Riesenmammutbaum Anzucht

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Leo2000
Beiträge: 10
Registriert: 06 Aug 2014, 17:18

Riesenmammutbaum Anzucht

Beitrag von Leo2000 »

Hallo Baumfreunde,


Hat einer von euch Tipps zur Anzucht des Riesenmammutbaums?
Wie pflegt man den Baum am besten?

Bedanke mich schonmal im Voraus für Antworten :wink: .

Nobby
Beiträge: 92
Registriert: 16 Jun 2012, 19:32
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Beitrag von Nobby »

hallo leo,
ich habe jahre lang sequoiadendron giganteum gezüchtet, was willst du denn speziell wissen?

LG nobby
Man kann einen Menschen immer aus dem Dreck ziehen, aber niemals den Dreck aus einem Menschen

Leo2000
Beiträge: 10
Registriert: 06 Aug 2014, 17:18

Beitrag von Leo2000 »

Die Anzucht zB.welche Bedingungen um die Keimrate zu erhöhen.

Stadtmutant
Beiträge: 144
Registriert: 12 Apr 2013, 09:22
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Beitrag von Stadtmutant »

Moin Nobby,
das würde mich jetzt aber auch interessieren, zumal ich speziell zu Sequoiadendron giganteum auf widersprüchliche Angaben gestoßen bin. Wichtig sind mir vor allem folgende Fragen:
1. Ist es ein Lichtkeimer? Diese Angabe dominiert die im Internet zu findenden Infos, ich habe aber an mindestens einer Stelle auch gelesen, daß eine Anzucht im Dunkeln möglich (oder sogar empfehlenswert) ist.
2. Müssen die Samen stratifiziert werden, und wenn ja, wie? Erst warm, dann kalt, oder nur kalt? Wie lange? Gerade die Frage, ob eine Stratifikation obligatorisch ist oder nicht, scheint mir kontrovers diskutiert zu werden.
Würde mich sehr freuen, wenn du eine aus deiner Sicht erfolgversprechende Strategie kurz schildern könntest.
Viele Grüße,
Markus

Nobby
Beiträge: 92
Registriert: 16 Jun 2012, 19:32
Wohnort: LIF in OFR ;-)

Beitrag von Nobby »

hallo markus, hallo leo,
ich gebe hier nur MEINE erfahrungen wieder.
sequoiadendron giganteum ist kein lichtkeimer, er keimt auch im dunkeln neigt aber sofort nach dem keimen zum geilen und stirbt nach einer woche ab. der keimling wächst im dunkeln ca. 2 cm am tag. auf der suche nach licht steckt er alle energie in höhenwachstum und vergisst dabei das er keimblätter bilden muß was ihn dann den garaus macht.
stratifizieren, grundsätzlich habe ich mein saatgut im gefrierfach aufbewahrt, bis zu 3 jahre lang. vor der aussaat habe ich die samen in teeier ein bis zwei tage im lauwarmen wasser eingeweicht.
zur aussaat habe ich ein torf/sandgemisch genommen, ein teil torf, zwei teile sand. die samen lose verteilt und leicht unter geharkt damit sie nicht zu schnell austrocknen. nach drei wochen sollte dann das grün spriesen.
wie leo es möchte, die keimrate zu erhöhen, das kann man selbst nicht beeinflussen, das liegt am saatgut. das beste saatgut bekommt man direkt aus den USA, black mountain grove, convairs basin grouv, mariposa grove oder grant grove. eine keimquote von 5% ist gut, alles was drüber liegt ust sau gut.
meine beste keimquote war im frühjahr 2011, fast 20%, ich hatte im sommer 1500 keimlinge die alle händisch umgetopft wurden und im herbst ins feld verbracht wurden. davon waren im nächsten frühjahr noch 500 übrig, zwei jährig wurden 150 stück. wenn man das jahre lang macht verliert man die lust und vor allem der rücken macht nicht mehr mit.
desshalb erfreue ich mich jetzt an meinen bäumen im garten.

LG nobby
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Stadtmutant
Beiträge: 144
Registriert: 12 Apr 2013, 09:22
Wohnort: Bremen

Beitrag von Stadtmutant »

Hallo Nobby,
vielen Dank für Deine Ausführungen, wenn sie auch nicht gerade optimistisch stimmen. Bei der Stratifikation denke ich eher weniger ans Gefrierfach sondern vielmehr an Kühlschranktemperaturen.
Wie dem auch sei, ich habe in der letzten Woche meinen ersten Versuch mit S. giganteum gestartet. Die verwendeten Samen stammen von einem hiesigen Baum, ich habe sie selbst gesammelt. 53 Samen habe ich mehrere Tage in Wasser eingeweicht und am vergangenen Dienstag, 26.8., ausgesät. Sie wurden nicht stratifiziert und sehen auch kein Licht (stehen im Keller). Eben kontrollierte ich die Schale, um evtl. etwas Wasser nachzusprühen, und zu meiner Überraschung keimt der erste Samen schon - am sechsten Tag nach Aussaat! Somit dürfte weder eine Kältebehandlung noch Licht zur Keimung zwingend erforderlich sein - was einen positiven Einfluß auf die Keimrate natürlich nicht ausschließt.
Eigentlich bin ich über diesen ersten Erfolg recht froh, zumal ich nicht sicher war, wie erfolgversprechend Versuche mit Samen hiesiger Bäume sind. Aber Deinen Erfahrungen zufolge muß man ja fast befürchten, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis das junge Pflänzchen eingeht. Werde versuchen, mit frühzeitigem Pikieren und ausreichender Lichtversorgung gegenzusteuern.
Viele Grüße,
Markus
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Keimwurzel Sequoiadendron giganteum
Keimwurzel Sequoiadendron giganteum
IMG_3607 kl.jpg (73.72 KiB) 2200 mal betrachtet

Nobby
Beiträge: 92
Registriert: 16 Jun 2012, 19:32
Wohnort: LIF in OFR ;-)

Beitrag von Nobby »

hallo markus,
ich will dich ja nicht entmutigen, aber meine erfahrung zeigte mir das heimisches saatgut auf lange dauer keinen erfolg bringt. es liegt wohl daran das die genomische vielfalt bei heimischen saatgut mehr als beschränkt ist.

LG nobby
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Selly
Beiträge: 1
Registriert: 21 Apr 2017, 23:22

Beitrag von Selly »

Markus nun würde mich aber interessieren wie es weiter gegangen ist?
LG Selly

Dioscorea
Beiträge: 118
Registriert: 20 Mär 2014, 10:25

Beitrag von Dioscorea »

Ich auch !

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