Zu guter Boden- was tun :(?

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Andreas75
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Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Zu guter Boden- was tun :(?

Beitrag von Andreas75 »

Hallo zusammen...

Es vergeht mir ehrlich langsam sooooowas von die Lust!
Ich war seinerzeit Feuer und Flamme, als wir auf Hauskauf waren, als uns unser jetziges Grundstück mit 2045 m² über den Weg lief- mit einem Mal waren all meine botanischen und sonstigen Träume in greifbarer Nähe.

Ganz enthusiastisch ging ich die Sache auch an, erweiterte meinen Gehölz- und Sortenbestand um das vielfache, und die ersten drei Sommer ließ sich auch alles richtig gut und vielversprechend an, aber nun gerät es zunehmend nur noch zum, sorry, Kotzen!

Ich habe noch niemals gedüngt, noch nicht mal Kompost gestreut, und mähe mindestens viermal im Jahr mit Abraum des Mähgutes, und dennoch ist der Boden auch im vierten Sommer noch so nährstoffreich, dass jegliches Kraut wächst wie Unkraut, sowohl das wirkliche als auch Kulturpflanzen.
Wir waren jetzt eine knappe Woche nicht zuhause, und als ich die vor der Abfahrt frisch gemähte Wiese und einige Beete kürzlich nach der Rückkehr sah, fiel mir echt alles aus dem Gesicht- Gras wie Unkraut teils schon wieder 30- 40 cm hoch, Standort entspricht Fettwiese- Boden also Pseudogley, in früheren Jahrzehnten wohl gedüngt und dazu feucht!

Und am allerschlimmsten: Der Boden hier ist einerseits so locker, das grabendes Viehzeug leichtes Spiel hat, andererseits aber so bindig, dass einmal gegrabene Gänge für mindestens Monate halten...

Was war ich stolz auf meine 17 Holundersorten...
Nach dem Wühlmaus- Generalangriff des letzten Winters und Frühjahrs stehen davon noch genau zwei (2!) ausgepflanzte unversehrt, die fünf Sorten in der Baumschule sind zum Gkück noch unversehrt. Jedenfalls: Mit Müh und Not konnte ich sechs der am übelsten befressenen Sorten retten, darunter der S. nigra 'Linearis', und da schneide ich gestern etwas Gras mit der Rasenschere, stoße an jenen glücklich geretteten und am neuen Standort auch zunächst gut gewachsenen Holunder, und da wackelt der wie ein loser Zahn...
Angefasst, in der Hand gehabt- Wurzeln blank, bis auf 3 lange, noch unverfestigte Neuwurzeln zur Seite hin.
Erneut völliger Wurzelkahlfraß, das zweite Mal in einem halben Jahr...

Ich könnte ehrlich SOOOOOOOOOOwas von kotzen, und ich habe die Schnauze ehrlich SOOOOO voll! Damit kann ich meine Holundersammlung wohl getrost vergessen, denn was nützt der Schitt, wenn die Sträucher niemals groß werden können?

Ich frage mich ehrlich: Was nützen die ganzen tollen 2000 m², wenn man in drei Teufels Namen nichts und nichts davon hat, weil die von überall unablässig ständig neu zuwandernden Wühl- und Feldmäuse einem immer wieder und immer wieder und IMMER WIEDER einen Strich durch die Rechnung machen????

Warum in drei Teufels Namen bleiben die keine drei Meter daneben stehenden Wildholunder vollllllkommen unbefressen, während meine Sorten immer und ständig von den Drecksmäusen niedergemacht werden, sowie die Wurzeln von beißbarer Festigkeit sind?
Und die Apfelbäume, und und und? Sogar die junge Araukarie hat mir so eine Drecks- Wühlmaus entwurzelt, und die Dinger kosten so winzig schon 40 €...
Ich habe es ehrlich SOOOO satt! Was sollen wir denn mit dem Riesengrundstück, wenn das gärtnerisch nun doch so völlig für den Ar... ist?

