedes Jahr, ist aber noch nicht soweit.
Bis -5° C hatte ich da noch nie Probleme auch mit Topf-Rosmarin.
sobald es regelmäßig um -5° C oder gar kälter wird, wird dann aber abgeräumt (kurzfristig bis -10 °C) im Freiland vertragen die aber deutlich mehr, auch je nach Sorte.

LG Spinnich 8)
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Dioscorea
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Beitrag von Dioscorea » 29 Apr 2017, 15:27

Am 12.04. war die Welt der Kirschen noch in Ordnung.(Rhein-Maingebiet)
Jetzt hängen neben den vertrockneten Kirschen vom letzten Jahr die erfrorenen von diesem Jahr.
Ich bin ja so froh, dass ich kein Erwerbsobstbauer bin.
Und die Nussbäume: voller schwarzer Blätter.

Spinnich
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Spätfrost

Beitrag von Spinnich » 29 Apr 2017, 18:20

Hallo

Leider muss man sich immer häufiger auf Spätfrost im Frühjahr auf erhebliche Kälteeinbrüche bereits im September und wieder auf deutlich längere und stärkere Frostperioden im Spätwinter einstellen, soweit das überhaupt möglich ist.
Übel, wenn mitunter alle Wettervorraussagen versagen und -2°C bis max. -5 °C im Herbst prognostizieren und der Frost dann mit -12 °C selbst in leicht geschützen Zwischenquartieren alles umnietet, was dort noch zwischengelagert war.
Muss wohl doch wieder mehr Gewächse auf den Dachboden schleppen oder ins dunkle Kellerverlies verbannen um Überwinterungsschäden zu minimieren.

Bei den Freilandpflanzen kann man bis zu einer gewissen Größe noch ein bisschen was machen, aber eben nur bei Jungpflanzen mit überschaubarer Größe oder mit immensem Aufwand, wie die verrückten Palmen und Exoten - Fans mit ihren Gartenheizungen oder eben Bedampfungs und Beregnungsanlagen wie es im fränkischen Weinbau jetzt wieder notwendig war.

Uns kleinen Gartenbesitzern bleibt da nur die Möglichkeit der Sortenauswahl (späte Sorten bei Apfel), der geschützten Pflanzung (sofern es passende Stellen gibt), Schutz von Jungpflanzen und natürlich die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr viel besser und wieder milder wird und vielleicht auch mal wieder regnet, nach dem Motto "gute Zeiten, schlechte Zeiten". 8)

LG Spinnich :wink:
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 29 Apr 2017, 19:06

Ich habe bei mir noch nicht alles begutachtet. Auffällig natürlich die braunen Magnolienblüten, auch Pfirsichblüten haben Frostbeulen. Aber den Bäumen macht das nichts. Schlimmer sind die komplett schwarzen Austriebe bei Hydrangea sargentiana, Decaisnea fargesii und Stachyurus praecox. Ob diese völlig hin sind oder wieder austreiben, wird man sehen. Auch ausgetriebene Farnwedel liegen z.T. schwarz am Boden. Die Obstblüte beginnt bei uns erst, wir sind immer sehr spät durch die im Fühjahr abkühlene Ost- und Nordsee. Diese Woche zu Beginn jede Nacht ( an 3 Nächten ) -3°C.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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