wann ist der Blattaustrieb rot?

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Roseo-Marginata
Beiträge: 997
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wann ist der Blattaustrieb rot?

Beitrag von Roseo-Marginata »

Liebe fachkundige Freunde,

es fällt mir, auf, dass manche Bäume einen roten Blattaustrieb haben, der im Gegensatz zum übrigen grünen Laub steht. Aber nur in wenigen Fällen, durchaus nicht immer. Manche Vertreter derselben Sorte haben grünen Blattaustrieb. Sind das besondere Züchtungen? Zum einen scheint es mir bei den angehängten Bildern ein Hasel zu sein, der im Regelfall grünen Blattaustrieb hat, oft aber auch die jungen Blätter dunkelrot zeigt. Zum anderen sah ich heute einen Tromeptenbaum (catalpa ...) mit demselben Phänomen. Auch das scheint mir die Ausnahme zu sein. Ergänzend würde mich noch interessieren, falls es keine Züchtungen aus rein otpischen Gründen sein sollten, warum der Baum sich zur Rotfärbung des Nachwuchses entscheidet. Hat es mit Schutz vor UV Strahlen zu tun?
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Andreas Preuth
Beiträge: 16
Registriert: 16 Mai 2007, 19:46
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Beitrag von Andreas Preuth »

Das sieht ja echt lustig aus.
An Catalpa habe ich das schon öfters gesehen.

Brötchen
Beiträge: 1191
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Beitrag von Brötchen »

Hallo
das ist wirklich lustig.Aber ich sehe das auch öfters, aber ich denke mir nie etwas dabei.

Grüße Martin

wolfram
Beiträge: 3419
Registriert: 03 Mai 2007, 16:59

Beitrag von wolfram »

Das hängt mit der jahreszeitlichen Ausbildung des Chlorophylls zusammen, was zunächst weniger vorhanden ist als Anthocyan und von diesem Farbton überlagert wird (auch ein Schutz gegen starke Sonneneinstrahlung, so z.B. auch bei tropischen Bäumen). Im Herbst ist umgekehrt, das Chlorophyll wird abgebaut, das Anthocyan und seine Kollegen bekommt wieder Oberhand, Ergebnis: Herbstfärbung

Wenn es stimmt, dann bin ich zufrieden, denn es ist schon lange her, daß ich das mal gehört habe.
LG Wolfram

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo
da habe ich mal eine Frage dazu die mir gerade eingefallen ist:Die Blätter die Kolenstoffdioxit einatmen und Sauerstoff ausatmen müssen doch grün sein oder (das hat zumindestens mein Natur und Technik Lehrer mir erzählt).Kann das sein, dass es auch eine andere Farbe sein kann und trotzdem den Vorgang machen kann (also Kolenstoffdioxit einatmen und Sauerstoff ausatmen)?

Grüße Martin

tormi
Moderator
Beiträge: 5728
Registriert: 07 Feb 2007, 19:42
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Beitrag von tormi »

Ja, das haut hin, ist die Herbstfärbung rot dann überwiegt das Anthocyan, bei gelb sind es die Flavonen. ZB bei Acer platanoides 'Faasens Black' der rote Blätter hat, sieht man im Herbst orangfarbene Blätter. Das liegt daran dass das Chlorophyll sich aus den Blättern zurückzieht das Blatt wird heller.
LG Nalis

Brötchen
Beiträge: 1191
Registriert: 18 Mär 2007, 14:31
Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Aha.Danke

Cryptomeria
Beiträge: 9327
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Roseo-Marginata,

deine Haselnuss sieht eigentlich aus wie Corylus maxima " Purpurea". Diese müsste konstant rot sein, auch die Früchte sind rot. Es könnte aber eine Sämlingspflanze sein, möglicherweise bestäubt von der normalen Haselnuss, und dann fände man hier eine Hybride mit Merkmalen beider Eltern. Wer kennt sich mit der Befruchtung von avellana und maxima aus. Wäre das möglich? Im Austrieb ist maxima "Purpurea" hellrot, später dunkel-schwarzrot, aber nicht grünlich.

Wolfgang

captainplanet
Beiträge: 299
Registriert: 12 Apr 2007, 16:36

Beitrag von captainplanet »

Brötchen hat geschrieben:Hallo
da habe ich mal eine Frage dazu die mir gerade eingefallen ist:Die Blätter die Kolenstoffdioxit einatmen und Sauerstoff ausatmen müssen doch grün sein oder (das hat zumindestens mein Natur und Technik Lehrer mir erzählt).Kann das sein, dass es auch eine andere Farbe sein kann und trotzdem den Vorgang machen kann (also Kolenstoffdioxit einatmen und Sauerstoff ausatmen)?

