Identifizierung von Totholz (oder: Holz+Pilz)

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bee
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Beitrag von bee »

Inhaltsverzeichnis zum Thread

Hallo,
da bin ich ziemlich überfragt ....
eine einzige Idee hätte ich, so ein heller Pilz ohne deultiche Schüppchen o.ä. mit so einem fetten Ring und so einem hellen Stiel an Laubholz:
vielleicht Agrocybe aegerita, der südliche Ackerling.

Der passt nur nicht so ganz nach Rügen, kommt besonders in Südeuropa bzw. in D. in wärmebegünstigten Gebieten vor. Ich glaube, mal einen einzigen kleinen Pilz der Art an einem Weidenstumpf gesehen zu haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdlicher_Ackerling

Meist auch auf Totholz, besonders auf Pappeln.
Ich las jedoch auch auf anderen Laubhölzern und auch auf lebenden Bäumen.

Interessant wäre es, wenn der Pilz bei dir in der Nähe ist, zu schauen, ob die Lamellen sind dunkel verfärben (weil mein Vorschlag hätte dunkles Sporenpulver), und wie sich die Huthaut eventuell verändert (die soll bei Trockenheit felderig aufreißen).
Zuletzt geändert von bee am 02 Jan 2021, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo bee,

die Buche steht nicht weit entfernt. Da kann ich jeden Tag nachsehen und ein Bild machen.

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

nun die Bilder vom 23.11.

Viele Grüße

quellfelder

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo am Mittag,
jetzt ist es klar (die Fotos sind besser gelungen, weil nicht so "überstrahlt") man sieht jetzt die schleimige Oberfläche vom Buchen-Schleimrübling, Oudemansiella mucida.

Hätte mich jetzt auch eigentlich gewundert, wenn es etwas anderes gewesen wäre...
http://de.wikipedia.org/wiki/Buchen-Schleimr%C3%BCbling

Ich hänge noch zwei Fotos an, im letzten Jahr habe ich die deutlich häufiger gesehen, in diesem Jahr erst nach dem ersten großen Novemberregen.
Oudemansiella mucida_09-2013.jpg
Oudemansiella mucida_09-2013.jpg (74.04 KiB) 1998 mal betrachtet
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Oudemansiella mucida_11-2014.jpg (102.25 KiB) 1998 mal betrachtet
Zuletzt geändert von bee am 02 Jan 2021, 00:24, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo bee,

recht vielen Dank! Ich zeige noch zwei weitere Bilder. Die Sonne kam noch kurz heraus und ich suchte die Buche noch einmal auf. Da wächst auch noch ein junges Exemplar heran.

Viele Grüße

quellfelder
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2014_1124Zirkow0008.jpg (56.85 KiB) 1992 mal betrachtet
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

bei der Gelegenheit habe ich unter einer alten Linde noch diesen Pilz gefunden. Eigentlich waren es ja mehrere, aber diesen habe ich gleich mutig ergriffen und zurechtgelegt.

Viele Grüße

quellfelder
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
der neue Pilz ist ein Champignon (Agaricus) , leider gibt es da sehr viele Arten, die ich nicht wirklich auseinanderhalten kann, denn bei mir habe ich außer Karbolegerlingen und einem seltsamen Agaricus cf. subflocculosus (Expertentipp) noch nichts gefunden.

Bei der Gattung Agaricus kommt es neben Standort und Hutoberfläche, Lamellenfarbe (jung/ alt) Stielform mit Basis, Ring (hängend, auftsteigend...) BESONDERS auf Geruch und Verfärbung (sofort/ später) an.

Ich glaube, hier könnte es sich um einen Perlhuhn-Egerling handeln (Hutoberfläche, Lamellen sehr dunkel reif, unten am Stiel eine gelbliche Verfärbung)

Hier hat es im Pilzforum eine tolle Zusammenstellung gegeben (habe ich gerade erst gelesen, war im August da nicht aktiv, man verpasst immer unglaublich viel.)
http://www.pilzforum.eu/board/showthrea ... t=Perlhuhn
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

das ist ja wirklich eine phantastische Zusammenstellung. Sehr lehrreich!
Danke.
Ja, Perlhuhn-Egerling passt wunderbar!

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

heute noch einen an einem Stück Stamm gefunden. Der sah aber wie hingekleckert aus. Trotzdem vermute ich einen Pilz.

