Identifizierung von Totholz (oder: Holz+Pilz)

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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

heute habe ich in einer Öffnung eines alten Holunder und an dessen Stamm folgenden Pilz gefunden. Was könnnte das für einer sein?

Viele Grüße

quellfelder
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Spinnich
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Holz und Pilz

Beitrag von Spinnich »

Halo Quellfelder,

Da es wohl kein typischer Bewohner von Hollunder ist, sondern eher eine fakultativ an Hollunder wachsende Art, wird die Bestimmung ohne weitere Merkmale zu einem Ratespiel:
Stiel vorhanden ? (hier nicht zu erkennen!)
Lamellen oder Poren ?
Sporenpulverfarbe ?
Farbe des Fleisches im Anschnitt (verfärbend) ?
Fleisch weich oder zäh ?
Größe des Hutes ?
Geruch ?
Geschmack ?

Ich werfe dennoch mal eine Vermutung in den Raum: Laubholz-Knäueling (Panus conchatus, syn. Lentinus conchatus, etc....)
Muschel- bis fächerförmige Fruchtkörper wachsen in der Regel in büscheligen Knäueln, seltener einzeln an Buche Birke und weiteren Laubhölzern - meist gestielt.
Der Pilz bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lentinus_torulosus
Meine Suchseiten:
http://www.123pilze.de/2011neuePilzsuche/
http://www.pilzfotopage.de/Aphyllos/index.html

Wie gesagt ist das eine reine Vermutung!

Gruß Spinnich :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

danke für Deine Erklärungen.
Ich vergesse es auch immer, den Pilz zu untersuchen. Zugegeben, ich mag es nicht gerne.
Trotzdem, vielen Dank!

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

heute gefunden an einem Fichten-Stamm.

Viele Grüße

quellfelder
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quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

dieses Ungeheuer von einem Pilz lehrte mich im Dollahner Sumpf das Fürchten. Ich habe ihn nicht berührt. Tut mir leid. Sein Opfer ist eine Weide.

Viele Grüße

quellfelder
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Spinnich
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Holz+Pilz

Beitrag von Spinnich »

Hallo Quellfelder,

deine Pilzfunde an Kiefer:
Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), auch Fichtenporling, der aber auch an Rotbuche, Weißtanne, Waldkiefer, Birken, Erlen und Apfelbäumen vorkommt (an lebendem oder totem Holz).
Mal ein Vergleichsbild (der Pilz ist in der Färbung variabel, der rote Rand kann fehlen oder die Farbe geht mal eher ins Graubraune):
http://www.wald-laeufer.de/wander.toure ... strunk.htm
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download/Fichten.htm

Der Pilz an der Weide ist vermutlich der Fastblaue Saftporling (Postia subcaesia),
oder der selten an Laubholz, eher an Nadelholz zu findende Blauende oder Blaue Saftporling (Postia caesia, syn. Oligoporus caesius, Spongiporus caesius):
http://www.natur-lexikon.com/Texte/FM/0 ... rling.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Blauender_Saftporling

Ein wirklich beeindruckender Fund und tolle Aufnahme!

LG Spinnich 8)
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ach, ich freue mich immer wieder über Deine schönen Erläuterungen!
Dafür herzlichen Dank!

Viele Grüße

quellfelder

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bee
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Beitrag von bee »

Inhaltsverzeichnis zum Thread

Hallo,

ich glaube, protestieren zu müssen :wink: ,
der rotrandiger B. ist natürlich richtig, aber die unteren großen dicken (vermutlich harten) Pilze sind m.E. keinesfalles Postia subcaesius (o.ä).
Diese Arten sind weich, saftig, auch (bei uns) viel kleiner.
Übrigens soll der Pilz, der bisher bei allen mitteleuropäischen Pilzlern als Postia subcaesius lief in Wirklichkeit Postia alni sein, währenddessen P. subcaesius eine mediterrane und größere Art sei.
http://www.pilzforum.eu/board/thema-bla ... subcaesius
http://www.pilzforum.eu/board/thema-tyr ... subcaesius

Ich denke, es handelt sich hier um den gemeinen Feuerschwamm an Weide (bin aber nicht hundertprozentig sicher).
http://www.pilzforum.at/showthread.php?tid=392
Zuletzt geändert von bee am 02 Jan 2021, 20:35, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Holz+Pilz

Beitrag von Spinnich »

Hallo Bee & Quellfelder
Meine Bestimmungsversuch Saftporling, Postia war ja nur eine Vermutung, denn anders als beim vielgestaltigen Feuerschwamm findet man bei Postia eher farblich passende Beispiele.
Der Feuerschwamm gedeiht mehrjährig und wächst im Laufe der Jahre dann konsolenförmig verdickt, das ist hier auch nicht der Fall, aber die Pilze können ja noch 1-jährig sein.
Wenn man deinem Vorschlag folgt findet man aber tatsächlich passene Übereinstimmung beim "Weidenfeuerschwamm" - Phellinus trivialis:
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... erschw.htm
Dieser ist wohl nur ein Synonym zum gemeinen Feuerschwamm, Phellinus igniarius.
Die vermutliche Größe hatte ich nicht berücksichtigt, da ich die Stärke des Weidenstammes nicht einschätzen kann, 4-6 cm für Postia ist aber schon recht begrenzend.
Ich denke Du hast Recht meinen Bestimmungsversuch dieser Art anzuzweifeln.

LG Spinnich :idea:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

immer wieder spannend!

