Biber zurück in der Zivilisation

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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 10 Nov 2016, 19:49

Ist richtig, Andreas, prinzipiell wären es simple Mischlinge.
Da aber bei Wolf- Hundmischlingen auch von Wolfshybriden gesprochen wird, auch offiziell von Kynologen, dürfte das bei allen Hausform- Wildformmixen passen.
Zumindest sowas wie Unterartenstatus räumt man den Hausformen ja ein, wie man zB Hunde Canis lupus familiaris nennt, oder Katzen Felis sylvestris catus, Pferde Equus ferus caballus, und dergleichen mehr... Somit wären 's dann auch Hybriden, weils zwar dieselbe Art ist, aber verschiedene Unterart...

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr » 10 Nov 2016, 19:55

Ja, in diesem Sinne hatte ich es auch gemeint und so wird die bezeichnung Hybride durchaus auch verwendet, aber es ist schon richtig, die Hausente in ihren Variationen geht auf die Stockente, die Hausgans auf die Graugans und der Hund mit seinen inzwischen mehr als 400 anerkannten Rassen auf den Wolf zurück, die Schakalhypothese, die, wenn ich mich recht erinnere, auch Konrad Lorenz noch erwog, gilt ja als widerlegt.

Was den Art- und Unterartstatus anbelangt, so ist da, zumindest bei den Gefiederten derzeit ohnedies viel in Bewegung und zwar mit der Tendenz, immer mehr einst als Unterarten angesehenen Variationen den Artstatus zuzubilligen, ganz extrem etwa bei einigen Laubsängern und Stelzen zu beobachten. Grund dafür sind wohl genetische Untersuchungen.
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Elisabeth Kübler Ross

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 10 Nov 2016, 20:02

Jaja, das mit den Schakalen war ein Irrglaube, dem der gute Herr Lorenz erlegen war, mit seinen "Aureus- Hunden".

Was die nomenklatorische Arbeit angeht- finde ich völlig richtig, sinnvoll und in Ordnung. Weil die phylogenetische Sache nämlich mal richtig und unwiderlegbar Hand und Fuß hat, und nicht mehr wie "früher" auf mehr oder minder willkürlichen Entscheidungen der Wissenschaftler fußt, was mancher Kleingeist allein darum reichlich nutzte, um seinen Namen in den Annalen der Wissenschaft verewigt zu sehen.
Einfach gegenteilige Hypothese aufgestellt, Art umbenannt, Ziel erreicht- selbst wenn es der letzte Käse war. Das kann mit der Phylogenetik nicht mehr passieren, weil die hieb- und stichfest ist :).

Derzufolge Schimpanse und Bonobo eigentlich auch in die Gattung Homo gehören würden, aber das führt nun doch etwas zu weit in die Ferne ^^!

Ratatöskr
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Beitrag von Ratatöskr » 10 Nov 2016, 20:15

Ja, das ist absolut richtig, das ganze hat jetzt Hand und Fuß und ist auch nicht mehr von persönlichen, eher willkürlichen Einschätzungen einiger prominenter Wissenschaftler abhängig, sondern exakt begründbar- allerdings gebe ich zu, dass ich mit der neuen Systematik immer noch ein wenig fremdele- weil es sich in vielen Jahren einfach wie in Stein gemeißelt einprägte, dass z.B. jedes Bestimmungsbuch mit den Tauchern zu beginnen und mit den Ammern zu enden hatte- :-D aber der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier und irgendwann werde auch ich mich an die neue Systematik gewöhnt haben.
Zudem sind die "Artenlistenspezies" glücklich, weil sich die persönliche Liste ohne eigenes Zutun plötzlich deutlich verlängerte :-)

Beste Grüße
andré
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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer » 05 Dez 2016, 00:38

Ratatöskr hat geschrieben:Biber sind gegenwärtig überall auf dem Vormarsch, seit 2013 haben sie sich auch in meiner Heimat dem Vogtland wieder angesiedelt, zwar habe ich noch keinen zu gesicht bekommen, wohl aber ihre "Spuren".

Gruß andré
Auch in München scheint die Verwaltung des englischen Gartens echte Problem zu haben- siehe hier .
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de

Arius
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Re: Biber zurück in der Zivilisation

Beitrag von Arius » 30 Okt 2019, 07:37

nicht nur in München, auch in Unterföhring ist die Gefahr gross:

https://www.merkur.de/lokales/muenchen- ... 90686.html

AndreasG.
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Re: Biber zurück in der Zivilisation

Beitrag von AndreasG. » 30 Okt 2019, 20:20

Mit etwas gutem Willen von beiden Seiten kann man sich aber durchaus arangieren.

Spinnich
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Re: Biber zurück in der Zivilisation

Beitrag von Spinnich » 31 Okt 2019, 00:03

Schlimmere Gefahr für Obstbäume war und ist der Mensch.

Von den über Tausend Apfelsorten sind die meisten verschwunden. Die Regierungen haben Prämien für die Abholzung der wertvollen Streuobstwiesen bezahlt.
Obstbäume die in Gewässernähe vom Biber bedroht sind, kann man leicht mit geeigneten Maßnahmen schützen.
Ernsthafte Probleme gibt es im Umfeld von Kläranlagen, wo aber Eingriffe auch ermöglicht werden.
Sonst sind es oft Falschmeldungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen die versuchen den Biber in ein schlechtes Licht zu rücken.
Ausnahmen gibt es wohl auch, aber der Nutzen überwiegt.

LG Spinnich 8)
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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