Holunder - Freude und Leid

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quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 18 Mär 2016, 11:35

Hallo,

es muß ja nicht alles auf den Holunder zurückzuführen sein.
Aber manchmal werden Bezüge deutlich.
Danke für das Interesse.

Viele Grüße

quellfelder

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 18 Mär 2016, 18:33

Für unmöglich halte ich das trotzdem nicht.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 19 Mär 2016, 11:42

Hallo,

unmöglich ist es sicher nicht, aber ich bin auch nicht weltfremd.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 20 Mär 2016, 16:07

Hallo Kiefer,

was macht eigentlich der Zwerg.Holunder, den Du letzte Jahr gefunden und eingepflant hast? Der müßte doch jetzt schon ein wenig sprießen. Interessiert mich sehr. Auch ein paar Fotos wären nicht schlecht, wenn es denn soweit ist.

Viele Grüße

quellfelder

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 20 Mär 2016, 20:31

Hy Hartmut!

Habe heute mal gekuckt, es rührt sich noch nix beim Staudenholunder.

Das verwundert aber auch nicht, denn bis vor wenigen Tagen hatten wir noch regelmäßig Nachtfrost und kaum mal 10- 12 Grad tagsüber (von Sonne ganz zu schweigen), letztere erst an zwei/ drei Tagen bislang.
Wir auf unseren 300 m Höhe auf der Nordseite unseres Hausbergs hier machen schon einen erheblichen Unterschied zur gleichen Höhe Südseite oder zur Gegend um die Sieg etwa 150 m tiefer. Dauert alles etwa eine/ anderthalb Wochen länger hier oben, zusätzlich zum nachtfrostigen Wetter seit ungefähr Anfang Februar...
Da unten entfaltet zB der Aronstab schon richtig das Laub, hier kommt er gerade mal heraus... Wird also wohl noch ein/ zwei Wochen dauern, wird dann aber sicher mit Macht kommen, weil's ja zu Ostern richtig nach oben gehen soll mit den Temperaturen.

Melde mich gerne zur diesjährigen Entwicklung.
Zusätzlich zu den beiden Klonen, die ich hier habe, lasse ich mir noch von einer Bekannten aus Ungarn Samen kommen, wenn es soweit ist, bei denen da unten ist der Staudenholunder fast ein Unkraut ^^.
Mit den Samen habe ich dann aber gleich ganz unverwandte Genetik, was bei den wenigen Pflanzen und deren verarmtem Genpool hier sicher eine ganz gute Sache ist.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 21 Mär 2016, 10:46

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das habe ich schon befürchtet, dass euer Klima nicht das beste war, wie bei uns!
Trotzdem treiben sie alle, nur der Rote Holunder will nicht. Da muß ich mir wohl einen neuen kaufen.
Ach so, mit Saat brauche ich es hier nicht versuchen. Das wird überhaupt nichts.
Zu viele Mäuse! Schade eigentlich! Aber es ist wie es ist.

Nochmals vielen Dank!

quellfelder

Mausi
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Beitrag von Mausi » 28 Mär 2016, 06:53

WOW, das sind ja schon stolze Exemplare ganz ehrlich. Aber bei uns im Wald wachsen auch wirklich tolle Holunder. Nur leider werden immer mehr Opfer der Waldarbeiter.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 28 Mär 2016, 13:21

Gestern bin ich zufällig in einen wahren Holunder-Wald geraten.
Da der Boden sumpfig ist, finden die besonders großen Exemplare offenbar keinen halt und fallen um. Es stehen aber genug bereit, die abgestorbenen zu ersetzen.
Da es sich um ein Stück naturbelassenen Waldes handelt, findet ich enorm viel Totholz.