Viele Grüße

quellfelder

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

diese ziemlich alten und trockenen Pilze habe ich heute auf dem Putbusser Friedhof gesehen. Mich würde schon interessieren um was es sich hier handelt. Opfer war eine Eiche.

Viele Grüße

quellfelder
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Quellfelder,

eine begründete Mutmaßung von mir - obwohl ich die Unterseite nicht richtig identifizieren kann - jedenfalls sind da keine Lamellen, also eher Poren:
uralte Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus).
Diese kommen oft am lebenden Baum vor (an diversen Arten) auch in der Höhe, wachsen auch so über- u. nebeneinander, fruktifizieren zu unterschiedlichen Zeiten, bleiben lange (Monate) erhalten.
Nur im Alter verlieren sie völlig ihre gelbe Farbe, werden sehr scharfkantig und "zerfleddert".

Beispiele in diesem Portrait, auch von alten Pilzen der Art:
http://www.pilzforum.eu/board/thema-lae ... felporling
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Holz+Pilz

Beitrag von Spinnich »

Hallo Quellfelder, hallo bee

erstaunlicherweise bin ich, wenn auch mit einigem Vorbehalt zum gleichen Ergebnis gekommen.

Nur wenige Pilze zeigen ein ähnliches Erscheinungbild, scheiden aber teils wegen der Fundzeit, wegen der Lage am Baum, wegen der Baumart, wegen der farblichen Aspekte (fehlende Zonierung, fehlender hellerer Rand) und (sofern ich das richtig einschätze?) wegen der zu geringen Größe aus dem Raster.

Die Bilder zeigen leider nicht sehr genau die vermutlichen Farben der Ober- und Unterseite, scheinen mir etwas überblendet. Ich sehe aber keinerlei farbliche Absetzungen und Zonierungen und die Pilzhüte scheinen mir schon auch etwas größer, bei einigen denke ich eine etwas braune bis braunrote Oberhaut zu erkennen.

Ich würde den Pilz farblich am ehesten noch mit dem Riesenporling gleichsetzen, dieser scheidet aber aus, da er erst im Sommer auftritt, und mit seltenen Ausnahmen näher am Wurzelbereich fruktiziert.

Auch der Klapperschwamm käme auf den ersten Blick in Frage, aber dieser ist noch mehr an den Wurzelbereich und den Fuß der Bäume gebunden.

Andere flache in Schichten auftretende Arten wie die Rauchporlinge und Trameten kommen teils wegen Bindung an Weichholz, teils wegen farblicher Aspekte und zu geringer Größe dann auch nicht so recht in Betracht.

Der Schwefelporling erscheint normalerweise allerdings von Mai bis Spätsommer selten bis Spätherbst und hier haben wir es, wenn bees Vorschlag stimmt, schon mit einem alten Pilz zu tun, der die ganz auffällige Färbung, der er seinen Namen verdankt schon völlig eingebüßt hat.

Dennoch konnte ich auch heute abend bei keiner anderen Art fündig werden und hatte mir daher vorgenommen diese Art mal zur Diskussion zu stellen.

Immerhin ist die Vegetation und auch die Tierwelt und sicher auch die Welt der Pilze von den extremen Temperaturabweichungen diesen "Winters" nicht unbeeinflüßt geblieben, somit halte ich die zeitliche Abweichung von der Norm durchaus für möglich.

Anbei einige Beispiele zur Erscheinung des Schwefelporlings (und des Riesenporlings):
https://www.google.de/search?q=riesenpo ... e&tbm=isch
http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenporling
http://www.natur-lexikon.com/Texte/FM/0 ... rling.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Schwefelporling
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... orling.htm
http://www.waldwissen.net/wald/natursch ... n/index_DE

Ansichten und Infos zu den ausgeschiedenen Kandidaten:
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... chwamm.htm
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... orling.htm
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... ramete.htm
http://www.123pilze.de/DreamHC/Download ... chicht.htm

Noch kurz mal zwei Übersichten zum Erscheinungsbild und Auftreten:
http://www.digital-nature.de/pflanzenwe ... pilze.html
http://www.waechtershaeuser.de/baum/ind ... =pilzliste

Wenn man Material des Pilzes in Händen hätte, könnte man die Bestimmung des Pilzes mit einiger Sicherheit verifizieren, so bleibt eine gewisse Restunsicherheit.

LG Spinnich :wink:
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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Spinnich,
da bist du ja wieder in die Tiefen und die Untiefen der Materie eingestiegen :) .
Ich bleibe beim Schwefelporling, auch weil ich ähnliche Exemplare (wenn auch nicht zu dieser Jahreszeit) schon gesehen habe.

Alte Riesenporlinge (habe ich auch meist im Herbst, einmal im Januar) gesehen, sind vom Habitus ähnlich, aber nicht so weit oben, meist an Totholz oder am Stammfuß von lebenden Bäumen, im Alter deutlich schwärzend (bei Berührung besonders deutlich).

Die anderen Arten, z.B. Bjerkandera fumosa, sind kleiner, auch sonst etwas anders.
Zu Bjerkandera adusta und fumosa, da hatte ich mich auch schon mal an ein Pilzportrait gewagt:
http://www.pilzforum.eu/board/thema-bje ... uchporling
http://www.pilzforum.eu/board/thema-bje ... uchporling
Viele Grüße von bee

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ich freue mich immer wieder über diese "Untiefen", wenn ich auch nicht viel verstehe. Aber das soll sich ganz langsam bessern...

Viele Dank für Eure Mühe

und beste Grüße

quellfelder

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