Ehrlich, alles was schön ist, frisst das Kruppzeugs... Die Ginkgos, die Holunder, die Apfelbäume, spezielle Cotoneaster (nicht etwas das Wald- und Wiesenzeugs...), Ahorne, Schmetterlingsflieder, normalen Flieder...
Und der ganz gewöhnliche Rotz unmittelbar oder nahe daneben bleibt vollkommen unbeeinträchtigt...
- Wildhasel- wird nicht angekuckt. Meine gepflanzten Sorten- MAMPF!
- Wildholunder- wird in 2 % der Fälle angegangen. Meine Sorten- zu 90 %- MAMPF!
- Der pupsnormale rosa Wald- und Wiesenflieder- kein Thema. Unsere Edelsorten- MAMPF!
- Irgendwelche Wald- und Wiesenäppel, die kein Mensch frisst, kein Thema. Unsere Lieblingssorten, vor allem 'Cox Orange'- MAMPF (zum zweiten Mal, sicher nicht das letzte Mal!)

Ehrlich, was soll ich denn mit dem Riesengrundstück jetzt machen, wenn es gärtnerisch praktisch nicht nutzbar ist? Einfach alles mit vorhandenener und kommender Wildnis zuwuchern lassen? Oder 2000 m² blanken Rasen draus machen?
Welcher es in der Retrospektive vielleicht nicht umsonst schon war, als wir das Grundstück übernahmen?
Drei Schafe draufknallen und in der ökologischen Wüste leben? Pfeif' auf meine ganzen schönen vielfältigen Gehölze, die den Schafen ebenso unterschiedslos munden werden?

Ich könnte ehrlich gerade heulen! Da pflegt und hegt man, kriecht tagelang auf den Knien durch die Pampa, um den Artenreichtum aufzuwerten, Ökosysteme in Gang zu bringen, mäht sich 'nen Wolf, rettet bereits schon mal beinahe tot gefressene Gehölze, nur um sie wenige Monate später wieder mit blanker Wurzel aus dem Boden zu ziehen...
Ich bin echt ein harter Knochen, aber ganz ehrlich, ich bin allmählich SO kurz davor, einfach hinzuschmeißen und die Wurzelbrut von der Zitterpappel meinethalben eben überall hoch kommen zu lassen... Es ist alles SO sinnlos!

Vier Sommer macht und tut man, pustet da sein Leben und sein Herzblut rein, sieht endlich mal erste Erfolge, und binnen Tagen und Wochen ist alllllllles wieder für den Ar...

Was tun?
Einfach mal Nachbar mit dem Trecker kommen lassen, den ganzen Scheiß umplacken lassen, neu Wiese drauf und fertig?
Verkauft kriegen wir das Haus nicht, die alte Bude wollte schon für 55.000 kein anderer außer mir Vollhorst, den Kram haben wir erstmal an der Backe...
Soll ich ehrlich auf 2000 m² blanker Wiese hocken- nach dem Motto "Wo nix ist, kann die Wühlmaus auch nix fressen"? Was ist denn das für ein Lebensanspruch für einen Vollblut- Botaniker wie mich :cry: ?!?

Hinzu kommt: Gemüse wird hier auch nix, weil die Frühjahre so lange feucht und kühl sind, bis Mai/ Juni- und die Herbste ab September denn auch gleich so weitermachen... Nix wird reif, oder wenn, dann nur gaaaaaanz knapp, und wird es zu früh feucht, gammelt der ganze Kram vor den Augen, nahezu reif, weg...
Es wächst quasi nur Obst, aber da wirklich gut auch wirklich nur Kirschen und Äpfel.
Für viele Birnen ist die warme Periode schon zu kurz, Pfirsich und Co. kann man ganz und gar vergessen, Pflaumen fressen die Maden und der Monilia,
fast alle Beeren kriegen nicht zum richtigen Zeitpunkt die nötige Sonne, bzw. nur in einem von fünf Jahren...
Und bei den Äppeln kommt noch hinzu, dass die guten Sorten entweder auch zu kurze Wärmeperioden kriegen/ haben, oder aber jederzeit Gefahr laufen, den Wühlmäusen zum Opfer zu fallen.
Während die ollen sauren Most- und anderen Äppel, die kein Mensch ernsthaft zu essen erwägt, fröhlich gedeihen...