Viele Grüße
Dateianhänge
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riesiger, leider umgekippter Holunder
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Ein anderer halb vitaler, halb zerstörter Stamm
DSC05291.JPG (93.41 KiB) 1404 mal betrachtet
DSC05295.JPG
Der ausgehölte Stamm hat bereits neue Bewohner
DSC05295.JPG (84.91 KiB) 1403 mal betrachtet
DSC05300.JPG
Totholz
DSC05300.JPG (79.07 KiB) 1402 mal betrachtet
DSC05302.JPG
Wo es Holunder-Totholz gibt, ist das Judasohr nicht weit- oder der?
DSC05302.JPG (84.34 KiB) 1401 mal betrachtet
DSC05318.JPG
ein einnehmender Holunder: der Zaun wurde "eingewachsen"
DSC05318.JPG (95.02 KiB) 1400 mal betrachtet

quellfelder
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Beitrag von quellfelder » 28 Mär 2016, 14:46

Hallo,

es würde mich schon interessieren, wo Du diese schönen Freigeborenen gefunden hast.

Viele Grüße

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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi » 28 Mär 2016, 16:20

Hallo,

das ist ein Landschaftsschutzgebiet bei Köln Esch.
Da gibt es auch sehr viele exotische Gehölze zu sehen.

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder » 28 Mär 2016, 16:26

Hallo,

das passt! Vielen Dank!

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder » 02 Apr 2016, 18:25

Hallo,

gestern habe ich einige interessante Ausführungen zum Ruhme des Holunder gelesen und bin zu der Auffassung gelangt, das ihre Lektüre hilfreich ist und auch manchem weitere praktischen Hinweise liefert, die man durchaus auch in der heutigen Zeit anwenden kann, ansonsten aber auch mit Vergnügen lesen kann. Ich habe vor, solches fortzusetzen.

Den Anfang macht: Leopold, Neuenhahn: Anleitung zum landwirtschaftlichen Handel, Erfurt 1810.
Darin: Vom Nutzen des Holunder:

So unzweifelhaft es auch ist, dass dieser uns so bekannte Strauch sowohl in der Haushaltung, als auch in der Arzneikunst, einen sehr mannigfaltigen Nutzen hat, und dieserhalb unsere ganze Achtung verdient: so wird er gleichwohl in unseren Forsten nie künstlich angebaut,
obschon eine Plantage von Holunder, wegen seiner Früchte zu Mus, welches in den nördlichen Ländern sehr stark als ein schweißtreibendes Mittel, besonders von den Seefahrern, gebraucht wird, gewiss einen sehr bedeutsamen Nutzen gewähren würde.
Wirklich sah Burgsdorf eine Holunderplantage, die ihrem Eigentümer jährlich im Durchschnitt auf jeden Morgen 80 Taler einbrachte.
Es gibt indessen Gegenden genug in Deutschland, wo der Same dieses Strauchs reichlich durch die Vögel ausgesäet worden, und da er allerwärts, in Hecken, sogar auf Mauern und in den Wäldern, zu finden ist, so dürfte eine anzulegende Plantage nur in solchen Gegenden anzuraten sein, wo dieser Strauch sich wenig oder gar nicht befindet; wenigstens sollte man dazu abgelegene, wüste Plätze erwählen, und diese durch Ausstreuung des Samens, oder durch Pflanzung der Wurzelbrut, auch durch abgeschnittene Zweige, die leicht Wurzeln schlagen, wenn zwei Augen in, und ein Auge über der Erde zu stehen kommen, nutzbar zu machen suchen.
Geschieht die Anpflanzung durch Samen: so bringen die aufgelaufenen Pflanzen schon im dritten oder vierten Jahr Blüten und Früchte; ein Beweis, dass der Holunder zu keinem Hauptbaume von der Natur bestimmt ist, obschon er durch Kunst zum Baum erzogen werden kann.
In den Forsten kommt der Holunder unter den Schlaghölzern sehr oft vor, und wird mit solchen zum Wiederausschlag abgetrieben.
Aber der Forstmann sieht ungern, denn in niedrigen Gegenden, wo er etwa auf abgetriebenen Orten steht, erstickt er das Unterholz durch seine zu viel Schatten gebenden großen Blätter,
und durch die zu starke Ausbreitung und Austreibung der Wurzeln.
Er ist auch da, wo er einmal wuchert, schwer zu vertilgen.
Er ist auch da, wo er einmal wuchert, schwer zu vertilgen, obgleich die so häufig als schnell aus Wurzeln und Samen aufschießenden Loden im Vorsommer einigemal hinter einander abgehauen werden.
Der Holunder erreicht ein Alter von 40 bis 50 Jahren, aber im 20ten Jahre hat er schon sein völliges Wachstum vollendet, und in den ersten 10 bis 15 Jahren ist es schon haubar. Wenn er eine baumartige Gestalt und Größe erlangt, so wird er 16 bis 20 Schuh hoch , und hat sein Stamm einen Schuh im Durchmesser. Nur die ersteren Jahre wächst er schnell in die Höhe, dann wächst er in die Dicke, seine starke Markröhre verholzt, hat äußerst wenigen Zuwachs, und der der Baum oder Strauch stirbt, wenn er seine bestimmten Jahre erreicht hat.
Zur Feuerung hat diese Holz einen geringen Wert.

