Wie Malus sp.-Keimling durch den Winter bringen

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Stadtmutant
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Wie Malus sp.-Keimling durch den Winter bringen

Beitrag von Stadtmutant »

Moin!
Vor einem Monat habe ich etliche Zierapfel-Kerne ausgesät und die Schale auf den Balkon gestellt. Die Idee dahinter war, daß sie nach dem Winter keimen, offenbar geht's aber auch ohne Kälteeinwirkung. Jetzt habe ich nämlich schon einen ersten Keimling, der z. Zt. noch nicht einmal die Keimblätter ausgebreitet hat. So war das nicht gedacht! Wie soll ich den jetzt durch den Winter bringen? Pikieren und kühl, aber frostfrei überwintern? Möchte ihn nicht erfrieren lassen, da ich ja nicht weiß, ob im Frühjahr weitere keimen werden. Wie würdet ihr vorgehen?
Viele Grüße,
Markus

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Apfelsämlinge keimen gerne zu jeder Jahreszeit.
Dann muss man natürlich frostfrei überwintern.
Aber leider sind gerade jetzt gekeimte Sämlinge sehr empfindlich gegenüber Mehltau. Deshalb würde ich sagen, schmeiß die Pflanze weg und versuche dein Glück im Frühjahr. Zieräpfel bilden reichlich Samen aus, so dass es reichlich davon gibt.

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo Markus

Wenn Du eine Garage oder einen kalten Keller(Fenster) bzw. Dachboden hast, wäre es schon einen Versuch wert, aber dann nicht in einem zu kleinen Topf, der trocknet gerade auch bei Kälte zu schnell aus.
Solange noch kein richtiger Frost angesagt ist, bleibt der Balkon (auch nach dem Pikieren) erste Wahl.

Gruß Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant »

Moin!
Möchte kurz über den aktuellen Stand berichten. Der Keimling hat den ganzen Winter am Kellerfenster überdauert ohne die Keimblätter auszubreiten. Mehltau hat er nicht bekommen, er ist aber Anfang Februar vertrocknet.
Die Aussaatschale mit 49 weiteren Samen blieb den Winter über auf dem Balkon stehen - und nun habe ich mehr als genug Keimlinge! Hätte ich mit einer Keimrate von 80 % gerechnet, hätte ich nicht so dicht ausgesät - wie ich die wohl auseinanderbekomme... :shock:

Viele Grüße,
Markus
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Zierapfel-Kinderstube
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Wow, das ist beeindruckend :shock: !
Welche Sorte hattest Du denn ausgesät? Von den 7 Samen des ersten Apfels meines jungen 'Golden Delicious' sind nur 4 gekeimt, wovon noch drei leben.

Auf jeden Fall werde ich Dein Bild ausdrucken und meinem Topf mit den Malus sylvestris- Samen hinhängen, damit die Samen wissen, was sie zu tun haben :lol:.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben: Von den 7 Samen des ersten Apfels meines jungen 'Golden Delicious' sind nur 4 gekeimt, wovon noch drei leben.
Ich weiß, eine Apfelaussaat ist sehr verlockend, aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kommt dabei nix brauchbares heraus. Wenn du auf Äpfel aus bist, lieber veredelte Pflanzen kaufen.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Interessant ist doch mal, wie die Zieräpfel später ausfallen werden und bei Andreas hat man dann gute Unterlagen.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Och, ich riskiere es einfach mal, schließlich sind 'Cox Orange', 'Golden Delicious', 'Granny Smith' und viele andere auch entweder Wild- Findlinge oder Zufallssämlinge ^^.

Kommt bestimmt keine neue Weltsorte raus, aber vielleicht wird es ja immerhin mal lecker- dies Jahr will ich mal versuchen, gezielt zwei meiner Lieblingssorten zu kreuzen, Klarapfel x Golden Delicious.

Grüße,
Andreas

PS: Oben steht es- Zierapfelkerne...
Mensch, ich peile ja gar nichts mehr... Ich glaube, ich habe doch größere Areale meines Gehirns mit rausgeschnäuzt als befürchtet :(...
Stimmt, zur Unterlage taugen sie immer :).

