Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)
Steckbrief Eingriffeliger Weißdorn
wissenschaftlicher Name Crataegus monogyna
| deutscher Name | Eingriffeliger Weißdorn | ||||||||||||
| Familie |
Rosengewächse (Rosaceae) |
||||||||||||
| Gattung | Crataegus | ||||||||||||
| Art | monogyna | ||||||||||||
| Herkunft | einheimisch | ||||||||||||
| Giftigkeit | ungiftig | ||||||||||||
| Wuchshöhe [?] | 3-12-15 | ||||||||||||
| Fruchtart |
Apfelfrüchte |
||||||||||||
| Wurzelsystem | Tiefwurzler | ||||||||||||
| Gartenwert [?] | 2,3 | ||||||||||||
| Frosthärte [?] | –24°C | ||||||||||||
| Holzwert [?] | 3,5 | ||||||||||||
| Geschlecht |
zwittrig |
||||||||||||
| Häusigkeit |
einhäusig |
||||||||||||
| Bestäubung |
Fremdbestäubung Tierbestäubung |
||||||||||||
| Blattanordnung | wechselständig | ||||||||||||
| Blattaufbau | einfach | ||||||||||||
| Blattrand | gelappt | ||||||||||||
| weitere Merkmale | gesägte Lappen | ||||||||||||
| Blütezeit | |||||||||||||
|
|||||||||||||
| Fruchtreife | |||||||||||||
|
|||||||||||||
Beschreibung - Eingriffeliger Weißdorn
Vorkommen
In Europa bis Südskandinavien, örtlich bis zum Don. Vom norddeutschen Flachland bis zu 1500 m Höhe in den Alpen.
Erscheinungsbild
Sommergrüner Strauch oder kleiner Baum bis zu 10 m Höhe mit starken, um 2 cm langen Kurztriebdornen.
Blätter
Tief 3-7-lappig, Einbuchtungen über die Spreitenmitte hinaus an die Mittelrippe reichend, 3-8 cm lang und ca. 2,5 cm breit, lang gestielt, am Grund keilförmig. Oberseits kräftig dunkelgrün, unterseits heller, beiderseits kahl, nur in den Blattnervenwinkeln kleine Haarbüschel. Im Herbstaspekt wenig auffällig gelblich-braun.
Borke/Rinde
Olivgrün, glatt, erst spät einer Schuppenborke bildend.
Blüten
Pflanze zwittrig. Blüten zahlreich in Doldenrispen, 1-1,5 cm breit, reinweiß oder cremefarben, von leicht unangenehmem Duft, nur 1 Fruchtknoten( Griffel) vorhanden. Blütezeit: Mai bis Juni.
Früchte
Apfelfrucht scharlachrot, kahl, glänzend, mit 1 Steinkern, 8-9 mm groß, vorne leicht eingetieft, lang gestielt, mehlig, säuerlich. Trägt Früchte ab September.
Wissenswertes
Mit dem ebenfalls zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse gehörenden Schwarzdorn (Schlehe) bildet der Weißdorn ein wohl bewusst gebildetes Namespaar. Allerdings blühen beide Sträucher weiß. Die Namensgebung nimmt hier Bezug auf die Farbe der Rinde, welche beim Weißdorn deutlich heller erscheint. Im Übrigen ist die Bedornung beim Weißdorn weniger stark ausgeprägt als bei der Schlehe. Hinsichtlich ihrer Biologie unterscheiden sich der Eingrifflige und Zweigrifflige Weißdorn nur wenig: ersterer ist etwas lichtbedürftiger als die Schwesternart, verfügt jedoch über eine größere ökologische Breite und ist sehr häufig anzutreffen. Nicht selten bilden Eingriffeliger und Zweigriffeliger Weißdorn in gemeinsamen Verbreitungsgebieten auch fruchtbare Bastarde. Wie die Haibuche eignet er sich vorzüglich als Heckenpflanze, was ihm in Anlehnung an das althochdeutsche Wort "hag" im Sinne einer Einfriedung und Begrenzung den weiteren Namen "Hagedorn" eingebracht hat. Wegen ihrer Dichtigkeit sind Weißdornhecken äußerst wertvolle Vogelschutzgehölze, die außerdem vielen anderen Kleintieren Nahrung und Deckung geben. In Gärten trifft man oft ein rote, gefülltblühende Variante, den Rotdorn, an. Seit dem 19. Jahrhundert ist die therapeutische Wirkung des Weißdorns als herzkrätigendes Mittel bekannt. Bis heute findet er sowohl in der Volksheilkunde als auch in der Schulmedizin als Herzmittel Verwendung. So sorgt der in den Blättern und Blüten enthaltene Wirkstoffkomplex, meist in Form eines Tees verabreicht, für eine bessere Durchblutung der Herzgefäße und ist im Gegensatz zu anderen herzaktiven Pflanzen (z.B. dem Fingerhut) nebenwirkungsfrei und somit auch zur Selbstmedikation geeignet. Die Apfelfrüchte des Weißdorns stellen ein nur minderwertige Obst dar: während des 2. Weltkriegs gebrauchte man die gerösteten Kerne als Kaffee-, und die jungen Blätter als Tabakersatz. Das fleischrote Holz ist sehr fest und hart, aber auch schwer spaltbar und stark schwindend. Es wird zu Drechslerarbeiten, wie Werkzeugstielen, Dreschflegeln und Spazierstöcken verarbeitet. Im alten Zauberglauben diente der Strauch der weißen Magie. Als Gegenspieler zum "bösen" Schwarzdorn besaß er demnach die Kraft, gegen allerlei Dämonen zu schützen, insbesondere gegen den Zauber "hagazissa" (heute "Hexe"), dem Hagweib, das in Hecken und Gebüschen ihr Unwesen trieb.
- Quellenangaben und verwendete Literatur