Grüße Martin
Der Vorgang heißt Photosynthese. Bei Bäumen die ganzjährig rote Blätter haben wie der Blutbuche läuft sie auch ab, nur ist das Chlorophyll von anderen Farbpigmenten überdeckt.
Es gibt aber auch parasitäre Pflanzen wie zB. die Schuppenwurz die an den Wurzeln anderer pflanzen schmarotzen und kein eigenes Blattgrün haben.

Grüße Georg

tormi
Moderator
Beiträge: 5728
Registriert: 07 Feb 2007, 19:42
Wohnort: Hinkel, Luxemburg

Beitrag von tormi »

Huuh, Martin,
das hat sich jetzt überschnitten. Aber es ist vollkommen egal welche Farbe das Blatt hat, sie funktionieren alle gleich.

Ich habe letzte Zeit ein wenig auf die Corylus Arten in den Gärten geachtet. Da sind mir jede Menge aufgefallen die von schmutzig-rot bis zu rosa-rot waren. Ich denke auch dass diese (C.avellana und C. maxima) gerne hybridisieren. Bei avellana und chinensis klappt es auf jeden Fall.
LG Nalis

Brötchen
Beiträge: 1191
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Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

Hallo
das wusste ich auch, dass der Vorgang Photosinthese heißt (Oder wie man das auch immer schreibt),aber ich wollte das nur mal wissen, weil ich mir nicht sicher war.Aber die schmarotzer was machen die an den anderen Bäumen?

Grüße Martin

wolfachim_roland
Beiträge: 5605
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Beitrag von wolfachim_roland »

Mir ist auch schon oft aufgefallen, daß junge Blätter oft ganz rot sind
(z.B. bei der Rot-Eiche aber auch beim Berg-Ahorn). In anderen Fällen sind schon die jungen Blätter grün.
Ich denke, daß es auch z.T. ein Fraßschutz ist, denn junge Blätter sind ja chemische Fabrik für den Baum und sollen nicht gleich gefressen werden. Sicher schützt das Anthocyan nicht nur vor UV, sondern hält auch gefräßige Besucher ab.Oder?

Gr Wolf
Wolf Roland

wolfram
Beiträge: 3419
Registriert: 03 Mai 2007, 16:59

Beitrag von wolfram »

@Martin

Ich denke mal, Du kennst den Begriff Schmarotzer? Das sind Lebewesen, ganz egal ob Pflanze, Tier oder Mensch, die auf Kosten anderer leben.
Bleiben wir bei den Pflanzen. Die erwähnte Schuppenwurz (siehe Foto) kann man im Frühjahr am Fuße von Erlen finden. Alle ihre Blätter sind farblos, bleich, ohne Chlorophyll. Sie blüht und fruchtet später, wozu sie eine ganze Menge Aufbaustoffe braucht - und diese entnimmt sie den Wurzeln der Erle.

Dann gibt es noch solche Schmarotzer, die einen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst bestreiten, sie haben nämlich grüne Blätter und können demzufolge dank der Photosynthese assimilieren. Aber sie haben keine Wurzeln und können keine Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Dazu gehört z.B. die Mistel, die auf Bäumen wächst. Sie hat Saugwurzeln, die in das Holz des Baumes wachsen und dort Stoffe und Wasser aufnehmen. Solche Schmarotzer nennt man Halbschmarotzer.
Aber Vorsicht! Wenn in der Astgabel eines Baumes ein Holunder keimt und wächst, dann ist das kein Schmarotzer, denn er entnimmt dem Baum nichts.

Auch unter den krautigen Pflanzen gibt es Halbschmarotzer, die auf auf anderen Kräutern schmarotzen.
Ich denke das genügt erst einmal.

Roseo-Marginata
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Beitrag von Roseo-Marginata »

Cryptomeria hat geschrieben:Hallo Roseo-Marginata,

deine Haselnuss sieht eigentlich aus wie Corylus maxima " Purpurea". Diese müsste konstant rot sein, auch die Früchte sind rot. Es könnte aber eine Sämlingspflanze sein, möglicherweise bestäubt von der normalen Haselnuss, und dann fände man hier eine Hybride mit Merkmalen beider Eltern. Wer kennt sich mit der Befruchtung von avellana und maxima aus. Wäre das möglich? Im Austrieb ist maxima "Purpurea" hellrot, später dunkel-schwarzrot, aber nicht grünlich.

Hallo Wolfgang,

die Blätter sind teils grün, teils rot. Der grüne Teil überwiegt. Ich sehe diesen 'Corylus' an verschiedenen Stellen, einmal im Nordpark beispielsweise, zum anderen am Straßenrand. Das Prinzip erscheint mir bei beiden gleich. Die jungen Blätter sind rot, später werden sie grün ... ich muss es aber noch länger beobachten. Die Ansätze zur Nuss kann man schon sehen, sie sind ebenfalls rot.

Schöne Grüße, Roseo-Marginata

Cryptomeria
Beiträge: 9327
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
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Beitrag von Cryptomeria »

Ja, vielleicht Hybriden ( purpurea Maxima x avellana ).

Wolfgang

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