Viele Grüße

quellfelder
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2014_1125Zirkow0022.jpg (133.35 KiB) 1965 mal betrachtet
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Quellfelder,
der neue Pilz ist mit großer Wahrscheinlichkeit Bjerkandera adusta, der angebrannte Rauchporling.
Der sieht typischerweise im Anfangsstadium so aus, man erkennt auch schon die typische Schwärzung. Die Poren auf der Unterseite (der -nicht immer - zu entwickelnden Hüte) sollten ganz fein sein und bei Berührung/Alterung dunkel (bräunlich, dann schwärzlich) werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Angebrannter_Rauchporling
http://www.pilzforum.eu/board/showthread.php?tid=22926
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,
Vielen Dank erst einmal.
Meinst Du, daß ich ihn sich entwickeln lassen sollte um ihn dann erst aufzuschneiden und zu beschnuppern? Bisher scheint er mir sehr zäh und eine ledrige Oberfläche zu haben.

Viele Grüße

quellfelder

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo;
"zäh und ledrig" passt zu der vorgeschlagenen Art nicht so gut, die sollte man schon gut ablösen können und in feuchtem Zustand auch leicht durchreißen/ in trockenem Zustand leicht durchbrechen können.
Du kannst ja mal weiter beobachten, es kann aber sein, dass sich da witterungsbedingt nicht mehr viel tut (meine Bilder stammen überwiegend aus Oktober/ November, je einmal Mai, August, Dezember)
Aber auch in diesem Zustand jetzt könntest du etwas abmachen und versuchen, die Poren (ev. auch einen Schnitt) von Nahem zu fotografieren, bzw. ein Stück etwas reiben und liegenlassen (wg. der Verfärbung).
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ja, das werde ich alles tun.
Noch ein anderer, den ich heute in Putbus gesehen habe. Nicht näher untersucht, weil kaum Zeit. Habe nur die Bilder machen können.

Viele Grüße

quellfelder
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2014_1127Putbus0006.jpg
2014_1127Putbus0006.jpg (88.42 KiB) 1916 mal betrachtet
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2014_1127Putbus0005.jpg (124.13 KiB) 1916 mal betrachtet
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2014_1127Putbus0004.jpg (123.51 KiB) 1916 mal betrachtet

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
der Pilz von heute ist ein Tintling.
Sehr häufig (und optisch passend) ist der Glimmer-Tintling (Coprinellus micaceus, früher Coprinus micaceus).
Leider gibt es da wieder ein paar Verwechslungskandidaten, meist auch makroskopisch nicht eindeutig zu unterscheiden, siehe Wiki-Artikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Glimmer-Tintling

Ein typisches Merkmal für diese Art (und die nahen Verwandten) sind die feinen glimmerigen Partikel auf der Hutoberfläche (im jungen Zustand, können später ganz ab sein).
Ein relativ eindeutiges Merkmal für die Art soll die Stielbereifung sein, so feine körnige Strukturen am Stiel (das sind sogen. Caulocystiden, die man mit bloßem Auge sehen kann). Leider ist diese Bereifung nach Alterung des Pilzes oder auch mit einmal Anfassen schon abgewischt.
EDIT 2021: Links zu nicht mehr existierenden Seiten gelöscht.
Als Tintlinge "mit Glimmer" (wenn frisch) kommen 3, d.h. inzwischen 6 ! Arten in Betracht: Coprinellus micaceus (europäisch, amerikanisch, asiatisch ... alle unterschiedlich, aber könnten theoretisch hier vorkommen), truncorum und saccharinum (europäisch und amerikanisch) + von eventuell noch 2 Kandidaten weiß man noch nicht so genau, wo sie hingehören. Bei den Tintlingen "ohne Glimmer" (gar kein Glimmer, auch nicht im jugendlichen Zustand) gibt es auch noch Möglichkeiten. Ohne mikroskopische Untersuchung kann man dazu leider nicht viel sagen, zumindest müsste man "Glimmer" sehen und sich die Stiele von Nahem ansehen.
Zuletzt geändert von bee am 02 Jan 2021, 00:38, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ja, vielen Dank. Bliebe noch zu sagen, daß der Stumpf von einer Buche war und dem Anschein nach waren die Pilze schon alt. Auch komme ich für weitere Untersuchungen nicht immer dorthin. Aber beim Rauchporling schon.

Viele Grüße

quellfelder

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