Ehrlich, ich bin soweit, die Schnauze von dem Sch...ß Westerwald SOOOOO voll zu haben, ich kann es nicht beschreiben!!!
Vier Jahre keine wirkliche Gemüseernte (nur einmal wenige Kilo Tomaten), nur zweimal gut Kirschen und von einer Birnensorte... Und das für monatelanges den A... aufreißen bei der Beet- und Gehölzpflege. Und dann kommen da so ein paar pelznasige Krepel, ein paar Wochen Jojo- Wetter, und wieder mal ist allllllles für die Katz'...

Ehrlich, ich habe soooooooowas von keinen Bock mehr hier... Um jeden Zentimeter musst Du monatelang und jahrelang ringen- und dann reichen vergleichsweise winzige Augenblicke, und alles ist in Windeseile wieder perdü...
Wie eine in nun drei Sommern mühsam hochkultivierte, recht seltene Sukkulente. Glücklich gewesen, die endlich auf respektablen 60 cm Höhe und fast blühreif zu haben. Da kommt EINE Sch...ß Gewitterböe, EINE SEKUNDE ballert die drauf, das Teil kippt um, und bricht sich dich halben Bläter ab und knickt in der Mitte durch... Jahrelange Arbeit in einem Wimpernschlag für den Ar... ...
Mehrere nicht so alltägliche Gehölze- jahrelang hoch kultiviert, man beginnt sich langsam zu freuen, kommt eine Schitt Wühlmaus- in Tagesfrist ruiniert, das Teil...
Rettet man es mit Ach und Krach, freut sich nach weiteren zwei Jahren langsam wieder- bämm- wieder so ein Drecksvieh mit dem gleichen Ergebnis...
Nochmals gerettet- und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis es zum dritten Mal in die Hose geht, und ich habe es ehrlich gesagt langsam satt, immer nur drauf zu warten, wann 's das nächste Mal so weit ist...

Und oben im Dorf, bei Chefchen, da steht jeglicher Kram in der Baumschule, in viel schlechterem, steinigerem und magererem Boden völlig unbeeinflusst, wachsen Holunder, Flieder und Cox Orange trotz dezimeterdicker Mulchschichten wie eine 1 und werden trotz Feld und hohen Wiesen ringsum nicht mal ansatzweise von den sch...ß Wühlmäusen gekillt *heul*!
Nicht mal mit wenigen cm Rasenschnitt zu mulchen traue ich mich, weil darunter sofort die Mäuse bis zur Bodenoberfläche tunneln... Ist doch bitter, oder?
Und dazu kommt noch, dass uns hier im Dorf letzthin scheinbar irgendeiner die Katzen wegfängt- ob Mensch oder schon gehörter Uhu, habe ich noch nicht raus bekommen.
Und Mäusebussard und Turmfalke jagen nur außerhalb...

Ehrlich, was machen? Einfach abwinken, Pflege völlig aufgeben, die Drecksmäuse machen lassen und den üblichen 0815- Salweiden-, Wildholunder- und Zitterpappeldreck aufwachsen lassen? Kurzum, begraben all meiner botanischen Ambitionen, meiner gärtnerischen Träume und abfinden mit der Gewissheit, dass man seine Grundstückssteuer dann eben für einen hundsgewöhnlichen Scheiß zahlt, den es überall anders genauso auch gibt?
Ehrlich, was habe ich verbrochen, dass ist so bestraft werde :(? Da hätte es auch so ein übliches 500 m²- Handtuch- Grundstückchen getan, ehrlich...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »


biloba
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Beitrag von biloba »

Hallo Andreas,

wie hat denn Dein Eibentrunk gewirkt, den Du für die Mäuse zubereitet hattest? War das nur von kurzer Wirkung?