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Cryptomeria hat geschrieben: und bei Andreas hat man dann gute Unterlagen.
Auch die sind mittlerweile genormt. Man will ja schließlich wissen, was für Eigenschaften die mitbringen.
https://www.youtube.com/watch?v=GaPb80jwSx8

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Na ja, für mich ist dieser Erwerbsobstbau völlig uninteressant. In erster Linie steht das eigene Beobachten,Versuchen,Neu entwickeln,Erkunden,Probieren und das ist mit jedem Keimling egal welcher Couleur immer wieder spannend.

VG wolfgang
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Wenn man ausreichend Platz hat, mag das so sein. Bis zur Blüte vergehen aber meistens 10 Jahre und meistens ist das Ergebnis enttäuschend.

Ich komme gelegentlich an einem verwilderten Hang vorbei, an dem auch Apfelbäume oder besser -sträucher wachsen, die vermutlich aus weggeworfenen Früchten entstanden sind. Die hatten letztes Jahr sogar Äpfel dran. (Ich glaube, letztes Jahr gab es an fast jedem Baum Äpfel.)
Die Früchte waren klein, verschorft, schrumpelig und eher mehlig. Nichts, was man unbedingt braucht. Vielleicht liese sich bei guter Pflege etwas mehr Fruchtqualität herauskitzeln, aber das muss man sich nicht unbedingt antun.
Die Äpfel eines weiteren Wildlings waren de facto ungenießbar. Also, wozu der Streß?

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant »

Ich kann nachvollziehen, daß man sich bei zum Verzehr bestimmten Obst überlegen muß, ob eine generative Vermehrung sinnvoll ist. Allerdings möchte ich auch in diesem Fall zu bedenken geben, daß ja nie eine neue Sorte entstanden wäre, wenn man immer wieder mit denselben Edelreisern veredelt hätte. Daß sowas aufwendig ist, ist klar, aber fragt doch mal Rosenzüchter, wie viele Kreuzungen auf eine marktreife, neue Rosensorte kommen.

In meinem Fall handelt es sich zudem ja um ZIERobst, von daher sehe ich das ganz locker. Es wird wahrscheinlich keine Gurke dabei herauskommen, und ich will nichts weiter versuchen, als einen Zierapfel zum Hochstamm heranzuziehen. Dabei stören mich optische Unterschiede zur Mutterpflanze nicht.

Gestartet habe ich den Versuch ursprünlich nur, weil die Mutterpflanze, die im Vegesacker Stadtgarten steht, Wirt einer Mistel ist (die meines Wissens im Bremer Raum nicht natürlich vorkommt). Meine Idee war also, aus Samen ein Apfelbäumchen heranzuziehen, um es zu gegebener Zeit auch mit Viscum album zu "infizieren" - und wenn es zehn Jahre dauert.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ich habe meinen Standpunkt versucht darzustellen und kann nichts mehr hinzufügen. Mein Hobby oder ein Hobby würde ich niemals als Stress bezeichnen, eher als Stressabbau.

VG Wolfgang
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Soviel ich weiß, sind die meisten bei uns angepflanzten Zieräpfel ebenfalls Hybriden. Insofern wäre es sicher interessant, die Aufspaltung der Nachkommen zu beobachten.
Allerdings musst du dafür die Bäumchen erst mal groß bekommen. Obwohl diese Zieräpfel reichlich Früchte und Samen ausbilden, haben sie nur eine geringe oder überhaupt keine Tendenz zum Verwildern.
Entweder gibt es bei uns keine Tiere, die sich für diese Früchte interessieren und sie so ausbreiten könnten, oder die Sämlinge schaffen es nicht, groß zu werden.

Nobby
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Beitrag von Nobby »

hallo markus,
da du fragst wie du die keimlinge beim pikieren am besten auseinander bekommst empfehle ich dir die pflänzchen aus zu spülen.
ich habe bei meiner sequoiaaussaat immer mit pumpflasche und weichem strahl gespült und so keimling für keimling aus dem wurzelwirrwarr heraus geholt.

LG nobby
Man kann einen Menschen immer aus dem Dreck ziehen, aber niemals den Dreck aus einem Menschen

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