Nächstens mehr!

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von Kiefernspezi » 02 Apr 2016, 22:33

40-50 Jahre Endalter - da gehört der Holunder aber zu den Gehölzen, die sehr früh schon sehr alt aussehen...

Viele Grüße

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Beitrag von quellfelder » 03 Apr 2016, 09:36

Hallo,

mit dem Endalter ist das so eine Sache. Ich denke, daß sich die Angaben mehr auf die Strauchartigen beziehen und nicht so sehr auf die Baumartigen. Das würde dann in etwa hinkommen. Aber es geht ja noch weiter; auch wird Friedrich der Große noch eine Rolle spielen. Ich strenge mich an, die nächste Fortsetzung noch heute zu bringen.

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von quellfelder » 03 Apr 2016, 12:34

Hallo,

hier der nächste Abschnitt der Ausführungen Leopolds:



Wenn der Stamm so lange gelebt hat, bis das Mark zu Holz geworden, dann ist das Holz hart, fest und zähe, und von gelblicher Farbe, dem Buchsbaumholze ähnlich, und in Ansehung der Härte ist es dem Birkenholz gleich, nur muß es zum Verarbeiten wohl ausgetrocknet sein, indem es sonst stark reißt. Aus diesem festen, harten Holze, lassen sich die feinsten Geräte machen, als: Lineale, Handgriffe und Einfassungen verschiedener mechanischer Instrumente, kleine hölzerne Werkzeuge, Handruthen am Dreschflegel; Hefte zu Zimmeräxten , Schäfte an Feilen oder Bolzen, Röhren und Schläuche an Bier- und Weinfässer, Fischerknitt – und grobe Filet-Nadeln, Pflöcke in die Absätze der Schuhe, Büchsen, Kämme, Modelle, Spulen, die schnell, heftig und lange herumlaufen sollen und andere Sachen mehr, weswegen es auch die Drechsler und Tischler am meisten benutzen.
Das gemaserte Holz aber aus der Wurzel, und das naßgewachsene grünflammige mit gelbem Grunde, suchen die Ebenisten (d.i.Kunsttischler,Anm.quellfelder) besonders.
Hingegen wird das jüngere, und noch mit Mark gefüllte Holz, zu Schießröhren in Bergwerken, und zu den Knallbüchsen der Kinder, so wie es denn auch wohl zu Handspritzen angewandt werden könnte.
Durch das Säen der Kerne sowohl, als durch das Pflanzen der jungen Zweige, lassen sich auch lebendige Hecken in einem trockenen Boden anlegen, wo andere Bäume nicht fort wollen.
Säet oder pflanzt man wilde Rosen oder Hahnebutten dazwischen, so werden diese Hecken dadurch noch mehr verbessert. In 3 bis 4 Jahren ist eine solche Hecke im vollkommenen Stande, wenn sie gehörig unter die Schere gehalten wird, dann steht sie 30 bis 40 Jahr und länger.

Die im Frühjahr hervorbrechenden jungen Sprossen oder Keime werden von manchen als Salat zubereitet und mittags bei der Mahlzeit, noch besser aber vor, oder unter der Abendmahlzeit, mit etwas Gebackenem, gegessen. Da sie aber, vielleicht in allzugroßer Menge, heftigen Stuhlgang erregen: so muß man sie mit Vorsicht genießen.
Man kocht sie auch mit Spinat und Fleischbrühe zu einem Mus, aber auch dieses purgieret.
(wirkt abführend).

Viele Grüße

quellfelder

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