Aufmunternde Grüße!

Cryptomeria
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Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
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Beitrag von Cryptomeria »

Andreas, du bist doch nicht der einzige. Allen , die größere Grundstücke haben, geht es wie dir. Ich habe natürlich auch Zaunwinden, Brombeeren,Brennnesseln, Springkraut,Giersch,Quecke usw. Bei mir werden von 10 000-den Nacktschnecken,Mäusen,Reh-Dam-.Sikawild Schäden angerichtet. Sturm,Kälte,Trockenheit kommen dazu.

Ich kann nur für mich sprechen: Ich bin gelassen geworden. Unter ökologischen Gesichtspunkten ist es sehr gut, wenn viel natürlicher Bewuchs steht. Solche Flächen sind hier oben zwischen der Intensiv-Spritz- und Düngelandwirtschaft wie vertvolle Oasen in der Wüste oder Inseln im Meer. Als Vogelkundler und Naturbeobachter sehe ich das so.

So lasse ich Kulturformen - wie etwa deine Holundersorten - länger im Topf bis sie größer sind und pflanze dann aus. Dann haben sie zumindest gegen die Schnecken schon mehr Chancen. Bei Mäusen ist das schwieriger. Ich habe 3 Katzen und einen Hund als Mäusejäger. Ein Kater fängt jeden Tag, manchmal mehr als eine Maus. Die beiden Katzen sind träger.

Ich erfreue mich jeden Tag auch am Wildwuchs, der auch sehr schön ist. Was ist an den Kratzdistelblüten für eine Insektenwelt.

Ich würde an deiner Stelle einen Teil verwildern lassen und kleinere Bereiche näher im Auge behalten.

Ich passe mich auch meiner Gegend an. Wenn eine Pflanze, die mir sehr am Herzen liegt, 2x verschwindet, kaufe ich sie nicht mehr. Dann passt der Standort hier nicht. Seit meine Kindheit habe ich Mammutbäume geliebt. In Hessen hatte ich ganz viele. Hier oben im Wind gedeihen sie nicht, also pflanze ich keine mehr. So muss ich mich ändern.Oder: Meine vielen Tulpenzwiebeln , alle von den Mäusen gefressen. Ich setze nur noch Osterglocken. Sie sind giftig und halten sich gut.

Ich kann dir nur raten: Erfreue dich an der Natur und werde gelassener. Sonst hilft nur umziehen.

Denke auch an Kurt mit seinen Hektaren. Bei großen Flächen muss man es gelassen sehen. Sonst dreht man durch oder braucht mehrere Gärtner.

Schöne Grüße
Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Andreas,

selbst auf dem Balkon hat man Ärger. Blatt- und Schildläuse und die Leute über uns hauen soviel Gift und Dünger in ihren Geranienschrott, dass beim Gießen unsere Pflanzen beträufelt werden und dann von der Sonne verbrannt werden. Nun war ich ausgerechnet in der größten Hitze in S-H (nicht weit von Wolfgang) und es gibt Hitzeschäden. In einige Töpfe habe ich Wasserflaschen mit perforiertem Deckel gesteckt, sonst wäre wohl alles kaputt. Meine Sammlung von Tomate/Paprika/Chili habe ich in der Badewanne geparkt, die auch munter weiterwuchsen und schon große Früchte tragen.

Wühlmäuse muss ich nicht fürchten. Aber diese Läuse sind auch 'ne Plage. Vor allem träufelt von oben dieser klebrige Dreck herunter.

Als Laie will ich mal ein paar Ideen vorstellen. Ob tatsächlich wirksam bzw. umsetzbar, kann ich nicht beurteilen. Nur mal als Denkanstoß.

Du schreibst, der steinige Boden beim Chef bringt gute Erfolge. Also wäre es möglich, ein bestimmtes Areal ein wenig auszuschachten und mit einer entsprechenden Mischung zu füllen. Man könnte die "Grube" mit rostfreiem Maschendraht auslegen. Eine Fuhre Kies oder noch besser Split nun mit Erde vermischen und einfüllen. Das gefällt den Wühlmäusen sicher nicht, sofern sie in diesen Bereich eindringen sollten. Ringsum Pflanzen setzen, die die Wühlmäuse auch hassen (Königskerze usw.). Auf diesem verkleinerten Areal kannst Du exotischere Pflanzen ziehen. Außerhalb solche, die den Wühlmäusen egal sind. Die sind offenbar Gourmets und suchen gezielt Raritäten.

Für Kräuter und kleinere Gemüsemengen könnte man eine Schnecke anlegen, die ich in diesem Fall in Beton ausführen würde und in die Rinne dann die gewünschte Erdmischung einfülle. Das ist sicher den Wühlmäusen suspekt.

Wenn es finanziell möglich ist, könnte man auch ein Gewächshaus bauen, um Gemüse und einige kälteempfindliche Sachen zu ziehen. Das Gemüse auf Tischen (schont die Bandscheiben).

Der WW ist natürlich von vornherein ein Handicap, "denn da pfeift der Wind so kalt" :-)

Wenn Du das Grundstück an der Backe hast, musst Du eben nach Lösungen suchen. Ich hatte früher eines auf 800 m Höhe gepachtet, 21.500 m² groß, mit Bach, Teich, hereinlappendem Wald. Da sind Wildschweine, Hirsche, Rehe, Eichhörnchen, Fischotter und Scharen von Vögeln durchgezogen. Pfifferlinge und Heidelbeeren wild auf dem Grundstück. Eine Wiese mit hunderten Blumen, auch Orchideen, zweimal im Jahr vom Bauern nebenan gemäht. Ich habe kaum eingegriffen, nur direkt an der Terrasse im ziemlich steinigen Boden etwas Gemüse angebaut. Funktionierte prima. Keinerlei Befall. Der steinige Boden dürfte die Wühlmäuse fernhalten, die Wurzeln finden immer einen Weg. Ich vermute, dass sich auf einem so großen Grundstück eher ein Gleichgewicht einstellt. Da siedeln sich auch Wiesel an und bekämpfen die Nager.

Gruß Frank + Kopf hoch!!!

Spinnich
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Wühlmaus an der Backe

Beitrag von Spinnich »

Hallo Andreas,

kann Deinen Frust gut nachempfinden.

Die Ursachen für solche Mißerfolge sind ja zweitrangig, es bleibt immer frustrierend, wenn man hoffnungsvoll auf einen Keimling oder ein Pflänzchen schaut, gar auf ein schön gewachsenes Exemplar und dann passiert so ein Mißgeschick.

Sei es Spätfrost, der die Obsternte vernichtet und Jungpflanzen so abfrieren lässt, dass die mehrere Jahre brauchen um über die Anpflanzungsgröße hinauszukommen.
Oder dauernde Trockenheit, da gibt es selbst bei der robusten 5m breiten Knorpelkirsche nix zu ernten (wohl kein Nektar in den Blüten), genauso fies aber der letzjährige verregnete Hochsommer - alle Freiland-Tomaten von Krautfäule hingerafft.

Ein Kleiner Judasbaum eine Zucchinipflanze - die Amseln haben es rausgewühlt und gekillt. Kornus kousa, den Keimling hat wohl ein Käfer abgebissen.
Gut angewachsene Paprikapflanzen, da hat die Maulwurfsgrille was dagegen und beißt die Wurzeln ab. Das gleiche beim Hokkaido, beim Lauch stehen noch 20 von 80 Pflanzen, immerhin.

Im Blumentopf schlägt immer mal der Dickmaulrüssler zu - wenn man es nicht rechtzeitig merkt -> Totalverlust.
Andere Pflanzen verbrennen (ein Sonnensegel hilft) oder wenn man nicht 2 mal täglich gießt, verdorren sie. Einige von einem Tag auf den Anderen, während das Thermometer bei über 55°C in der Sonne den Geist aufgibt.

Die vollhängenden Äste am Pfirsichbaum hat mir vor einigen Jahren der Sturm geknickt, immerhin hat er dann wieder ausgetrieben und sich langsam regeneriert, die Ernte war aber für 3 Jahre erstmal futsch, der gewünscht Kronenaufbau ist so auch nicht mehr gut realisierbar.

Und Wühlmäusae, na ja die Ostschermaus, auch kurz Schermaus oder Große Wühlmaus unterminiert den Rangen am Wassergraben neben meinem Garten.
Die ausgewühlten Erdhaufen liegen in den Fluten, verstopfen das Schöpfloch. Beim Landausflug werden Zwiebeln und Wurzeln im angrenzenden Blumenbeet vertilgt.
Ein Sämling von Linaria purpurea wurde über 2 Jahre aufgepäppelt und an den Gartenrand gepflanzt. Nachdem die Pflanze den Winter bestens überstanden hatte wurde die Wurzel von der Schermaus fast restlos getilgt.

Klar kommt da Freude auf.

Zu deinem Wühlmausproblem und deinen Holundersorten hätte ich aber einen Vorschlag.

Da ja offensichtlich kein Wassermangel besteht, würde ich die Setzlinge in großzügig ausgehobene Pflanzlöcher setzten, die komplett mit Steinen (Schotter, grobe Kiesel und ganz wenig beigemischte Erde) aufgefüllt werden. Dann sollte zumindest das Herz des Wurzelwerkes vor den Viechern sicher sein.

Also niemals aufgeben und immer schön nach Lösungen suchen.
Gegen die Maulwurfsgrille hilft vielleicht das fette Mulchen mit Heu (gerade in Erprobung), bei Einzelpflanzen ein darunter verlegtes Kuststoffnetz (Obstnetz) oder das Auspflanzen mit Topf (beim Hokkaido hat's funktioniert, auch wenn das Anwachsen dann nur langsam vonstatten geht).

Gegen die wühlenden Amseln hilft es Jungpflanzen mit dichten Reisigzweigen zu spicken (sieht blöd aus, hat sich aber bewährt), bei großen Blumentöpfen hilft es auch ein altes Obstnetz über die Erde und die Sämlinge zu breiten.

Wegen das zu kühlen Wetters sollte ein geräumiges Gewächshaus dem Gemüse auf die Füße helfen.

Und bei drohendem Spätfrost lieber einmal mehr abdecken, bei großen Pflanzen wenigsten so gut wie möglich, um wenigstens einen Teil der Knospen und Jungtriebe zu retten.

Es bleibt mühsam und spannend, aber man freut sich dann auch wieder um jeden kleinen Erfolg.

Gruß Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

kurt
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Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Hallo Andreas

Ich melde mich noch mal, weil ich vielleicht eine Idee habe, die deinen Neigungen und deinem Forscherdrang entspricht. Deine Vorhaben sind schief gegangen, weil du die äusseren Bedingungungen nicht genügend berücksichtigt hast, wie z.B. Klima, Fauna und Bodenbeschaffenheit. Jetzt hast du 2 Möglichkeiten: 1. Resignieren oder 2. Ursachenforschung mit daraus resultierenden Massnahmen. Wie ich das machen würde, kann ich dir nicht sagen, weil ich mich mit dem Problem noch nicht befasst habe. Grobe Idee: Auswahl des Gehölzes, Vorbereitung von Arealen mit verschiedener Bodenaufbereitung, an verschiedenen Standorten etc.. Schritt für Schritt. Erstellung exakter Protokolle. Du bist dazu noch jung genug. Eine Lebensaufgabe.

Gruss
Kurt

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